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Die Frage der Woche: "Wer hat die erste Rakete erfunden?"

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Die Frage der Woche: "Wer hat die erste Rakete erfunden?"

Jede Woche beantworten wir euch Fragen zu allen möglichen Themen. Heute fragt uns Jerrit E. aus Berlin: "Wer hat die erste Rakete erfunden? Hier erfahrt ihr die Antwort



Heute verbinden wir Raketen mit Mondflügen und dem Space Shuttle. Doch die ersten verbürgten Raketenstarts fanden schon im 13. Jahrhundert in der Schlacht von Kai-Keng in China statt! Im Kampf gegen die einfallenden Mongolen wurden von Schwarzpulver getriebene Raketen gegen die Angreifer verschossen.

Sie glichen vom Prinzip her unseren Feuerwerksraketen. Dabei wurden ganze Salven gegen die Angreifer abgeschossen. Die attackierenden Mongolen wurden durch diese fliegende, rauchende und stinkende Waffe in Angst und Schrecken versetzt.
 


Eine Fliegende Lanze 1555 in Hermannstadt

Aus dem Jahr 1555 ist der erste Start einer Rakete aus Europa überliefert. Er fand im rumänischen Hermannstadt statt. Dieser Flugkörper bestand schon aus drei Stufen, so wie auch moderne Raketen aus mehreren Stufen bestehen. Auch besaß er dreieckige Flügel, damit er stabiler in der Luft lag.

 
Foto: Robert Goddard, Raketenpionier aus den USA. Er entwickelte die erste Rakete, die mit flüssigem Treibstoff angetrieben wurde.



Angetrieben wurde die sogenannte Fliegende Lanze durch ein Gemisch verschiedener brennbarer Pulver. Die damaligen Konstrukteure experimentierten sogar mit verschiedenen Zusammensetzungen der
Treibladung.


In England und Österreich wurde Anfang des 19. Jahrhunderts mit Raketen als Waffe experimentiert. Unter anderem kam die von William Congreve entwickelte Rakete bei der Völkerschlacht in Leipzig zum Einsatz.




Foto: Der Sputnik, der erste Satellit, der die Erde umkreiste. Er löste den sogenannten Sputnik-Schock aus, der schließlich zum Mondprgramm der USA führte.

"Die Rakete zu den Planetenräumen"

So lautet der Titel der Doktorarbeit von Hermann Oberth. Darin beschreibt er seine Vision von Weltraumraketen, die Menschen ins All bringen sollten. Er führte Anfang des 20. Jahrhunderts wichtige Versuche mit Raketen durch. In den USA war es Robert Goddard, der Pionierarbeit auf diesem Gebiet leistete. Seine Raketen wurde erstmals mit flüssigem Treibstoff angetrieben.

 


In den 1920er Jahren experimentierte man auch bei Opel mit raketengetriebenen Flugkörpern. Dort wurden auch Messgeräte entwickelt, mit denen man die Schubkraft bestimmen konnte. Die Schubkraft gibt an, welches Gewicht eine Rakete befördern kann.

Abbildung: Schon 1903 entwickelte der Russe Ziolkowski das Konzept einer mehrstufigen Rakete. Diese kann höher fliegen und mehr Nutzlast transportieren als einstufige Raketen. Hier siehst du das Prinzip illustriert.



Wieder war es der Krieg, der zu weiterer Forschung führte. 1942 startete in Peenemünde die erste steuerbare und stabil fliegende Großrakete ab. Sie war der Vorläufer der berüchtigten V2-Rakete, deren Ziel meist englische Städte waren und die für Panik unter der Bevölkerung sorgte.

Nazis, die NASA und der Sputnik

 
Nach dem Krieg wurden von den Alliierten die Forschungsergebnisse der Nazis weiterverwendet. Viele Wissenschaftler wurden im Rahmen der Operation Paperclip in die USA gebracht.
Dort forschten sie weiter und entwickelten schließlich in Folge unter anderem die Saturn-Raketen, mit denen schließlich der erste Mensch auf dem Mond landete. Wernher von Braun war einer jener Wissenschaftler, der nach Kriegsende in den USA für die NASA arbeitete.

Der Start einer Saturn V-Rakete. An der Spitze der Rakete befindet sich die Raumkapsel Apollo 8. Das war die erste Mission, die Menschen zum Mond brachte. Die Astronauten waren die ersten, die die Rückseite des Mondes sahen.
Allerdings jagte vorher die Sowjetunion den Amerikanern einen gehörigen Schrecken ein. Denn der Sputnik war der erste Flugkörper, der die Erde in einer Umlaufbahn umkreiste. In der UdSSR war es insbesondere Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski, der wichtige Forschungsbeiträge leistete. So entwickelte er 1903 die sogenannte Raketengrundgleichung, mit der man das Verhältnis von Raketenmasse und Treibstoffmasse berechnen kann.

Außerdem entwickelte er das Konzept einer mehrstufigen Rakete. Dabei werden nach und nach leere Tanks und Triebwerke einer Rakete abgesprengt. So können große Lasten ins All transportiert werden. Nach und nach wird die Rakete immer leichter und kann mehr Nutzlast in größere Höhen bringen, als einstufige Raketen. Nur so konnte man schließlich den Mond erreichen.

Übrigens ...

Das Wort Rakete leitet sich ab vom italienischen rocchetta für Spindel und bezieht sich auf die langgestreckte Form einer Rakete.

Text: -jj- 28.9.2012 // Bilder: Mehrstufenschema NASA/PD; Goddard NASA/PD; Sputnik NASA/PD; Saturn V NASA/PD;

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