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Ein Bild sagt mehr ...

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Ein Bild sagt mehr ...

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Vor 100 Jahren, am 17. Oktober 1906, wurde das erste Mal ein Bild per Funk übertragen. In Zeiten des Internet keine große Sache, doch damals geradezu revolutionär. Wir erzählen euch mehr über die Erfindung der Bildtelegraphie ...

Bilder innerhalb von Sekunden um den Erdball zu schicken, ist heute beinahe eine Selbstverständlichkeit das Internet macht es möglich. Doch vor hundert Jahren kam es fast einem Wunder gleich, ein Bild per Drahtleitung oder via Funk über eine größere Strecke zu übermitteln.

Mit Glasfasern können Daten mit Lichtgeschwindigkeit um die Erde verbreitet werden. Kein Vergleich zu den Anfängen der Kommunikationstechnik vor hundert Jahren.

Die ersten Ideen und Geräte dazu kamen schon um das Jahr 1835 auf. Alexander Bain entwickelte 1843 das erste funktionstüchtige Gerät. Die zu übermittelnde Nachricht wurde dabei mit einer speziellen Tinte auf eine Metallfolie aufgebracht. Im Gegensatz zum Metallzylinder leitete die Tinte keinen Strom weiter. Ein unter Spannung stehender Metallstab tastete den sich drehenden Zylinder ab. Dort, wo Text stand, wurde der Stromfluss durch die nichtleitende Tinte unterbrochen.

1851 eine Sensation
Auf der Empfängerseite wurde ebenfalls eine Metallspitze und besonderes Papier verwendet, das sich bei Stromfluss vom Sender blau verfärbte. Man erhielt also ein blau gefärbtes Papier mit weißem Text. Das Problem an dieser Technik war, dass man den Ursprungstext von einer Vorlage erst auf den Metallzylinder übertragen musste. Dennoch war das Gerät auf der Weltausstellung 1851 eine echte Sensation.

Der aus Breslau stammende Physiker und Mathematiker Arthur Korn entwickelte schließlich seit dem Jahr 1901 den Vorläufer unserer heutigen Faxgeräte. Vorteil seiner Technologie war, das man ein beliebiges bedrucktes Stück Papier übermitteln konnte, man musste keine besonderen Vorbereitungen treffen.

Licht lässt Strom fließen

Arthur Korn machte sich die Eigenschaften eines besonderen chemischen Elements zu Nutze Selen. Fällt Licht auf Selen, dann leitet es Strom sehr gut, im Dunkeln hingegen nicht. Daraus baute Arthur Korn einen Sensor, der an der Vorlage vorbei geführt wurde. An einer hellen Stelle leitete der Sensor Strom. An einer Stelle, die durch die Druckerschwärze eines Buchstabens oder durch einen Teil einer Zeichnung schwarz war, floss kein Strom durch den Sensor. So konnte jede beliebige Vorlage einfach abgetastet und in elektrische Impulse umgewandelt werden.

Der Prinz auf Draht

Am 17. Oktober 1906 gelang die Premiere: Arthur Korn sendete das Bild des Kronprinzen Wilhelm telegrafisch über eine Strecke von 1800 Kilometer. Aber die Technik war langsam: es dauerte zwölf Minuten, um ein Bild von Berlin nach Paris zu senden. Aber immerhin, es funktionierte.

Nicht jeder wird sich über die neue Erfindung gefreut haben. 1908 setzte die Polizei erstmals den Vorläufer unserer heutigen Faxgeräte dazu ein, einen Verbrecher in London zu identifizieren. Zu diesem Zweck ließ man sich ein Bild aus Paris kommen.

Auch die Presse hatte großes Interesse an der neuen Technik. Nun konnten Bilder wichtiger Ereignisse innerhalb kürzester Zeit Europa- und sogar weltweit ausgetauscht werden. Die französische Zeitschrift LIllustration war die erste,  die davon ausgiebig Gebrauch machte. Auch die Wissenschaften profitierten von dem Bild-Fernschreiber (=Bildtelegraph).

Aus diesen einfachen Anfängen entwickelte sich über verschiedene Zwischenstufen schließlich das heute bekannte Faxgerät. Die Entwicklung wurde besonders in Asien vorangetrieben. Denn herkömmliche Methoden der Nachrichtenübermittlung, etwa durch den Morsecode, waren durch die Vielzahl an Zeichen, die asiatische Sprachen besitzen, erschwert. Die bildhafte Übertragung kam daher sehr gelegen. Heute wird das Faxgerät zunehmend von Computer und Internet verdrängt.

Arthur Korn starb am 21. Dezember 1945 in New Jersey, USA. Weil er Jude war, floh er 1939 vor den Nazis aus Deutschland.

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Text: -jj- 13.10.2006 // Bilder: Fax: Leipnizkeks/GFDL; Bild Selen: Tomihahndorf/PD; Glasfaser BigRiz/GFDL

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt