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Wie der Computer die Motten bekam

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Wie der Computer die Motten bekam

Wenn jemand vor seinem Computer sitzt und von einem "Bug" spricht, dann hat er meist Sorgenfalten auf der Stirn, denn dann geht es um einen Fehler im Computerprogramm. Schlimmstenfalls können diese Bugs das System zum Absturz bringen. Im Englischen bedeutet "Bug" ursprünglich "Käfer", "Wanze" oder "Motte". Dass der Computer nun sozusagen auf die Motte kam, war einem Zufall zu verdanken, der sich 1945 abgespielt hat:

Vorläufer

Schon 1889 soll der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison einen technischen Defekt als "bug" bezeichnet haben, weil er ein Insekt als Störenfried beim Ausprobieren seines Phonographen, dem Vorläufer des Grammophons, vermutete. So wurde Bug mit der Zeit ein geläufiger Begriff für einen technischen Fehler.

Auf den Computer wartete 1945 der erste, bekannte Bug

Damals stand im amerikanischen Cruft Laboratorium der Universität Harvard einer der ersten Großrechner der Welt, der Harvard Mark II. Dieser riesige Computer arbeitete noch mit mechanischen Relais. Ein elektromechanisches Relais ist ein Bauelement, das als Schalter einen Stromkreis steuert.

Wie eine Motte berühmt wird

Eines Tages ging die Maschine nicht mehr, denn eine Motte hatte sich in einem der Schalter festgeklemmt. Am Institut arbeitete die Computer- Wissenschaftlerin Grace Murray Hopper, eine der ersten Computer-Pionierinnen der US-Navy. Sie entdeckte den "Bug", eine Motte, entfernte das Insekt und klebte es in ihr tägliches Fehler-Logbuch ein.

Der Beweis: das Fehlerprotokoll

Damit war das erste historisch dokumentierte "debugging", also "Entmotten" oder "Fehler beheben" eines Systems durchgeführt und konnte auf den Tag genau festgelegt werden: Es fand am 09. September 1945 statt. Im Protokoll vermerkte die Computerspezialistin: "First actuel case of bug being found" - "Der erste aktuelle Fall von Fehler / Insekt, der / das gefunden wurde."

Das Dokument samt mit Klebestreifen befestigtem Tier kam im US-Marine-Waffenzentrum in Dahlgren, Virginia ins Archiv und kann im dortigen Computer-Museum bestaunt werden.

Bug, Debugging und Debugger

Heutzutage sind "Bug" und "Debugging" oder "Debugger" wichtige Begriffe der Computerwelt: Unter "Debugging" versteht man noch immer die Behebung von Fehlern. Aber heute geht es im Allgemeinen nicht mehr um Insekten, sondern um Hilfsprogramme die in Programmen nach Fehlern suchen. Diese Hilfsprogramme nennt man auch "Debugger". Fehler werden noch immer als "Bugs" bezeichnet, die Fehlersuche als "Debugging".

-ab- 08.09.2005 Text / Foto: http://kj.uue.org/papers/cim/node3.html

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