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Apollo 1 Unfall auf der Startrampe

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Apollo 1 Unfall auf der Startrampe

Vor 35 Jahren, am 27. 1. 1967 mündete der Traum vom 1. Mondflug in eine Flammenhölle. Drei Astronauten starben während einer Simulation. Die Katastrophe verzögerte das Apollo-Programm um 10 Monate.

1967 leiteten die Amerikaner das Apollo-Programm ein, das die bemannte Mondlandung realisieren sollte. Nach zwölf Probeflügen sollte der erste Astronaut vor Ende des Jahrzehnts seinen Fuß auf den Mond setzen. Niemand hatte mit einer Katastrophe gerechnet.

Eine erfahrene Crew

Am 27. Januar 1967 um 15 Uhr Ortszeit sollten die drei Astronauten ein Routinetraining absolvieren. Zwei der drei Männer hatten bereits Weltraumerfahrung: Der 40jährige Oberstleutnant Virgil "Gus" Grissom, war schon mit Mercury geflogen. Der 36jährige Oberstleutnant Edward White hatte im Rahmen des Gemini-Projekts sogar einen Weltraumspaziergang absolviert. Nur für den 36jährigen Korvettenkapitän Roger Chaffee war die Raumfahrt noch neu. Apollo 1 hätte sein erster Start werden sollen.

Feuer im Raumschiff

Erst am 21. Februar hätte Apollo 1 sich auf einem Feuerstrahl ins All bewegen sollen. Am 27. Januar war die Saturn 1B Rakete nicht aufgetankt. Es sollte die routinemäßige Simulation eines Countdowns werden. Das Training lief genauso wie ein echter Raumflug ab. Die Startzentrale war voll besetzt. Sechs Stunden lang lagen Grissom, White und Chaffee auf ihren Sitzen, der Countdown war bei unter 10min angelangt, als plötzlich ein Schrei aus den Lautsprechen der Bodenstationen gellte: ´FEUER IM RAUMSCHIFF!´

Keine Überlebenden

Auf den Bildschirmen der automatischen Fernsehüberwachung war ein Blitz zu sehen. Noch zweimal schrie jemand ´Feuer´, doch nach etwa 15 Sekunden brach jeder Sprachkontakt ab. Alarmsirenen heulten, Bodenmannschaft und Feuerwehrleute rasten zur Startrampe. Erst 14 Minuten nach dem Alarm, um 18.45 Uhr, trafen die ersten Helfer an der Kapsel ein. Qualm stieg aus dem Raumschiff , die Kapsel glühte - es war zu spät! Die Männer der Rettungsmannschaft brachen zusammen. Trotz ihrer Schutzmasken mußten 27 von ihnen später in Krankenhäuser gebracht werden.

Erst nach vier Stunden konnte die Kapsel von aussen geöffnet werden. Es dauerte weitere acht Stunden, bis die verbrannten Leichen der drei Insassen geborgen werden. Die Autopsie ergab Tod durch Ersticken. Zwar boten die Raumanzüge einen gewissen Schutz vor dem Feuer, da aber ihre Sauerstoffleitungen im Anzug schon verbrannt waren, atmeten die Astronauten giftige Dämpfe ein.

Suche nach der Ursache

Sieben Monate nach der Katastrophe ergab ein 3000 Seiten dicker Abschlußbericht immer noch keinen exakten Befund. Die Analyse ergab eine erdrückende Fülle an Fahrlässigkeit und Leichtsinn. Die Experten vermuteten einen Kabelbrand in einem Schacht unterhalb der Sitze, verursacht durch einen Kurzschluß. Infolge der reinen Sauerstoffatmosphäre mit einem Überdruck von 0,1 bar lag die Brandgefahr weitaus höher als bei normaler Luft. Durch den Überdruck sollten Staub und Schmutz vom Schiff abgehalten werden. Die auf ihren Sitzen angeschnallten Astronauten konnten durch die vorhandene Schwerkraft ihre Sitze kaum verlassen und die Kabinentür öffnen. Diese ließ sich nur von außen öffnen.
Dazu kam, dass der Startturm während der Übung verlassen und der Strom für die Aufzüge abgeschaltet war. Daher dauerte es 14 Minuten bis die Rettungsmannschaft eintrafen.

Als Konsequenz wurde der Innenraum der Kapsel umkonstruiert. Unbrennbare oder schwer entflammbare Kunststoffe ersetzten die brennbaren Plastikteile, Schaltkontakte wurden funkensicher gemacht. Man entwickelte sogar unbrennbares Schreibpapier. Statt reinem Sauerstoff enthielt die Kabinenatmosphäre bei Tests nun Stickstoff und Sauerstoff im Verhältnis 60:40.
Bei den späteren Bodentests stand immer eine Hilfsmannschaft in Asbestanzügen bereit. Eine stählerne Rutsche und eine Seilbahn wurden auf der Rampe installiert.

Die Katastrophe von Cape Kennedy hätte das Apollo-Programm fast zu Fall gebracht, verzögerte es um 10 Monate.
Die Zahl der geplanten Übungsflüge wurde gekürzt, um im Wettrennen um den Mond mit den Russen mithalten zu können. Am 20. Juli 1969 erreichte Apollo 11 den Mond, und Neil Armstrong setzte als erster Mensch seinen Fuß auf die Mondoberfläche.

Bei der NASA findest du mehr Informationen und Bilder über die Apollo-Mondflüge - leider nur in englischer Sprache.

Eine interessante deutsche Seite ist das Apolloprojekt.de.

-rr- 21. 1. 2002 Fotos: NASA

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt