Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Der Strandkorb: Nostalgie an der Waterkant

Berühmte Personen

Der Strandkorb: Nostalgie an der Waterkant

Trotz Wind und Wetter Strand, Sand und Wellenrauschen genießen? Der Strandkorb macht`s möglich! Doch hättet ihr gedacht, dass das bequeme Sitzmöbel von der Waterkant schon 120 Jahre alt wird? 1882 wurde das erste Modell ausgeliefert als Sonderanfertigung für eine feine Dame.

Die rheumakranke Frau liebte das Meer und den Strand über alles. Jedes Jahr verbrachte sie ihre Ferien im mecklenburgischen Warnemünde, damals das exklusve kaiserliche Seebad an der Ostsee.

Das Bild links stammt aus dem Jahr 1946 und zeigt eine unbekannte Touristin, nicht die "Mutter des Strandkorbes".

Doch seit die alte Dame zunehmend von Gelenkschmerzen geplagt wurde, kostete sie der Aufenthalt am Wasser große Überwindung. Trotzdem wollte sie auch weiterhin geschützt vor Wind und Sonne die heilende Seeluft genießen.

Geschützt gegen Wind und Wetter

Abhilfe schaffte Wilhelm Barthelmann, seinerzeit kaiserlicher Hofkorbmacher. Auf Wunsch seiner wohlhabenden Kundin fertigte er aus Rattan den ersten Strandkorb der Welt. Es entstand der so genannte Einsitzer, der binnen weniger Monate zum Renner bei den Feriengästen wurde. Bereits ein Jahr später gingen Zweisitzer in Serienproduktion, die als Halbliege zurückgeklappt werden konnten.

Ein Renner von Sylt bis Usedom

Elise Barthelmann unterstützte das Unternehmen ihres Gatten mit vollen Kräften. Die geschäftstüchtige Frau des Korbmachers leitete ab 1883 die erste Strandkorbvermietung am Warnemünder Leuchtturm.

Zunächst blieb der neue Trend auf die Region beschränkt. Erst in den 1920er Jahren eroberten Strandkörbe in großer Zahl die Strände von Udesom bis Sylt. Reich geworden ist Wilhelm Barthelmann trotz seiner genialen Idee nicht. Er verpasste, seine Erfindung zum Patent anzumelden.

Sitzmöbel für Strand und Garten

Heute ist der Strandkorb zum Markenzeichen der Waterkant geworden und nicht mehr von den schönen Sandstränden der Nord- und Ostsee wegzudenken. Mehr als 70.000 Exemplare stehen pro Saison in den Seebädern bereit. Inzwischen sind die farbenfrohen Korbsessel auch fern der Küste anzutreffen. Viele Urlauber haben sie als Sitzmöbel für den heimischen Garten oder die Terrasse entdeckt.

Exportschlager "Made in Germany"

Auch außerhalb Deutschlands hat sich der nostalgische Strandkorb zum Verkaufsschlager entwickelt. Kunden aus Holland, Österreich, Schweiz, Japan und den USA ordern ihr ganz persönliches Exemplar. Ganz nach Wunsch vom Ein- bis zum Dreisitzer, in der typisch eckigen Nordseeform oder der klassisch-geschwungenen Ostseevariante.

Nic 15.06.2002; Foto: cc-by-sa 3.0 Abraham Pisarek/Deutsche Fotothek

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt