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Industrieroboter im Einsatz

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Industrieroboter im Einsatz

Gefährliche oder komplizierte und schwere Arbeiten, etwa bei der Montage von Autos, werden immer mehr vom Kollegen Blech erledigt. Und sie werden auf immer mehr Gebieten eingesetzt, etwa als Wachroboter in Gebäuden oder als fliegende Drohnen zur Aufklärung beim Militär. Auch im alltäglichen Leben werden Roboter in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

Weltweit gibt es rund 700000 Industrieroboter, etwa die Hälfte davon in Japan. Sie schweißen, stanzen, heben und schieben ohne Unterlass, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr hindurch, ohne Streik und Lohnerhöhung. Nur krank sind sie ab und zu: wenn eine Schraube locker ist oder die Sicherung durchbrennt. Aber auch dann genügt der Besuch eines Monteurs - krankgeschrieben wird nicht.

Keine moderne Idee - Roboter

Der Schreitroboter "Dante II" beim Erforschen eines Vulkankraters. Für Menschen viel zu gefährlich.

Die Idee, anstrengende und eintönige Arbeit von Maschinen verrichten zu lassen, ist über 2000 Jahre alt. Damals wurden in Tempeln Türen und Statuen mit Dampf und Schnüren bewegt, was die Menschen völlig verblüffte. Erste Geschichten von künstlichen Menschen und Tieren sind sogar 2700 Jahre alt. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es eine meisterhaft gebaute künstliche Ente, die angeblich Futter, das man ihr gab, verdauen konnte.

Den Begriff "Roboter" gibt es erst seit 1920. Der tschechische Schriftsteller Karel Capek schrieb ein Stück über künstliche Arbeitssklaven. Er nannte die Maschinen "robota", nach dem tschechischen Wort für "Sklavenarbeit". Probleme gibt es in dem Stück, als die Maschinen so gebaut werden, dass sie sogar Gefühle haben. Schließlich lehnen sie sich gegen ihre Schöpfer, die Menschen, auf und vernichten sie.

Künstliche Intelligenz - künstliche Gefühle?

Wie werden Roboter einmal aussehen? Menschenähnlich? Foto: Heinz Nixdorf Museumsforum

Es gibt zwei Sorten von Robotern: Ferngesteuerte und mehr oder weniger selbstständig entscheidende, so genannte autonome Roboter. Die meisten sind ferngesteuerte Maschinen: Die Fertigungsroboter in der Fabrik arbeiten nach einem festen Programm, Bombenentschärfungsroboter werden durch ein langes Kabel gelenkt, ebenso wie der Erkundungsroboter "Upuaut", mit dem die Pyramiden von Gizeh erkundet wurden. Auch Sojourner" und "Pathfinder", die den Mars erforschen, sind nicht selbstständig.

Bis es wirklich autonome Roboter gibt, die nicht nach einem vorher festgelegten Programm handeln, wird noch viel Zeit vergehen. Vielleicht ist es auch ganz unmöglich, eine Maschine zu bauen, die so flexibel ist, wie ein Mensch. Denn eine solche Maschine braucht ungeheuer viel Wissen über ihre Umwelt und über sich. Ein Wissen, dass sich ein Mensch jede Sekunde seines Lebens aneignet. Momentan ist ein Kindergartenkind noch schlauer als jeder Roboter. Ein Mensch programmiert sich jeden Tag neu und lernt ständig Neues über sich und seine Umgebung - nicht zuletzt durch Gefühle. Und wie man die programmieren kann, und ob das überhaupt geht, ist völlig unklar.

Ein Roboterspielzeug - sogar selbstgebastelt. Foto: Lego League / Hands on Technology

Die Zahl an Hilfsrobotern, die Menschen unterstützen, wird also zunehmen, sei es in der Pflege, bei Operationen, beim Militär, als Wachroboter oder einfach als Spielzeug. Bis es aber Roboter gibt, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen kennt, wird noch viel Zeit vergehen. Aber es gibt schon Gesetze, die einem solchem Roboter einmal fest einprogrammiert werden sollten: die Robotergesetzte nach Isaac Asimov.

Das Gesetz der Roboter

Die Ideen des Schriftstellers werden von Roboterforschern ernsthaft diskutiert. Die drei Gesetze lauten:

1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.
2. Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen - es sei denn, ein solcher Befehl stünde im Widerspruch zum ersten Gesetz.
3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, so lange er damit nicht dem ersten oder zweiten Gesetz widerspricht.

Immerhin gibt es schon experimentelle Roboter wie Asimo, der auf zwei Beinen laufen kann oder Cog, der sich zwar nicht vom Fleck bewegen kann, dafür seine Umwelt wahrnimmt und darauf auch mit einer Form von Gefühlen reagiert. Die Zukunft wird auf jeden Fall spannend - 2050 sollen im Rahmen des jährlich stattfindenden "RoboCups" Roboter gegen Menschen beim Fußball antreten. Wer so lange nicht warten will, kann sich ja mit dem Roboterhund Aibo vergnügen - der macht immerhin keinen Dreck.

Erklärungen:

autonom kommt aus dem Griechischen und bedeutet, sich selbst die Regeln seines Handelns vorzugeben.

Rationalisierung (von Arbeitsplätzen) bedeutet meistens, dass Maschinen die Aufgaben von Menschen übernehmen. Es kommt von lateinisch "ratio", was so viel wie "Vernunft" bedeutet.

Cyborg Ein Cyborg ist ein Wesen, das aus biologischen und künstlichen Teilen besteht. Streng genommen könnte man schon Menschen mit einem Herzschrittmacher als erste Cyborgs bezeichnen. Später einmal sollen Teile des Gehirns durch Computer ersetzt werden.

Android Ein Android ist ein Roboter, der menschenähnlich gestaltet ist, also einen Kopf mit Augen, Ohren und Mund besitzt und womöglich sogar auf zwei Beinen läuft.

Hier erfahrt ihr mehr:

Die Homepage des "forum robotic" Bremen

Alle Texte bei WAS IST WAS, die sich mit Robotern befassen

Die deutsche Homepage des "RoboCup"

Hier findet ihr den WAS IST WAS-Band 37: Roboter

Hier findet ihr die WAS IST WAS-TV Folge Computer und Roboter

Leseprobe Wissenschaft und Technik 2000: Hat bald jeder Haushalt einen Putzroboter?

Text: -jj- 18.2.2005

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