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Werner von Siemens: Not machte ihn erfinderisch

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Werner von Siemens: Not machte ihn erfinderisch

Werner von Siemens war unbestritten einer der größten deutschen Wissenschaftler und Unternehmer. Dabei betrachtete der gelernte Offizier das Erfinden jahrelang vor allem als lukrative Nebentätigkeit, um seine vielen Geschwister zu versorgen. Erst nach durchschlagenden Erfolgen widmete er sich ganz der Technik.

Geboren wurde er als Werner Siemens am 13. Dezember 1816 in der Nähe von Hannover. Er war der älteste von insgesamt zehn Kindern. Deshalb hatten seine Eltern auch kein Geld, ihm nach dem Gymnasium seinen Studienwunsch Ingenieur zu erfüllen. Stattdessen trat er in die Armee ein und wurde, zu seinem Glück, in die Artillerie- und Ingenieurschule nach Berlin abkommandiert. Hier beschäftigte er sich auch außerhalb der Dienstzeit jede freie Minute mit Physik, Chemie und Technik.

Erfinden als Nebenjob

Nachdem Mutter und Vater früh verstorben waren, verpflichtete sich Werner Siemens, seine jüngeren Geschwister zu versorgen. Deshalb begann er mit dem Erfinden. Dabei konzentrierte er sich ganz auf praktische Dinge, denn er musste ja vor allem Geld beschaffen. So entstanden die Kunststeinpresse und ein Dampfmaschinenregler. Ein von ihm entwickeltes Verfahren der Versilberung und Vergoldung wurde von seinem Bruder Wilhelm gewinnbringend nach England verkauft.

Siemens als Held der Nation

Über Nacht berühmt wurde der junge Offizier jedoch durch die Verlegung der ersten unterirdischen Fernleitung, die von Frankfurt nach Berlin führte. Für dieses große Vorhaben hatte der Erfinder des Zeigertelegrafen gemeinsam mit dem Universitätsmechaniker Halske 1848 eine Telegrafenbaugesellschaft gegründet. Er selbst entwickelte sämtliche Einzelteile, die für eine brauchbare Nachrichtentechnik notwendig sind. Als nun die Frankfurter Nationalversammlung im selben Jahr den preußischen König zum deutschen Kaiser ausrief, war das in nicht einmal einer Stunde in Berlin bekannt. Die Welt staunte und Siemens war der Held der Nation.

Aufträge aus aller Welt

Von nun ab brauchte sich Siemens keine Sorgen mehr um sein Auskommen zu machen. Er wurde mit Aufträgen aus aller Welt überschüttet und legte seinen Militärdienst endgültig nieder. Sein Unternehmen kam derart in Schwung, dass Siemens und Halske aus ihrer kleinen Werkstatt in eine Fabrik umzogen. In den kommenden Jahren war der Betrieb vollauf damit beschäftigt, Telegrafenlinien in ganz Europa zu verlegen. Gebirge, Steppen und riesige Ozeane waren dabei kein Hindernis. Sogar die Riesendistanz von London nach Kalkutta in Indien wurde in einer abenteuerlichen Aktion bewältigt.

Bahnbrechende Erfindungen

Doch Siemens machte noch weitere bahnbrechende Erfindungen. Auf sein Konto gehen u.a. die elektrische Straßenbeleuchtung, die ersten Fernsprecher, die erste elektrische Straßenbahn der Welt und die erste Dynamokraftmaschine, die die industrielle Ausnutzung der Elektrizität ermöglichte. Parallel dazu entwickelte sich die Firma Siemens zu einem wahren Giganten. 1.100 Arbeiter waren 1885 dort beschäftigt, weshalb man einen ganzen Berliner Stadtteil Siemensstadt taufte.

Unternehmen von Weltrang

Für seine Mitarbeiter sorgte Siemens mustergültig. Er schuf, viel früher als der Staat, eine Pensionskasse für Krankheitsfälle, Unfälle und den Lebensabend. 1892 erhielt der Unternehmer den Adelstitel und durfte sich seitdem von Siemens nennen. Nach seinem Tod im selben Jahr ging das Unternehmen an seine Söhne über. Heute zählt der Konzern weltweit zu den führenden Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Über 460.000 Mitarbeiter in mehr als 190 Ländern arbeiten für die deutsche Firma.

Nic 13. 12. 2001 / Pressebild Siemens

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