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Biowaffe Milzbrand: Der schleichende Tod

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Biowaffe Milzbrand: Der schleichende Tod

Im Herbst 2001 war in den Nachrichten häufig die Rede von Biowaffen und Milzbrand. In den Vereinigten Staaten haben sich mehrere Menschen mit dem Milzbrand-Erreger angesteckt, ein Mensch ist sogar gestorben.

Sie alle hatten merkwürdige Briefe per Post erhalten, darin war ein seltsames weißliches Pulver.Kurz darauf hat sich herausgestellt, dass es sich bei der pudrigen Substanz tatsächlich um Milzbrand-Erreger handelte. Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß.

Auch bei uns in Deutschland waren daraufhin die Sicherheitsbestimmung in den Postzentren verschärft worden. Jeder seltsame Brief wurde mit besonderer Sorgfalt untersucht. Obwohl bundesweit mehrere verdächtige Briefe gefunden wurden, hat sich der Milzbrand-Verdacht in keinem Fall bestätigt. Zum Glück!

Aber was ist Milzbrand eigentlich, woher kommt die Krankheit und wie kann man sie heilen?

Infektion und Übertragung

Milzbrand oder auch Anthrax ist eine Krankheit, die hauptsächlich bei Tieren auftritt. Milzbrand erhielt seinen Namen, weil die Milz bei kranken Tieren vergrößert ist und so verfärbt ist, dass sie wie verbrannt aussieht.

Besonders häufig betroffen sind Huftiere, wie Schafe, Rinder, Schweine Ziegen oder auch Pferde. Meist entwickelt sich die Krankheit in warmen Ländern, in Deutschland ist der Milzbrand selten.

Beim Menschen tritt die Krankheit eigentlich nur berufsbedingt auf. Zum Beispiel in der Landwirtschaft, der Viehhaltung oder Fleischverarbeitung. Die Erkrankung wird durch Bakterien hervorgerufen, die weltweit vorkommen.

Menschen können sich durch das Schlachten von infiziertem Vieh, oder von Produkten von erkrankten Tieren wie Häuten, Leder, Wolle usw. anstecken. Menschen können sich nicht gegenseitig mit Milzbrand anstecken.

Milzbrand als biologische Waffe

Wie gefährlich der Milzbrand für den Menschen ist, zeigt sich daran, dass Militärs schon vor über 50 Jahren mit dem Erreger als Waffe experimentiert haben. Den Wissenschaftlern war es gelungen die Bakterien soweit zu erforschen, dass sie den Erreger künstlich herstellen konnten.

Im 2. Weltkrieg haben die Briten Versuche mit dem Milzbranderreger vorgenommen. Die schottische Insel Guida ist noch heute mit dem Erreger so verseucht, dass das Betreten für jeden Besucher lebensgefährlich und deshalb strikt verboten ist.

Heute besitzen eine ganze Reihe von Staaten Milzbrand-Erreger als Kampfmittel, die zum Beispiel mit Raketen oder Granaten verschossen werden könnten, auch terroristische Anschläge etwa über die Trinkwasserversorgung sind denkbar. Bis Herbst 2001 hielt es allerdings kaum jemand für möglich, dass solche Waffen wirklich eingesetzt werden.

Anzeichen der Krankheit

Es gibt unterschiedliche Formen des Milzbrandes. In der Regel tritt die Aufnahme der Bazillen durch Haut auf, das ist bei kleinen Wunden besonders leicht möglich.

Beim Lungenmilzbrand müssen die Erreger tief eingeatmet werden. Die weitere Möglichkeit ist der Darmmilzbrand. Er entsteht durch den Verzehr von rohem Fleisch oder ungekochter Milch von erkrankten Tieren.

Beim Hautmilzbrand entstehen rote Knötchen mit einem schwarzen Zentrum auf der Hautoberfläche, daraus entwickeln sich eitrige Bläschen und schließlich große Eiterbeulen. Das kann zu einer Blutvergiftung führen.

Der Lungenmilzbrand verläuft wie eine schwere Lungenentzündung. Am Anfang haben die Patienten Fieber und fühlen sich unwohl, auch Muskelschmerzen und ein Druckgefühl sind häufig. Danach treten hohes Fieber, Schüttelfrost, Husten und Atemnot auf.

Beim Darmmilzbrand leiden die Patienten an blutigem Erbrechen und blutigem Stuhl, das kommt von der schweren Darmentzündung.

Aus allen drei Milzbrandformen kann sich eine Blutvergiftung entwickeln, an der die erkrankten Personen sehr schnell sterben.

Lungen- und Darmmilzbrand verlaufen ohne oder bei verspäteter Behandlung innerhalb von 2 bis 3 Tagen tödlich.

Behandlungsmöglichkeiten bei Milzbrand

Es ist also wichtig die Krankheit möglichst schnell zu erkennen und zu behandeln. Operationen sind streng verboten, weil sich so die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Krankheit erhöht.

Die Patienten müssen isoliert werden, das Krankenhauspersonal Handschuhe tragen.

Sehr gute Erfolge bei der Behandlung der Krankheit haben die Ärzte mit Penicilin (einem Medikament, hergestellt aus Schimmelpilzen und eingesetzt zur Heilung bakterieller Erkrankungen) gemacht.
Es wird in hohen Dosen gespritzt oder als Infusion verabreicht. Die Behandlung wirkt sehr gut, so dass kaum mit bleibenden Schäden zu rechnen ist.

Die USA haben Ende letzten Jahres damit begonnen, ihre Soldaten gegen Milzbrand zu impfen. Ärzte und Wissenschaftler in Deutschland raten von solchen Schutzimpfungen jedoch ab. Die Nebenerscheinungen der Impfungen seien zu groß, das Risiko sich tatsächlich mit Milzbrand zu infizieren zu klein.

-sw- Stand: 08.04.02

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