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So arbeitet ein Gezeitenkraftwerk

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So arbeitet ein Gezeitenkraftwerk

Bei Saint Malo befindet sich das legendäre Gezeitenkraftwerk, das seit 40 Jahren mit Hilfe von Ebbe und Flut Strom erzeugt. Es steht an einer Stelle, wo der Tidenhub 14 m beträgt. Ein 750 m langer Damm staut den Fluss zu einem 22 km² großen See auf. 24 Rohrturbinen im Innern des Damms arbeiten bei Ebbe und bei Flut. An jede Turbine ist ein Generator angeschlossen. Durch die Turbinen fließt bei Flut von der Meeresseite, bei Ebbe von der Buchtseite her Wasser.

Günstige Grundvoraussetzungen

Die außergewöhnliche geographische Lage ist von großem Nutzen: mit einem Durchfluss von bis zu 18 000 Kubikmetern pro Sekunde und einem Tidenhub, der bis zu 14 Metern erreicht, füllen und leeren die Gezeiten die Mündung zweimal täglich. Die Produktion deckt damit 3 Prozent des Strombedarfs der Bretagne.

Natürlich Energiequellen nutzen

Die Gezeitenkraftwerke nutzen die Energie der zweimal am Tag an jeder Stelle der Ozeane auftretenden Ebbe und Flut. Diese Wellenberge entstehen durch die Gravitationskraft zwischen Mond und Erde.

Sanfte Energiegewinnung mit Tücken

Darüber hinaus hat sich ein neues ökologisches Gleichgewicht in der Mündung der Rance eingestellt, so dass dort heute vielfältige Tierarten leben. Andererseits sind solche Projekte immer ein tiefer Eingriff in die betroffenen Ökosysteme: Beispielsweise stellt der Damm eine für Meeresbewohner praktisch unüberwindbares Hindernis zwischen Meer und Bucht dar. Stark an die ursprünglichen Bedingungen angepassten Arten kann damit die Existenzgrundlage entzogen werden.

Besucher ausdrücklich erwünscht

Im Innern des Staudamms befindet sich ein Besucherzentrum, in dem die Technik des Kraftwerks an Schaubildern und mit Videovorführungen erläutert wird. Von dort aus kann man auch in die gewaltige Turbinenhalle blicken.

Weitere Projekte in Planung

Die Idee der Nutzung der Gezeiten zur Energieerzeugung ist etwa 100 Jahre alt. Weitere, sehr viel größere Kraftwerke sind in vorläufiger Planung. Unmittelbare Gefahr geht für Menschen, Tiere und Pflanzen bei der Nutzung der Wasserkraft nicht aus.

Im Falle eines Einsatzes in großem Maßstab müssen aber die ökologischen Auswirkungen für jeden geeigneten Standort genauestens abgeschätzt werden. Auch soziale bzw. wirtschaftliche Folgen - beispielsweise für den Fischereibetrieb - müssen betrachtet werden.

28.11.02 sw- // -jj- 4.12.2007; Bild: Electricités de Frances

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