Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Luftfahrtpionier Henri Giffard

Berühmte Personen

Luftfahrtpionier Henri Giffard

1852 glückte der erste Flug mit einem motorisierten Luftfahrzeug: Am 24. 9. legte der französische Ingenieur Henri Giffard eine 28 Kilometer lange Strecke zurück. Doch es dauerte 50 Jahre, bis Graf Zeppelin an diese Entwicklung anknüpfte und ein verkehrstüchtiges Luftschiff baute.

Bild: Henri Giffard

Der Franzose Henri Giffard (1825 - 1882) war von Dampfmaschinen begeistert. Nach einem Studium im College Bourbon begann er als technischer Zeichner bei der Eisenbahnlinie St. Germain. Durch Verbesserungen an Dampfmaschinen verdiente er ein Vermögen.

1850 half er dem französischen Ingenieur Jullien beim Bau eines Luftschiffes, dessen Propeller von einem Uhrwerk angetrieben wurde. Da er mit Dampf als Antrieb von Lokomotiven vertraut war, nahm er an, dass dies auch ein Antrieb in der Luftfahrt werden könnte. 1851 meldete er ein Patent auf die "Anwendung des Dampfes in der Luftschiffahrt" an. Zusammen mit zwei Jungingenieuren machte er sich an den Bau eines Luftschiffes, das im darauffolgenden Jahr (1852) zum ersten Mal abhob.

 

Bild: Giffards zweites Luftschiff



Am 24. September 1852 glückte der erste Flug mit einem motorisierten Luftfahrzeug: Bei fast völliger Windstille legte Giffard mit seinem Luftschiff eine 27,5 Kilometer lange Strecke zurück. Er startete in Paris, überquerte Versailles und landete schließlich in Elancourt bei Trappes. Die 44 Meter lange "Zigarre" mit einem Durchmesser von zwölf Metern und einem Gasinhalt von 2500 Kubikmetern bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde durch die Lüfte.

Das Luftschiff bestand aus einem zigarrenförmigen Gasballon, der von einer 3 PS starken Dampfmaschine angetrieben wurde, welche eine dreiblättrige Luftschraube bewegte. Während sich Triebwerk und Pilot in der untergehängten Gondel befanden, stand Giffard auf einer Plattform, an der auch die Schraube angebracht worden war. Ein dreieckiges Segel am Heck diente als Steuer. Ein Anker sollte die Landung erleichtern.

Erst knapp drei Jahre später hob Giffard mit einem neuen, verbesserten Luftschiff ab, doch diesmal explodierte das Luftfahrzeug bei der Probefahrt. Giffard und sein Begleiter entkamen den Flammen unverletzt.

Obwohl Giffard eine epochale Erfindung gelungen war, wurde deren Entwicklung nicht weiter verfolgt. Jahrzehntelang blieb Giffards Pionierleistung ein Einzelfall. Die Verbesserung seiner Entwicklung erlebte Giffard nicht mehr, er starb 1882. 

Zwei Jahre später konstruierten Charles Renard und A. C. Krebs "La France", das erste steuerbare Luftschiff der Welt. Am 9. August 1884 bestand das torpedoförmige Flugobjekt mit einer untergehängten Gondel und seinem 9-PS-Elektromotor erfolgreich einen acht Kilometer langen Rundflug über Chalais-Meudon. Mit seinem elektrischen Propeller erreichte es eine Höchstgeschwindigkeit von 23,5 km/h.

Mehr über die Anfänge der Fliegerei erfahrt ihr im WAS IST WAS Band 10 Fliegerei und Luftfahrt.

Text: Roland Rosenbauer, 23. 9. 2002, Bild Luftschiff: PD.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt