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Daniel Gabriel Fahrenheit Physiker und Erfinder

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Daniel Gabriel Fahrenheit Physiker und Erfinder

Wenn wir vom Wetter reden, messen wir die Temperatur in Grad Celsius. Die englischsprachigen Länder messen dagegen in Grad Fahrenheit. Benannt ist diese Einheit nach dem deutschen Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit, am 24. Mai 1686 in Danzig geboren.

Die Familie Fahrenheit gehörte im 17. Jahrhundert zu den angesehensten Bürgerfamilien. So wuchs der junge Daniel im Wohlstand auf.
 Weil seine Eltern früh starben, ging er im Jahr 1702 nach Amsterdam und begann dort eine Kaufmannslehre.


Foto: Ein Thermometer mit Temperaturanzeige in Grad Celsius und Fahrenheit.

Nebenbei beschäftigte er sich mit der Physik und versuchte Meßinstrumente zur Auswertung seiner Experimente zu entwickeln.

Lehr- und Wanderjahre


Zur Erweiterung seiner Kenntnisse unternahm er weite Reisen nach Skandinavien und England, besuchte neben seiner alten Heimatstadt Danzig auch die deutschen Städte Berlin, Halle, Leipzig und Dresden.


In dieser Zeit hatte er Briefkontakt mit vielen wichtigen Gelehrten dieser Epoche: In Kopenhagen ließ er sich 1708 von dem Astronomen Ole Römer zum Bau eines Thermometers anregen. In Halle tauschte er sich mit dem Universalgelehrten und Mathematiker Christian Wolff aus.


Mit Gottfried Wilhelm Leibniz diskutierte er in Briefen über eine Quecksilber-Tropfuhr zur Längenbestimmung auf See und über den Bau eines Spiegelteleskops.


Glasbläser und Instrumentenbauer



Nach mehr als zehn Jahren unsteten Lebens auf Reisen kehrte er 1717 nach Holland zurück. In Amsterdam ließ er sich als Glasbläser nieder, wo er Barometer, Höhenmesser und Thermometer entwickelte und verbesserte.

1724 schlug er die später nach ihm benannte Temperaturskala vor.



Fahrenheits Temperaturskala


Anfang des 18. Jahrhunderts gehörte die Wetterkunde noch zu den Aufgaben eines Astronomen. Deswegen war Fahrenheits Besuch bei dem dänischen Astronomen Ole Römer wegweisend für seine spätere Arbeit.

Römer war der Erste, der ein Thermometer entwickelte, das sich an zwei festen Punkte orientierte. In seiner Skala liegt der Gefrierpunkt des Wassers bei 7,5 Grad, der Siedepunkt bei 60 Grad und die durchschnittliche Körpertemperatur eines Menschen bei 22,5 Grad.

Abbildung: "Urform des Thermometers"



Zum Vergleich: Beim heute gebräuchlichen Celsius-Thermometer sind der Schmelzpunkt des Wassers als null Grad und der Siedepunkt als 100 Grad definiert.


Die  Fahrenheit-Skala unterteilt diesen Abstand in 180 Teile: Der Gefrierpunkt des Wassers liegt bei 32° Fahrenheit und der Siedepunkt bei 212° Fahrenheit.


Fahrenheit wählte als Nullpunkt seiner Temperaturskala die tiefste Temperatur des strengen Winters 1708/1709 in seiner Heimatstadt Danzig. Mit einer Kältemischung aus Eis, Wasser und Salmiak oder Seesalz  konnte er diesen Fixpunkt wieder herstellen (17,8° C). Fahrenheit wollte dadurch negative Temperaturen vermeiden. Diese traten bei der Römer-Skala schon im Normalgebrauch auf. Celsius hatte sein Thermometer zu dieser Zeit noch nicht erfunden.


Fahrenheit gelang es als erstem Wissenschaftler, ein eichbares Thermometer herzustellen. Erst diese Eichung erlaubte eine serienmäßige Produktion von Thermometern.


Ein Tüftler bis ins Grab


In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte sich Fahrenheit mit dem Bau einer Maschine zum Entwässern überschwemmter Landstriche, ein Projekt, an dem sich auch die Regierung der Niederlande sehr interessiert zeigte.


Als er 1736 in Den Haag weilte, um die Wasserhebemaschine zum Patent anzumelden, erkrankte er und starb am 16. September 1736 im Alter von nur fünfzig Jahren.

Wenn dich die Temperaturmessung interessiert, dann kannst du unter diesem Text noch einen Artikel über Anders Celsius lesen. Einfach den entsprechenden Link anklicken.


Text: RR, Stand 23. 5. 2011, Bilder: PD

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