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Die Erfindung des Telefons

Berühmte Personen

Die Erfindung des Telefons

Die Entwicklung des Telefons hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts begonnen. Besonders drei Männer waren entscheidend an der Erfindung und Verbesserung des Sprachübermittlungsapparates beteiligt.

Der Traum des Charles Bourseul

Der Telegrafenbeamte Charles Bourseul forschte in seiner Freizeit an Möglichkeiten zur Lautübertragung auf elektronischem Wege. Allerdings nahm seine Ideen niemand ernst. Die Öffentlichkeit des Jahres 1854 verlachte ihn als Spinner und Fantasten. Entmutigt von der Reaktion seiner Zeitgenossen, konnte Bourseul seine Pläne nicht umsetzten. Die "Telefon-Idee" geriet erstmal in Vergessenheit.

Philipp Reis (1834 - 1874) schuf das "Wursthaut-Telefon"

Philipp Reis war Mathematik- und Physiklehrer. Nach dem Unterricht verbrachte er jede freie Minute in seiner Scheune. Die hatte er nämlich in eine physikalisches Labor verwandelt. Sein liebstes Forschungsgebiet war es "Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung zu reproduzieren."

Dies gelang ihm, indem er eine hölzerne Ohrmuschel mit Wursthaut verklebte, um das menschliche Trommelfell nachzuahmen. An diesem brachte er einen Platinstreifen an. Zwischen dem Platinstreifen und dem "Trommelfell" war noch eine Feder befestigt, die mit einem Pol einer Batterie verbunden war. Der Drehpunkt des Platinstreifen war an dem anderen Pol der Batterie angeschlossen.

Die Schallschwingungen wurden in die Schwingungen der Wursthautmembran umgewandelt, die dann im selben Rhythmus den Stromkreis unterbrachen. Der Empfänger war eine Spule, in der eine Stricknadel steckte. Wenn der zerhackte Strom durch die Spule floss, erzeugte die Nadel Töne.

1861 führte er sein "Telefon" dem physikalischen Verein vor. Obwohl die Konstruktion funktionierte, beachteten die namhaften Wissenschaftler der Zeit Reis` Erfindung nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass die Übertragung nur einseitig möglich und die Qualität der Töne sehr schlecht war.

Alexander Graham Bell (1847 - 1922)

Alexander G. Bell war Lehrer für taubstumme Kinder. Als der gebürtige Schotte 1873 in den USA eine Privatschule eröffnete, begann er verstärkt sich seinem Hobby, der Physik, zu widmen. Er betrieb Versuche zur Mehrfachtelegraphie. Zum Beispiel übertrug er Töne verschiedener Stimmgabeln über eine Leitung. Mit einem Elektromagneten und einer Stimmgabel verwandelte er die elektrischen Signale wieder in Töne.

Bell erkannte schon bald, dass zur Übertragung von Sprache eine stetige Stromänderung notwendig war. Durch Zufall entdeckte er am 2. Juni 1875 die notwendigen Zusammenhänge um ein elektrisches Sprechtelefon zu bauen. Zusammen mit seinem Assistenten Watson machte er sich an die Arbeit.

Das Grund-Prinzip ihrer Konstruktion war die Umwandlung von Membran- in elektrische Schwingungen. Im Gegensatz zu der Reis`schen Erfindung unterbrach Bell den Stromfluss nicht, sondern ließ ihn im Rhythmus des Schallwellen schwingen.

1876 erhielt Bell das Patent auf sein Telefon. 1877 wurde die "Bell Telephone Association" gegründet. Bell musste insgesamt 600 Patentprozesse über sich ergehen lassen, da viele andere "Erfinder" plötzlich behaupteten, sie hätten vor ihm das Telefon (ohne zu wissen, dass es sich um das Telefon handelt) erfunden. Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelte das Bell`sche Telefon eine Art Vorreiterstellung, nicht zuletzt deswegen, weil der Wahlamerikaner als erster das Patent auf das Telefon erhalten hatte.

Als Bell 1922 starb waren in den USA schon 14.374.000 Haushalte an das Telefonnetz angeschlossen. Die rasante Verbreitung des Sprachübermittlungsapparates spricht für sich. Heute wäre ein Leben ohne Telefon unvorstellbar.

Thomas Alva Edison (1847 - 1931)

Die Grundform des heutigen Telefons schuf der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison. Er entwickelte das Kohlemikrofon, das er mit einem elektromagnetischen Hörer vereinigte.

In der Erlebniswelt findest du mehr über Alexander Graham Bell.

Text: RR 2001 - aktualisiert 6. 2. 2006

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