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Die Titanic - ein Mythos auf dem Meeresgrund

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Die Titanic - ein Mythos auf dem Meeresgrund

Die Titanic ist eine Legende. Als der Ozeandampfer in der Nacht des 14. Aprils 1912 nach dem Zusammenstoß mit einem Eisberg in den Fluten des Nordatlantiks versank, kamen mehr als 1.500 Menschen ums Leben. Das Wrack des Luxusschiffes wurde trotz intensiver Suche erst am 1. September 1985 gefunden. Eine Bergung war zwar mehrfach geplant, wurde letztendlich aber nie erfolgreich durchgeführt.


Jahrzehntelang galt das berühmteste Wrack der Welt als verschollen. Obwohl 711 Passagiere die Katastrophe überlebt hatten, wusste niemand genau, an welchem Ort die Titanic untergegangen war. Die ersten Expeditionsteams wussten also nur ungefähr wo sie nach dem Schiffswrack suchen sollten. Das machte die Expeditionen sehr teuer. Außerdem war eine sehr aufwändige Ausrüstung notwendig. In eine Meerestiefe von ca. 4.000 Metern kann man nur mit speziell ausgerüsteten Unterwasserbooten tauchen.

Wettrennen zum Wrack

32 Jahre lang lieferten sich Forscher, Schatzsucher und Abenteurer aus der ganzen Welt ein regelrechtes Wettrennen um den Fund des Titanic-Wracks. Jeder wollte der erste sein, zumal man sich durch den Fund wichtige Informationen über den Hergang der Katastrophe erhoffte und wertvolle Schätze an Bord des versunkenen Schiffes vermutete. Immerhin waren damals vier der reichsten Männer der Welt an Bord gewesen. Denn die Jungfernfahrt des zu dieser Zeit größten, schönsten und angeblich sichersten Schiffes der Welt war ein gesellschaftliches Großereignis.

Mit Ultraschall zum Erfolg

Den Clou schaffte schließlich ein Forscherteam vom französischen ozeanographischen Institut unter der Leitung von Jean-Louis Michel. Mit modernster Video- und Ultraschalltechnik gelang es die Titanic aufzuspüren, oder zumindest das, was bis heute davon übrig geblieben ist: 41° 43´ Nord und 49° 56´ West, 450 Seemeilen vor der Küste Neufundlands war die genaue Position des fieberhaft gesuchten Wracks. Aus Angst vor Plünderern und aus Respekt gegenüber den vielen ertrunkenen Menschen wurde der genaue Fundort lange Zeit geheimgehalten.



Tauchfahrten zum Meeresgrund

Bis heute ist das Wrack der Titanic ein spannender Forschungsgegenstand der Wissenschaft. Immer wieder sind Spezialisten auf den Meeresgrund getaucht und haben die Titanic genau unter die Lupe genommen. Sogar für Touristen wurden Tauchfahrten angeboten. Zum stolzen Preis von 30.000 US-Dollar. Auch Regisseur James Cameron beteiligte sich ausführlich an den Tauchgängen. Seiner intensiven Recherche ist es zu verdanken, dass sein 1997 entstandener Kinofilm ein so realistisches Bild des Luxusschiffes gezeichnet hat.

Vom Meer verschlungen

Fast hundert Jahre liegt die Titanic nun auf dem Grund des Meeres. Klar, dass die Zeit nicht spurlos an dem wertvollen Wrack vorbeigegangen ist. Forscher wissen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, vielleicht von ein paar Jahrzehnten, bis von dem Schiff nur noch ein Haufen Schrott übrig ist. Der Hauptgrund: Massen von Bakterien, Würmern und Rost zerfressen den Schiffsleib aus Stahl und die hölzerne Einrichtung schneller als bislang angenommen.

Der Schatz der Titanic

Ein Glück für die Nachwelt, dass bis heute mehr als 6.000 Gegenstände aus dem Wrack gerettet werden konnten. Schmuck, Einrichtungsgegenstände, Briefe, Porzellan, Besteck, Postkarten, Kupfer- und Bronzegefäße, Toilettenartikel und vieles mehr. Die schönsten Stücke wurden auf verschiedenen Ausstellungen rund um den Globus gezeigt, u.a. 1998 bei einer der größten Schauen der Welt in der Hamburger Speicherstadt.



Das Wrack bleibt unten

Sicher fragt ihr euch jetzt, warum das Wrack der Titanic nie gehoben worden ist. An Ideen diesbezüglich hat es nie gemangelt. Schon 1914 gab es Vorschläge, den Rumpf mit Hilfe eines riesigen Magneten zu heben. Ein Brite wollte mittels Elektrolyse Sauerstoff für den nötigen Auftrieb im Schiffsrumpf erzeugen. Doch diese und weitere Pläne den Stahlkoloss zu heben erwiesen sich als unrealistisch. Selbst mehrere Versuche in den 90er Jahren nur Teile der Titanic zu heben gingen schief.

Der Mythos wird bleiben

Inzwischen haben Wissenschaftler einhellig beschlossen, die Titanic auf dem Meeresgrund ruhen zu lassen. Auch wenn sie nie mehr an die Oberfläche geholt wird - der Mythos wird bleiben vom größten, schnellsten und schönsten Luxusdampfer aus vergangenen Zeiten. Dafür sorgen auch in Zukunft zahlreichen Filme, Bücher und Dokumentationen.

Nic - 01.09.2005 / Fotos: Illustration Rank Kliemt, Buchcover: Titanic, Burgschmietverlag, Buchcover: Die letzten Geheimnisse der Titanic, Geo

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