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Richard Buckminster Fuller

Berühmte Personen

Richard Buckminster Fuller

Am 10.7.1895 wurde das Allroundgenie Richard Buckminster Fuller geboren. Berühmt sind seine geodätischen Kuppelbauten. Nach ihm wurde eine spezielle Form von Kohlenstoff Fulleren benannt, deren chemische Struktur an seine Kuppelbauten erinnert.

Richard Buckminster Fuller (Spitzname Bucky) wurde in Milton im US-Bundesstaat Massachusetts geboren. 1913 begann er in Harvard zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Jahren ab. Nach Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg ging Buckminster Fuller zur Marine. Schon damals erwies er sich als genialer Tüftler: 1917 erhielt er für die Entwicklung eines Mastes mit Ausleger für die Bergung von Wasserflugzeugen eine hohe Militärauszeichnung.

Bauen und Entwickeln

1922 gründete er zusammen mit seinem Schwiegervater J. M. Hewlett eine Baufirma, die in der Weltwirtschaftskrise nicht überlebte. 1927 entwarf er ein transportables Einfamilienhaus, das später als 4-D-House bekannt wurde.
In den nächsten Jahren folgten weitere Entwürfe energie- und / oder materialarmer Konstruktionen. Alle folgten dem technischen Grundprinzip, durch geringste Energie- und Materialaufwendung mit Hilfe aller wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten den größten Nutzen zu erreichen.

1932 gründete er die Dymaxion Corporation in Bridgeport, Connecticut. Seine patentierten Ideen wurden teilweise unter dem Warenzeichen ´Dymaxion´ vermarktet. In dieser Zeit entstand
Fullers Dymaxion Car, ein leider verkehrsunsicheres, stromlinienförmiges Auto auf drei Rädern. Auf dem Foto steht es neben einem Ford Modell, das zur gleichen Zeit auf dem Markt war.

Kuppeln und Kugeln

Während des Zweiten Weltkrieges entwickelte Fuller seinen Dymaxion-Wohncontainer weiter. Runde Grundrisse, Bullaugen und flache Kuppeldächer ergaben die äußere Gestalt. Später befasste sich Fuller zunehmend mit systematischen Untersuchungen räumlicher Tragwerkkonstruktionen, mit denen sich schnell, kostengünstig und mit möglichst geringer Oberfläche ein größtmöglicher Raum überspannen ließ.

So entwickelte er die auf regelmäßigen Vielflächen basierenden geodätischen Kuppeln. Sie basieren auf einer Weiterentwicklung von einfachsten geometrischen Grundkörpern, sind extrem stabil und mit geringstem Materialaufwand realisierbar. Das Konstruktionsprinzip wurde 1954 patentiert. In den folgenden Jahren entstanden überall auf der Welt Rundbauten, die auch in vielen Science-Fiction-Filmen als Kulisse auftauchten. Sein bekanntestes Gebäude wurde die Kugel des US-Pavillons auf der Weltausstellung 1967 in Montreal (Foto), deren Plastikhülle bei Reparaturarbeiten 1976 Feuer fing und verbrannte. Damit hatten seine Pläne, ganze Stadtteile mit solchen Kuppeln zu überspannen, kaum noch Chancen auf Verwirklichung.

Geodätisch?

Unter einer geodätischen Linie versteht man die kürzeste Verbindungslinie zweier Punkte auf einer Fläche; in der Ebene sind die geodätischen Linien Geraden, auf der Kugel Großkreisbögen.

Ein globaler Denker

Richard Buckminster Fuller hat als einer der Ersten das Wirken der Natur als durchgängiges systemisches Wirken unter ökonomischen Prinzipien (Material- und Energie-Effizienz) gesehen. In seinem Buch Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde machte er sich frühzeitig für globale Sichtweisen stark. Ein anderer wichtiger Aspekt war für ihn das Entdecken von nutzbaren Synergien (=Zusammenwirken verschiedener Kräfte, Stoffe oder Faktoren zu einem Ganzen, dessen Nutzen größer ist als der, der einzelnen Bestandteile; oder wenn einer vom Mitwirken des anderen profitiert und umgekehrt), ein Begriff, den er mit prägte.

Sein technisches Grundprinzip -- den größten Nutzen mit möglichst geringem Energie- und Materialverbrauch zu erreichen -- ist in seinem ganzen Lebenswerk spürbar. Viele seiner Aussprüche wie "Don´t fight forces - use them" ("Bekämpfe nicht die Kräfte - nutze sie") oder "Think global - act local" ("denk global - handle lokal") sind zu geflügelten Worten geworden.

Fuller starb 1983 in Los Angeles, Kalifornien. Als 1985 das C-60 Kohlenstoffmolekül entdeckt wird, nennen die Forscher es in Anlehnung an die Form der geodätischen Kuppel "Buckminsterfulleren" oder kurz "Fulleren".

Text: RR 11. 7. 2005
Bilder: Build Amerika (Buckminster Fuller ganz oben und Autos)

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