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Ampère entdeckt den Elektromagnetismus

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Ampère entdeckt den Elektromagnetismus

André Marie Ampère wurde am 20. Januar 1775 in der Nähe von Lyon in Zentralfrankreich geboren. Seinen Vater verlor er in den Wirren der Französischen Revolution. Schon als Kind war er sehr wissbegierig und interessierte sich für die Welt um sich herum. Ohne eine klassische Schulausbildung zu genießen, beschäftigte er sich selbst eingehend mit Botanik, aber auch mit Psychologie. Menschen, die sich wie Ampère das Meiste selbst beibringen, nennt man Autodidakten.

Schließlich studierte er Mathematik und Physik und wurde in beiden Fächern Professor an verschiedenen Instituten. Ampère wird auch als Universalgelehrter bezeichnet, weil er eingehend mit sehr vielen Wissenschaftsgebieten seiner Zeit vertraut war. Heute gibt es keine Universalgelehrten mehr, weil das Wissen viel zu groß ist.

Die Experimente Oersteds

1820 wurde Ampère auf die Experimente des Dänen Hans Christian Oersted aufmerksam. Der experimentierte mit Strom und Magnetisums. Oft lud Oersted anlässlich einer wissenschaftlichen Vorführung Freunde zu sich ins Haus. Bei einer dieser Gelegenheiten wollte er die Erwärmung eines Drahtes durch elektrischen Strom demonstrieren. So etwas war damals noch ziemlich spektakulär, denn man kannte elektrischen Strom erst seit Kurzem und seine Eigenschaften wurden eingehend untersucht.

Neben den elektrischen wollte Oersted auch noch magnetische Experimente durchführen und hatte deshalb auch einen Kompass im Zimmer stehen. Als er nun die Erwärmung des Drahtes durch Strom demonstrierte, bemerkte er verblüfft, dass sich die Kompassnadel jedes Mal dann bewegte, wenn er den Strom einschaltete. Das war sehr erstaunlich, weil man Elektrizität und Magnetismus für zwei völlig getrennte Erscheinungen hielt.

Die Erklärung Ampères

Als Ampère davon hörte, machte er die Experimente sofort nach und erweiterte sie. Er bemerkte, dass sich zwei parallele, vom Strom in die gleiche Richtung durchflossene Drähte anziehen. Schließlich entdeckte Ampère auch, dass man die Drähte zu Ringen, so genannten Spulen biegen kann.

Das von Ampère erfundene Galvanometer. Empfindliche Geräte sind sehr wertvoll und werden in Handarbeit hergestellt. Die besten sind genauer als moderne, elektronische Messinstrumente. Illustration: Honina/GFDL/Wikipedia

Fließt Strom durch eine solche Spule, dann entsteht ein Magnetfeld. Die Stärke des Magnetfeldes hängt dabei davon ab, wie oft der Draht der Spule gewickelt ist. Je mehr Wicklungen, desto stärker das Magnetfeld. Ampère hatte den Elektromagnetismus entdeckt und gab ihm als erster auch diese Bezeichnung! Ein Ergebnis dieser Forschungen und Experimente war das so genannte Galvanometer. Damit kann man elektrische Ströme und Spannungen sehr exakt messen.

Schnell entwickelte der begabte Forscher eine Theorie dazu und stellte 1826 sein Hauptwerk vor, in dem er seine sämtlichen Gedanken und Experimente zusammenfasste: "Theorie der elektro-dynamischen Erscheinungen". Damit legte er den Grundstein zur Elektrodynamik, die wesentlich zum modernen Leben mit all seinen Elektromotoren, Telekommunikationsmitteln und Messinstrumenten auf der Elektrodynamik aufbaut.

Text: -jj- 19.9.2005

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