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Die Frage der Woche: Wie entstehen neue Krankheiten?

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Die Frage der Woche: Wie entstehen neue Krankheiten?

Jeden Samstag beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns armin2001: Wie entstehen neue Krankheiten? Hier erfahrt ihr die Antwort ...

Wenn man krank ist, dann ist der Körper in seiner normalen Funktion gestört. Wenn man nur erkältet ist, dann ist die Nase verschleimt, alles tut weh, man ist abgeschlagen und hat vielleicht Fieber. Bei anderen Krankheiten, wie Windpocken, hat man juckende Bläschen am ganzen Körper oder man bekommt rote Flecken wie bei Scharlach.

Aber wieso gibt es so viele und unterschiedliche Krankheiten? Und wie entstehen neue Krankheiten?

Krankheiten, von denen hier die Rede ist, entstehen durch Viren, Bakterien, Pilze oder einzellige Parasiten. Beispiele für virale Erkrankungen sind Windpocken, Grippe oder AIDS. Scharlach oder Salmonellen sind Beispiele für bakterielle Infektionen. Erkrankungen der Haut können durch Pilze ausgelöst werden und Malaria ist ein Beispiel für eine Erkrankung durch einen einzelligen Parasit.

Verschiedene Arten von Krankheitserregern


Bakterien sind kleinste Organismen, die einen bestimmten Aufbau haben und sich unter geeigneten Bedingungen selbst vermehren können. Sie brauchen zum Beispiel die richtige Temperatur und Feuchtigkeit, damit sie überleben können.

Hier siehst du Helicobacter pylori genannte Bakterien. Sie führen zu Magengeschwüren. Sie sind etwa 2 Mikrometer groß, also etwa 1/500 Millimeter: 500 von ihnen aneinadergereiht sind gerade einmal einen Millimeter lang.



Sie können kugelförmig sein oder wie kleine Stäbchen aussehen. Sie produzieren Stoffe, die auf den befallenen Körper giftig wirken und ihn so krank machen. So verursachen beispielsweise Colibakterien durch die von ihnen produzierten Giftstoffe Reisedurchfall. Gegen Bakterien helfen beispielsweise Antibiotika.
  
Viren sind eine Art winzigster Maschinen. Sie leben nicht im eigentlichen Sinne und können sich selbst nicht vermehren. Sie brauchen andere Zellen, die sie umprogrammieren, damit diese Zellen dann neue Viren herstellen.

Foto: So sehen die Symptome von Windpocken aus: Flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die hautpsächlich am Körperstamm auftreten und unangenehm jucken. Windpocken werden durch eine bestimmte Art von Herpesviren verursacht.

Diese Umprogrammierung und Zerstörung der Zellen macht den befallenen  Körper krank. So führen die HI-Viren zu AIDS, weil sie Zellen des Körpers zerstören, die zur Abwehr von Krankheiten dienen. Gegen virale Erkrankungen gibt es im Allgemeinen kein Heilmittel. Man kann nur die Kranheitszeichen, die Symptome, lindern.

Pilze, wie der Hefepilz Candida albicans, sind bei fast jedem Menschen zu finden und im Allgemeinen harmlos. Ist aber die Abwehrkraft geschwächt, dann können sich diese Pilze in Form von weißen Belägen auf der Haut oder Schleimhäuten wie im Mund ausbreiten und zu weiteren Beschwerden führen. Gegen Pilzerkrankungen wirken Mittel, die die Pilze hemmen, etwa das Präparat Nystatin.
 

Krankheiten können auf verschiedene Weise übertragen werden, etwa durch Tröpfcheninfektion, wenn man angehustet wird. Der Malariaerreger wird von der Anophelesmücke übertragen. Auch in Europa gab es bis in die 1960er Jahre Malariafälle. Berühmtes Opfer im Mittelalter war Albrecht Dürer.



Wie entstehen neue Krankheiten?

Ähnlich wie Menschen auch, haben die genannten Krankheitserreger grundsätzlich den gleichen Aufbau, besitzen aber einige variierende Eigenschaften. Menschen zum Beispiel haben alle zwei Arme und zwei Beine, aber unterschiedliche Augen- oder Haarfarben.

Grippeviren beispielsweise folgen alle dem gleichen prinzipiellen Aufbau. Aber einzelne Gruppen von Viren haben bestimmte Merkmale, in denen sie sich von anderen Gruppen unterscheiden. Wissenschaftler können dies feststellen und geben den verschiedenen Grippevirenstämmen entsprechende Namen, etwa H1N1 oder H5N1. Eine Impfung gegen einen der Stämme hilft dann aber nicht gegen die verschiedenen anderen Stämme. Darum muss man jedes Jahr aufs Neue eine Grippeimpfung machen.

Bakterien verändern ihr Erbgut. So können sie zum Beispiel unempfindlich, also resistent, gegen Medikamente werden. Das ist ein großes Problem, denn mittlerweile gibt es Bakterien, gegen die kein bekanntes Antibiotikum mehr hilft. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung, denn Menschen sind diesen resistenten Erregern schutzlos ausgeliefert. Krankheiten, die heute noch gut behandelbar sind, können in einigen Jahren unheilbar und sogar tödlich sein.

Vom Tier zum Mensch - Zoonose

Bei den genannten Beispielen handelt es sich um Veränderungen schon bestehender Krankheitserreger, nicht um neue Krankheiten im eigentlichen Sinn.

Tatsächlich neue Krankheiten entstehen zum Beispiel, wenn Erreger aus dem Tierreich auf den Menschen überspringen. Man spricht dann auch von Zoonosen. So vermutet man, dass zum Beispiel das HI-Virus, Auslöser der bislang unheilbaren Krankheit AIDS, aus dem Tierreich auf den Menschen übergesprungen sind.

Man nimmt an, dass in Afrika der SIV (Simian Immunodeficiency Virus) genannte Virus von Affen auf den Menschen übergesprungen ist und sich zum HI-Virus entwickelt hat. Auch bei Katzen gibt es einen ähnlichen Erreger wie HIV beim Menschen, den FI-Virus (Feline Immunodeficiency Virus).

Bei der Vogelgrippe oder der Schweinegrippe wiederum vermutet man den Ursprung in Asien, wo Menschen und Nutztiere wie Hühner teils auf engstem Raum und unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenleben. Durch Veränderung im Erbgut könnte der Virus sich so gewandelt haben, dass er statt Vögel oder Schweinen nun auch den Menschen befallen kann.

Lebewesen wie Tiere, Pflanzen und Menschen können sich durch Veränderung ihres Erbguts an neue Umweltbedingungen anpassen. Krankheitserreger können das ebenfalls. So kommen dann bislang unbekannte Krankheiten in die Welt.

Text: -jj- 27.3.2012 // Bilder:  Helicobacter Pylori PD ; Windpocken Hannofichtner cc-by-sa 3.0 ; Moskito: PD

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