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Die Frage der Woche: "Wieso haben Rosen Stacheln?"

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Die Frage der Woche: "Wieso haben Rosen Stacheln?"

Jeden Samstag beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Vivian K. aus Eching: "Wieso haben Rosen Stacheln? Hier erfahrt ihr die Antwort

Die Rose steht wie keine andere Blume für die Liebe. Genau wie die Liebe kann die Rose wunderschön sein, aber auch Schmerz verursachen. Bei der Rose liegt das an den Stacheln an ihrem Stängel. Aber wieso hat die Rose überhaupt Stacheln? Und was ist der Unterschied zu Dornen?


Rote Rosen sind wohl die bekanntesten Vertreter aus der botanischen Gattung der Rosengewächse, fachsprachlich Rosacea. Typisch sind fünfzählige Blüten, Stacheln und Hagebutten genannte Früchte. Jede Rosenart bildet diese Früchte, in unterschiedlicher Größe.


Die Früchte der Rosengewächse - Hagebutten


Die Früchte der Hundsrose sind es, die im Allgemeinen als Hagebutten (Foto links) bekannt sind, und aus denen man auch Tee macht. Auch ein gemeines Juckpulver kann man aus Hagebutten machen, aber das weißt du sicher längst!

Es gibt viele wildwachsende Rosenbüsche, die vielen kleinen Wildtieren Unterschlupf bieten. Die Früchte sind reich an Vitamin C und dienen Tieren auch als Nahrung.


Wild- und Kulturrosen


Seit mehr als 2.000 Jahren widmet sich der Mensch auch der Rosenzucht. Diese werden als Kulturrosen bezeichnet. Aus Rosen wird mit Hilfe von Wasserdampf auch das wertvolle Rosenöl gewonnen. Es ist ein wichtiger Grundstoff für die Parfumherstellung. Rosenwasser, das bei der Ölherstellung anfällt, verwendet man auch zur Aromatisierung, etwa von Marzipan.


Rosen eine dufte Sache


Schon im alten Rom wurde Rosenöl als duftendes Öl für den Körper verwendet. Auch als Aromastoff im Essen wurde es genutzt.

Eine Kulturrose namens "Ave Maria".



Die Herstellung ist sehr aufwändig: Aus drei Tonnen Rosenblüten erhält man gerade einmal einen Liter Öl! Entsprechend teuer ist es auch: Hochwertiges Öl wird im Großhandel mit etwa 5.000 Euro pro Kilogramm gehandelt.


Und was ist jetzt mit den Rosenstacheln?


Ein typisches Kennzeichen von Rosengewächsen sind, wie schon gesagt, Stacheln. Der Stamm, die Äste und Zweige von Rosensträuchern und Kulturrosen sind mit Stacheln besetzt. Sie dienen den Rosen zu unterschiedlichen Zwecken.


Einerseits schützen sie die Pflanze davor, von Tieren gefressen zu werden. Zum anderen dienen sie Arten wie der Kletterrose dazu, sich an anderen Pflanzen, Wänden oder speziellen Gerüsten festzuhalten, wenn sie wachsen. Sie wirken dabei als eine Art Steigeisen.

Der Stängel einer Rose mit Stacheln, der vordere Stachel wurde absichtlich entfernt.

Die Pflanzenteile, die nahe am Boden wachsen, besitzen oft viele Stacheln. Sie dienen vor allem dem Fraßschutz. Die bodennahen, schützenden Stacheln sind auch anders geformt als jene, die als Kletterhilfe dienen.


Was ist der Unterschied zwischen Stacheln und Dornen?


Stacheln können bei Pflanzen überall am Stamm oder Stängel oder an den Blättern vorkommen. Es gibt kein bestimmtes geometrisches Muster, wie sie an den Pflanzen wachsen. Stacheln wachsen einfach aus dem Pflanzengewebe heraus. Sie können auch relativ leicht von den entsprechenden Pflanzen entfernt werden. Sie besitzen außerdem keine Leitbündel, das sind die pflanzlichen Entsprechungen unserer Blutgefäße.


Dornen hingegen sind umgebildete Pflanzenorgane. Das heißt, es sind umgebildete Blätter oder Nebenblätter oder andere Pflanzenorgane. Bei Kakteen zum Beispiel sind die Dornen umgewandelte Blätter.

Die Dornen von Kakteen sind eigentlich Blätter. Im heißen Wüstenklima geht so weniger Wasser verloren.



Sie sind auch mit Leitbündeln durchzogen, die die Dornen versorgen. Dornen können auch nicht so leicht von der Pflanze entfernt werden, wie Stacheln. Auch Dornen dienen dem Schutz der Pflanze.


Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft vertauscht: So spricht man bei Kakteen von Stacheln, obwohl es botanisch gesehen Dornen sind. Und gerade bei Rosen sagt man oft Dornen anstatt, botanisch korrekt, Stacheln.


Übrigens


Unter anderem zählen auch Erdbeeren, Äpfel, Mandeln und Pfirsiche zur botanischen Familie der Rosacea, den Rosengewächsen!


Text: -jj- 4.10.2012 // Bilder: Rosenstacheln Denis Barthel/GFDL; Hagebutten MPF/cc-by-sa 3.0; Rose Ave Maria Eva K./GFDL; Kaktus Echinocereus triglochidiatus Stan Shebs cc-by-sa 3.0;




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