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Aufbruch ins Weltall Landesausstellung in Mannheim

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Aufbruch ins Weltall Landesausstellung in Mannheim

Der Weltraum, unendliche Weiten ... Früher oder später wird der Mensch dahin gehen müssen, wo noch kein irdisches Wesen seinen Fuß gesetzt hat zu den Sternen. Bis der Mensch den Samen irdischen Lebens hinaus ins All trägt, ist es aber noch ein weiter Weg. Die Baden-Württembergische Landesausstellung Abenteuer Raumfahrt Aufbruch ins Weltall in Mannheim zeigt, welche Schritte schon getan wurden und welche noch getan werden müssen, damit der Mensch sich dauerhaft ins All erheben kann.

Eröffnet wurde die Ausstellung am 27. September 2006 mit Unterstützung von ganz oben. Der Astronaut Thomas Reiter sandte ein Grußwort aus der Umlaufbahn nach Mannheim. Der deutsche ESA-Astronaut befindet sich seit Juli 2006 als erster europäischer Astronaut auf einer Langzeitmission an Bord der Internationalen Raumstation ISS.

Nicht nur für Thomas Reiter, auch auf der Erde ist der Weltraum längst im Alltag präsent. Bestes Beispiel dafür sind wohl die immer weiter verbreiteten Navigationssysteme. Ohne Satelliten im All und ohne Einsteins Theorien über Raum und Zeit wären sie nicht möglich.

Sonnenwind bläst Lichter aus

Auch zur Sicherung irdischer Kommunikation und Stromversorgung ist Wissen über und aus dem All notwendig. So, wie es Satelliten gibt, die das irdische Wetter beobachten, gibt es auch Satelliten, die das Weltraumwetter im Blick haben. Natürlich regnet und schneit es nicht im Weltall. Dafür gibt es elektromagnetische Stürme und Teilchenschauer, die auf die Erde niederprasseln und schwere Störungen hervorrufen können. So ist ein schwerer Stromausfall in Kanada im März 1989 auf einen Teilchenschauer der Sonne zurückzuführen.

Auch das im August entdeckte Loch in der Öl-Pipeline in Prudhoe Bay, Alaska, könnte entstanden sein, weil die Pipeline durch Weltraumstrahlung geschwächt wurde. Die elektrisch geladenen Teilchen tragen, kurz gesagt, dazu bei, dass die Pipelines schneller rosten (für Fachleute: korrodieren).


Sieht so das Hotel der Zukunft aus? Modell "Berlin" der Firma Form-X Design und Modellbau

Abenteuer Raumfahrt Aufbruch ins Weltall

Auf die Frage, wozu Weltraumforschung denn gut sein soll, kann man also ganz praktisch antworten: Für das tägliche Leben. Wer dabei mitreden will, sollte sich auf den Weg nach Mannheim machen. Im dortigen Landesmuseum für Technik und Arbeit ist, in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Mannheim, bis 9. April 2007 die Dauerausstellung Abenteuer Raumfahrt - Aufbruch ins Weltall zu sehen.

Zu übersehen ist die Ausstellung kaum: Bis April ist das Landesmuseum auch von außen weithin als Raumstation erkennbar. Ein großer Raumfahrer schwebt über dem Gebäude und weist so schon von weitem gut sichtbar auf das aktuelle Ausstellungsthema hin. 1000 Quadratmeter Fensterfläche des Museums sind mit gelochter Spezialfolie beklebt, die, von innen gesehen, den Sternenhimmel simulieren.

Interaktive Ausstellung Museum zum Mitmachen

Innerhalb des Museums kann man an 15 interaktiven Multimediastationen die wichtigsten Etappen der Raumfahrt nachvollziehen, von der Vergangenheit bis in die Zukunft. Anhand vieler Originale und Nachbauten sollen Faszination und Wagemut deutlich werden, von denen die ersten Weltraumforscher und Astronauten angetrieben wurden.

Die Ausstellung ist in neun große Bereiche unterteilt. In der Lobby der Visionen erfährt man mehr über all jene Menschen, die die Raumfahrt durch ihre Ideen und Träume vorangebracht haben. Neben bekannten Namen wie Hermann Oberth oder Wernher von Braun erfährt man dort auch mehr über Namen aus anderen Kulturkreisen, die den Aufbruch ins Weltall in ihren Gedanken vorwegnahmen, wie der Russe Ziolkowski oder der Chinese Wan Hu.


Wer die Strapazen des Abflugs überstanden hat, muss auch im All nicht auf seine Coke verzichten: Originalgerät, dass mit der Endeavour ins All flog.

