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Der letzte Flug des Space-Shuttle

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Der letzte Flug des Space-Shuttle

Mit der Raumfähre Atlantis hat am 10. Juli 2011 zum letzten Mal ein Space Shuttle an der Internationalen Raumstation angedockt. Wenn sie am 20. Juli auf die Erde zurückgekehrt ist, wird das Shuttle-Programm der NASA Geschichte sein. Die USA werden dann kein bemanntes Raumfahrtprogramm mehr haben.


Der erste Flug eines Space Shuttle fand im Jahr 1981 statt. Bis 2011 wurden 135 Flüge durchgeführt.

Die NASA hatte sechs dieser Raumgleiter bauen lassen, wovon fünf (Atlantis, Challenger, Columbia, Discovery und Endeavour) raumflugtauglich waren.

Der erste Prototyp, die "Enterprise", diente nur zu Erprobungsflügen innerhalb der Erdatmosphäre und wanderte dann ins Museum. Die Challenger und die Columbia gingen bei schweren Unfällen mitsamt ihren siebenköpfigen Crews verloren.

Die letzte Shuttle-Mission

Verzögerungen bei der NASA hatten dazu geführt, dass das Shuttle-Programm nicht Ende 2010, sondern im Juli 2011 endet.

Dieses Mal schickte die NASA nur eine kleine Mannschaft ins All: Drei Männer und eine Frau.

Weil die anderen Raumfähren bereits Museumsstücke sind, steht keine Ersatzfähre für eine Rettungsmission mehr bereit. Sollte es Probleme mit der Rückkehr geben, dann müssten die Astronauten in russischen Sojus-Kapseln zur Erde zurückkehren und eine Zeit lang auf der Raumstation ausharren.

Bisher verlief die Mission nach Plan: Mit einem Bilderbuchstart vor 750.000 Zuschauern hob die "Atlantis" am 8. Juli 2011 zum letzten Mal von ihrer Startrampe ab.

Verpflegung für die Raumstation


Auf ihrem letzten Flug ins All bringt die Raumfähre mehr als 4200 Kilogramm Ersatzteile und andere Ausrüstungsgegenstände sowie rund 1200 Kilogramm Lebensmittel zur ISS - genug für ein Jahr.

Während ihres Aufenthaltes auf der Raumstation werden die vier US-Astronauten und die sechsköpfige Besetzung der ISS die ganze Zeit über mit dem Ausladen beschäftigt sein.

Der Rückflug der "Atlantis" zur Erde ist für den 20. Juli vorgesehen, möglicherweise wird die NASA die Mission aber noch um einen Tag verlängern.



Das Nachfolgeprogramm

Nach der  Columbia-Katastrophe (mehr darüber erfährst  du, wenn du auf den Link unten klickst) legte der damalige US-Präsident George W. Bush im Januar 2004 ein neues Weltraumprogramm auf, das die Ausmusterung des Space Shuttles ursprünglich auf den 30. September 2010 festlegte.

Das so genannten Constellation-Programm sah ab 2018 auch bemannte Mondflüge und ab Mitte des Jahrhunderts sogar bemannte Marsflüge vor.
Basis des Programms bildeten  herkömmliche Raketen und Raumkapseln, die auch Technologie des Space Shuttle weiterverwenden sollten. So wurde die Ares-Raketenfamilie entwickelt, die aus den Modellen Ares I und Ares V besteht.

Erfolgreicher Start

Die Ares I baut auf den Feststoffraketen (Booster genannt) des Space Shuttle auf.

Als erste Stufe wird eine gestreckte Version des Boosters verwendet. Bei der großen Ares V kommt dagegen ein vergrößerter Außentank mit zwei gestreckten Boostern zum Einsatz. Durch das Zurückgreifen auf Shuttle-Hardware sollte viel Zeit für Entwicklungsarbeit gespart werden.


Der erste Teststart Ares I-X zu einem suborbitalen Flug gelang am 28. Oktober 2009. Die Rakete stieg auf 46 Kilometer Höhe empor, beschleunigte dabei auf Mach 4,7, also fast fünffache Schallgeschwindigkeit,  und erprobte die Trennung der einzelnen Stufen.

Kein Geld für die bemannte Raumfahrt

Am 1. Februar 2010 verkündete US-Präsident Barack Obama die Einstellung des kompletten Constellation-Programmes mit Ares I, Ares V und dem Orion-Raumschiff noch im Jahr 2010.
Der US-Präsident hielt das Projekt angesichts der Finanzlage der Vereinigten Staaten für finanziell nicht tragbar.

Mit dem Ende des Shuttle-Programms verschwinden in der Region um das Kennedy Space Center in Florida nahe Cape Canaveral insgesamt 27.000 Arbeitsplätze.

Die drei ausgemusterten Raumfähren sollen in verschiedenen Museen in den USA ausgestellt werden.


Hoffnung auf private Investoren

Die Rettung für die bemannte Raumfahrt der USA könnte von privater Seite kommen. Privatunternehmen wollen in naher Zukunft Touristen in die Erdumlaufbahn befördern. Für diesen Zweck wurde das SpaceShip Two gebaut, ein privates Raumflugzeug von The Spaceship Company, einem Gemeinschaftsprojekt der Unternehmen Virgin Group und Scaled Composites. Auch zu diesem Thema findest du einen Artikel in den Links unten.

 
Bei der NASA findest du mehr Informationen über das Weltraumprogramm, historische und aktuelle Missionen - leider nur in englischer Sprache.

Wenn Du dich für Sterne und Weltall interessierst, dann schau dir doch mal den "Was ist Was" Band 6 "Die Sterne" an.

Oder Band 16 "Planeten und Raumfahrt"

Oder Band 102 "Unser Kosmos"

Weitere Infos zum Space Ship Two findest du hier (in englischer Sprache).


Text: RR, Stand 11. 7. 2011, Bilder: NASA, Virgin Galactic (Spaceship 2)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt