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Windenergie am Schneebergerhof - Teil I

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Windenergie am Schneebergerhof - Teil I

Windenergie wird immer wichtiger. Ihr kennt sicher die großen Windräder, die an besonders windreichen Orten in Deutschland stehen. Eine dieser riesigen Windkraft-Anlagen findet man am Schneebergerhof bei Gerbach in Rheinland-Pfalz. Nun soll die Anlage erneuert werden. Und wir sind für euch vom Grundstein bis zum fertigen Windrad mit dabei.


Auch in anderen Ländern, wie hier in Dänemark, gibt es riesige Windkraftanlagen.

Warum wird die Anlage erneuert?

Das Erneuern der Anlage ist eine Repowering-Maßnahme. Damit beschreibt man das Ersetzen alter Elektrizitätswerke durch leistungsfähigere Vertreter. Denn mit fortschreitender Technik werden die elektrischen Generatoren immer kleiner und dabei auch leistungsfähiger. Nun wird auch die Windkraft-Anlage am Schneebergerhof  II gegen ein neues Modell ausgetauscht.

Das momentane Windrad hat einen Rotor mit einem Durchmesser von 66 Meter. Der Rotor selbst hat einen Abstand von 67 Meter vom Erdboden. Das gesamte Windrad ragt also ganze 100 Meter in die Höhe! Dabei erzeugt das Kraftwerk ca. drei Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr, damit werden ganze 870 Haushalte versorgt.

Die neue Anlage, genannt "E 126", wird sogar die dreifache Menge Strom erzeugen. Es werden also pro Jahr über 2600 Haushalte mit Strom versorgt. Insgesamt wird das neue Windrad auch doppelt so groß wie sein Vorgänger sein. Mit einer Höhe von 200 Meter überragt es dann sogar den Kölner Dom. Der misst nämlich nur etwas über 157 Meter an seiner höchsten Stelle.


Hier seht ihr das Fundament für das neue und leistungsstärkere Windrad am Schneebergerhof. Foto: juwi/Gerhard Löffel

Ein starkes Fundament als Grundstein



Natürlich braucht so ein riesiges Bauwerk einen festen Halt. Diesen erhält das Windrad durch ein starkes Fundament. Damit bezeichnet man die Verankerung der Anlage im Boden. Insgesamt wird  der Untergrund 3,45 Meter tief und 25,50 Meter lang. Er wird mit insgesamt 1049 Kubikmeter Beton gefüllt. Und um diese riesige Menge Beton anzuliefern werden gut 150 LKW benötigt.

So viel Beton ist aber auch nötig, denn die fertige Anlage ist starken Kräften ausgesetzt. Winde und die Schwerkraft erzeugen starke Spannungen. Insgesamt wirkt eine Normalkraft von 64709 Kilonewton senkrecht auf das Fundament ein, horizontal wirken noch einmal 2480 Kilonewton. Newton ist dabei eine Maßeinheit für die Stärke einer Kraft.

Eine 21 Tonnen schwere Eisenbahn hat z.B. eine durchschnittliche Zugkraft von 300 Kilonewton beim Anfahren. Das bedeutet also bildlich, dass das Fundament der Windkraft-Anlage von etwa 216 Lokomotiven nach unten und rund acht Lokomotiven zur Seite gezogen wird. Die Anlage würde also ohne entsprechenden Halt sofort einstürzen. Deshalb wird das gesamte Fundament mit speziellem Beton äußerst stabil gebaut.


Der wichtigste Baustoff: Beton



Beton ist eine Mischung aus Zement, einer sogenannten Gesteinskörnung und Anmachwasser. Der Zement wird aus verschiedenen Gesteinen wie Kalkstein hergestellt. Diese Steine werden gemahlen und dann zu kleinen Kügelchen gebrannt. Diese werden mit Gips vermengt und nochmal fein gemahlen und schon habt ihr Zement.


In solchen Betonmischern wird der frische Beton angeliefert.


Zusammen mit den kleinen Steinchen aus der Gesteinskörnung und dem Anmachwasser wird der Beton nach dem Trocknen eine unglaublich feste und haltbare Masse. Jetzt muss der Beton mit LKWs zur Baustelle transportiert werden.

Diese Betonmischer kennt ihr sicher. Hinten auf dem Wagen haben sie eine große Trommel, in der sich der Beton befindet. Dauerhaftes Drehen lässt ihn nicht fest werden, so dass er frisch zur Baustelle gebracht werden kann. Nach dem Anliefern wird er mit einer Betonpumpe in die Baugrube befördert. Danach härtet er aus und das Fundament der neuen Anlage E 126 ist fertig.

Wie ihr also seht, ist einiges geplant auf der Baustelle am Schneebergerhof. Und natürlich versorgen wir euch gleich mit neuen Infos, wenn der Bau der riesigen Anlage weiter voran schreitet.

07.04.2010 // Text: Sebastian Billmeier; Bilder: Windkraftanlage Dänemark: Dirk Goldhahn (cc-by-sa 2.5), Windrad: Hadhuey (GNU 1.2, cc-by-sa 3.0), Betonmischer (pd)

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