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Allergiker aufgepasst!

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Allergiker aufgepasst!

Endlich Frühling - doch die Pollen und Blüten bedeuten für viele auch Schnupfen und Niesen. Jedes siebte Kind in Deutschland hat Heuschnupfen, jedes dritte hat asthmatische Beschwerden. Tendenz steigend. Immer mehr Menschen sind Allergiker. Aber, was bedeutet das eigentlich?

Was ist eine Allergie?
 
Eine Allergie bekommt man, wenn man auf einen als körperfremd empfundenen Stoff überempfindlich reagiert. Solch eine Substanz nennt man auch Allergen. Allergene können Staub, Hausmilben, Tierhaare, Schimmelpilz, Pollen blühender Pflanzen aber auch fremdes Eiweiß, bestimmte chemische Stoffe oder Früchte wie Erdbeeren oder Nüsse sein.

"Allergie-Karriere"

Schon Babys können eine Allergie, zum Beispiel gegen Hühnereiweiß entwickeln. Haben schon kleine Kinder Allergien wie auf Hausstaubmilben, so bekommen sie häufig weitere Allergien dazu, und erkranken später oft auch an Asthma. Diese Entwicklung wird auch als "Allergie- Karriere" bezeichnet.

Wichtig: Früherkennung!

Um solch einer Karriere vorzubeugen, ist die Früherkennung von Allergien wichtig. Ärzte sollten schon bei kleinen Kindern genau untersuchen, ob und welche Allergien auftreten. Dann kann richtig behandelt werden und man kann vor weiteren Allergien vorbeugen.

Allergie-Tests

Ob ein auftretender Juckreiz, gerötete Haut, Pusteln, Schnupfen oder Atemnot eine allergische Reaktion ist, kann man durch unterschiedliche Tests herausfinden. So gibt es Hauttests, bei denen einem gezielt bestimmte, allergienauslösende Substanzen auf die Haut, oft auf den Unterarm, aufgebracht und anschließend ganz fein angeritzt werden. Reagiert die Haut dann durch Rötung oder Quaddeln, hat man die ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion. Diese muss dann noch genauer untersucht werden.

Antikörper Immunglobulin E

Dann gibt es auch Bluttests, durch die der Anteil des Antikörpers Immunglubolin E (abgekürzt IgE) im Blut gemessen wird. Das Immunsystem kann körperfremde Erreger, die auch Antigene genannt werden, erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her. Diese Antikörper werden auch Immunglobuline genannt. Das IgE ist vor allem in der Haut und in den Schleimhäuten zu finden. Kommen Allergene auf der Haut und den Schleimhäuten mit IgE in Berührung, bewirkt das IgE eine Veränderung in der Funktion verschiedener Zellen. Das führt dazu, dass aus den Zellen Stoffe ausgeschüttet werden, die eine Entzündungsreaktion, zum Beispiel der Nasenschleimhäute, hervorrufen.

Asthma und Heuschnupfen

Unter Asthma versteht man eine Erkrankung der Atemwege, bei der die Schleimhaut der Atemwege entzündet ist. Dadurch sind die Atemwege überempfindlich. Bei einem entsprechenden Reiz ziehen sich die Muskelfasern zusammen, die ringförmig in den Wänden der Luftröhrenäste (Bronchien) angeordnet sind. Dadurch verengen sich die Bronchien, und es kommt zu Atemnot mit pfeifenden und brummenden Atemgeräuschen und Husten.

Pollen sind der Auslöser für Heuschnupfen

Heuschnupfen, medizinisch Pollinose oder Rhinitis genannt, greift dagegen die oberen Luftwege an. Es ist eine Überreaktion des Körpers gegen bestimmte Eiweißkomponenten in Blütenpollen. Pollen gelangen während der Gräser- und Baumblüte in die Luft. Sie bewirken an den Schleimhäuten der Atemwege, der Nase und den Augen eine allergische Reaktion, etwa tränende Augen, eine laufende Nase, Asthma und rote Hautbereiche.

Ärzte haben festgestellt, dass fast 80 Prozent aller Patienten mit Asthma auch an Heuschnupfen leiden. Deshalb sollten die beiden Atemwegserkrankungen auch gemeinsam behandelt werden.

Was hilft im Alltag?

Am besten geht man den allergieauslösenden Stoffen aus dem Weg. Wie? Zunächst muss man genau wissen, auf welche Stoffe man allergisch reagiert. Hat man eine Lebensmittelallergie zum Beispiel auf Erdbeeren, Nüsse oder chemische Zusatzstoffe, so muss man die Produkte meiden, in denen diese enthalten sind.

Katzenhaare: Gefährlich für Asthmatiker

Bei Allergien gegen Stoffe, die in der Luft herumschwirren, ist die Sache schon schwieriger, denn man sieht sie nicht oder kaum, aber sie sind dennoch vorhanden, wie Hausstaubmilben, Schimmelpilz, Tierhaare und Blütenpollen. Mittlerweile gibt es schon viele Hersteller, die sich auf Allergiker eingestellt haben. So werden spezielle Matratzen, Kissen und Decken oder Bezüge angeboten, die milbendicht sind und sich die winzigen Hausstaubmilben nicht einnisten können. Oder es gibt Pollenschutzgitter, die davor schützen, dass Pollen durch geöffnete Zimmer in die Wohnung dringen. Um aufgewirbelten Hausstaub zu vermeiden gibt es spezielle Filter für die Staubsauger.

Heuschnupfenkandidaten sollten darauf achten, dass ihre Wäsche während der Pollenflugzeit nicht im Freien getrocknet wird. Idealerweise wird die Wäsche in den Wäschetrockner gesteckt, denn der Blütenstaub verirrt sich auch in den Keller oder ins Badezimmer.

Schimmelpilzallergiker sollten auf jeden Fall auf Pflanzen mit frischer Erde in ihrem Schlafzimmer verzichten, denn dort lagern sich die Schimmelpilze gerne an.

Zum Thema "Allergien früh erkennen und handeln" veranstaltet das Deutsche Grüne Kreuz e.V. vom 04. bis 09. April eine bundesweite Aktionswoche. Zahlreiche Gesundheitsämter, Apotheken und Kindertagesstätten halten Inforamtionsmaterial zum Thema Allergien bereit.

Mehr Infos auf der Website des Deutschen Grünen Kreuzes.

-ab-30.03.05 Text (auf Basis Pressemitteilung DGK e.V.) / Fotos: Mann, naseputzend: Image Source; Aktionsplakat: DGK e.V. ; Baumblüte /Katzenkopf: WAS IST WAS TV / H5B5.

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