In der Abteilung Blick ins All erfährt man mehr über die Geschichte der Weltraumforschung. Was wussten die Griechen und Römer über den Aufbau der Erde und des Weltalls? Was wissen wir heute dank Hubble und Satellitentechnik?

In der Abteilung Astronautentraining geht es ans Eingemachte. Was muss ein Astronaut können? Wie belastbar muss er körperlich und geistig sein? Hier erfährst du am eigenen Körper mehr über das, was ein Astronaut lernen muss, bevor er schließlich von der Startrampe abhebt Gleichgewichtstraining, Geschicklichkeitsparcours und ein Neigebett sind die Herausforderungen, denen Du dich stellen kannst.

Durch eine Luke betrittst du schließlich eine Raumstation und kannst einen Blick auf den All-Tag im Weltraum werfen. An Bord der Raumstation ist diese Ausstellungsstrecke betitelt. Wie ordnet man sein Leben, wenn in der Schwerelosigkeit oben und unten, rechts und links so gut wie bedeutungslos sind? Kann man sich auch im All zu Ruhe betten? Was ist mit der Hygiene an Bord? Welche Aufgaben haben die einzelnen Team-Mitglieder?


Ein original russischer "Lunochod 2". Er wurde auf russischen Mondmissionen eingesetzt.

Zum Teil noch Zukunftsmusik, zum Teil schon heute Realität: Die Erforschung fremder Welten. Wie sehen Sonden aus, die die Gluthölle der Venus erforschen? Was erwartet uns auf dem Saturnmond Titan? Wie steuert man über Millionen Kilometer hinweg einen Roboter auf dem Mars? Das kannst du auf einem Mars-Parcour selbst ausprobieren!

Kinder auf dem Weg zum Mars

Speziell für Kinder bis etwa zehn Jahre gibt es den Kinderkosmos Space for Kids. In Gruppen machen sich die Nachwuchsastronauten auf den Weg zum Mars. Unter Anleitung geschulter Mitarbeiter werdet ihr weltraumtauglich ausgerüstet und durchlebt einen Tag auf einer Raumstation: Essen, Trinken, Schlafen und Arbeiten ist angesagt.

Die übrigen Abteilungen beschäftigen sich ebenfalls auf interessante und interaktive Weise mit Fragen wie: Was ist nötig, um Menschen und Material ins All zu befördern? Wie sieht die Erde durch Forschungssatellitenaugen aus? Kann man mit Satelliten die Wellenhöhe messen? Ist die Erde wirklich eine Kugel? Wie sieht Deutschland von oben aus?

Oldtimer aus dem Weltraum

Bei allen Stationen haben die Ausstellungsmacher seltene Exponate (= Ausstellungsstücke) auftreiben können: Sei es der Nachbau der Apollo-Kapsel, die als Studiokulisse des ZDF (rechts) während der Mondlandung diente oder ein lebensgroßes und gewaltiges Modell von Cryosat, der Umweltbeobachtungen vornimmt. Auch das unbemannte russische Mondfahrzeug Lunochod 2 ist zu bewundern.

Außerdem ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, mit vielen Workshops speziell für Kinder und Jugendliche, in denen ihr selbst Roboter baut und steuert und noch vieles mehr. Von Januar bis März findet auch eine Kinder-Universität statt. Zudem gibt es viele Vorträge mit spannenden Fragen: Wem gehört das Weltall? Kann man tatsächlich Mondgrundstücke kaufen? Darf jeder einen Satelliten betreiben? Wieso fallen sie nicht herunter? Gibt es Leben auf dem Mars?

Fachkundige Wissenschaftler und Vortragende geben Antworten auf diese und noch viel mehr fragen. Das umfangreiche Programm findest du hier und hier. Die Ausstellung dauert noch bis April 2007.

Hier findest du wunderschöne Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops

Hier gibt es Informationen zu den Gefahren durch Weltraumwetter


Hier findest du die Begrüßungsrede zur Eröffnung der Ausstellung von Thomas Reiter im Wav-Format

Hier erfährst du mehr über den All-Tag von Thomas Reiter auf der ISS

Hier siehst du immer den akutellen Ort der ISS und den anderer Satelliten (Englisch)

Hier erfährst du mehr über den russischen Weltraumpionier Ziolkowski

Wenn Dich die unendlichen Weiten des Weltalls und das kraftvolle, funkelnde Leuchten der Sterne faszinieren, dann wirf doch auch mal einen Blick in unseren WAS IST WAS-Band 6: Die Sterne

oder in den WAS IST WAS-Band 16: Planeten und Raumfahrt

Text: -jj- 27.10.2006 // Bilder: © Spacehotel Form-X Design- und Modellbau; Sternfolie, Lunochod 2, © LTA; Studio, Cola-Automat, ISS-Stationsmodell © LTA/Luginsland

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt