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Felix Wankel - Leben für eine Idee

Berühmte Personen

Felix Wankel - Leben für eine Idee

Er gehört zu den großen Motoreningenieuren wie Nicolaus August Otto, Carl Benz, Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Rudolf Diesel: Felix Wankel. Rund 2 Millionen Autos sind bis heute mit seinem Kreiskolben-Motor gebaut worden. Aber auch in Schiffen und Flugzeugen ist er zu finden. Am 22. April 1957 fand der erste Testlauf des Wankelmotors statt.


Schon als Jugendlicher hatte Felix Wankel die Vision von seiner späteren Erfindung im Kopf. 1929 ließ er einen Motor patentieren, der - im Gegensatz zum verbreiteten Hubkolbenmotor - von einem kreisenden Kolben angetrieben wurde. Allerdings kam es erst am am 22. April 1957 zum ersten Testlauf des Wankelmotors. Dazwischen lagen 35 Jahre Forschungsarbeit, angefüllt mit Rückschlägen, Irrwegen, Enttäuschungen, aber auch mit Erfolgen.

Der Motor

Der Motor, in dem ein Rotationskolben anstatt senkrechter Kolben zum Einsatz kommt, kann bis zu einem Drittel leichter als herkömmliche Hubkolben- Fahrzeugmotoren sein. Das liegt daran, dass er weniger Zündkerzen, Kolbenringe und andere Maschinenteile benötigt.

Die Verbrennungsenergie wird ohne Umwege über die Hin-und-Her-Bewegung des Kolbens direkt auf einen dreieckigen, flachen Drehkolben übertragen, der in einem ovalen Gehäuse umläuft.

Nach vielen Änderungen betrug die Leistung des 250 ccm-Motors Ende des Jahres 1957 schließlich 29 PS bei 17.000 U/min. Kurzzeitig wurden sogar 22.000 U/min registriert. Insgesamt entstanden damals vier dieser Motoren, einer steht heute im Deutschen Museum in München. Wankel gründete eine Patentgesellschaft und war dadurch einer der wenigen Erfinder, der durch Beteiligungen an den Lizenzeinnahmen bis zu seinem Tode keine finanzielle Not leiden musste.

Die Euphorie

Das erste Auto mit Rotationskolben-Motor war der NSU Wankel Spider. Die ersten serienmäßig mit dem Wankelmotor ausgestatteten Personenkraftwagen liefen 1964 vom Band. Leistungsgesteigerte Wankel Spider fuhren 1,5- und 2-Liter-Hubkolben Wagen im Renneinsatz auf und davon. Erstmals besiegte ein Auto mit Rotationskolben-Motor andere Wagen mit Hubkolben-Motoren!

Bis 1974 kann von einer regelrechten Wankel-Euphorie gesprochen werden, gekennzeichnet von Lizenzeinnahmen weltweit, von der Vorstellung von Prototypen und den 1967 herausgebrachten Serien-Wankelautos NSU Ro 80 und Mazda Cosmo. Mercedes Benz baute in seinen Prototypen C-111 (Bild) ebenfalls einen Wankelmotor ein.

Rückschlag

Die Ölkrise und Investitionsscheue der Autohersteller führten zum jähen Ende der Euphorie: General Motors und Daimler-Benz gaben ihre Wankel-Projekte auf. Peugeot stoppte 1975 die Produktion der Konzerntochter Citroen, Audi verfuhr zwei Jahre später ebenso mit dem von NSU übernommenen Ro 80. Fast alle anderen Lizenznehmer beendeten ihre Arbeiten am Wankelmotor und nahmen sie nicht wieder auf. Nur Mazda baute Wankelautos unbeirrt weiter.

Japans Zukunftsvisionen

Schon 1961 vereinbarte Mazda eine Kooperation mit NSU. Seitdem hat der Kreiskolben-Motor seinen festen Platz bei den Japanern. Von 1967 bis heute hat Mazda über 15 Modelle mit Wankel-Motor produziert - der  RENESIS-Motor, der den Mazda RX-8 antreibt, weist den Weg in die Zukunft. Der Motor leistet beachtliche 184 kW (250 PS) bei 8.500 U/min. Mit dem RX-8 zeigt Mazda auf beeindruckende Weise, dass die Idee von Felix Wankel lebt.

Auf dieser Seite findest du mehr Informationen über Felix Wankel, sein Leben und seine Erfindungen.

Weitere Informationen bekommst du im WAS IST WAS Band 53: Das Auto.
 

Text: Roland Rosenbauer, 12. 8. 2002, akt. 2009, Fotos: Wartberg-Verlag, Softeis (NSU-Spider, GNU-FDL), Mercedes Benz.

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