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Der Siegeszug des Staubsaugers

Berühmte Personen

Der Siegeszug des Staubsaugers

Wer hat ihn denn nun erfunden oder patentiert, den Staubsauger? So genau weiß das keiner. Aber es gibt ein paar Kandidaten, die in Frage kommen.


Der Staubsauger ist für den Haushalt eine der wichtigsten Erfindungen überhaupt. Doch wer hat die Dröhnmaschine eigentlich erfunden? Klar ist nur, dass sie 1876 patentiert wurde.

Der Staubsauger gehört eindeutig zu den Erfindungen, die das Leben einfacher machen. Heute findet man ihn in fast jedem Haushalt. Doch es ist noch gar nicht so lange her, da war es ziemlich mühsam, die eigenen vier Wände sauber zu halten.

Da rückte man dem Dreck mit Lappen und Bürste zu Leibe, wobei mehr Staub aufgewirbelt als entfernt wurde. Ein Mal im Jahr gab es einen Großputz, den so genannten Frühjahrsputz. Die Möbel wurden zur Seite geschoben, Teppiche und Vorleger nach draußen gebracht und ausgeklopft.

Mit dem ersten handbetriebenen Staubsauger änderten sich die Putzgewohnheiten. Der "Whirlwind" wurde 1865 von einem amerikanischen Erfinder aus Chicago entwickelt. Heute gibt es nur noch zwei Exemplare, eines davon im historischen Hoover Center (Hoover ist eine bekannte amerikanische Staubsaugermarke).

Diese handbetriebenen Staubsauger waren Mitte des 19. Jahrhunderts sehr populär, allerdings mussten sie von zwei Personen bedient werden, denn es waren ziemlich große Ungetüme, wie ihr hier seht.



Das Staubsaugen war damals in der Regel reine Männersache. Das lag an der monströsen Größe und dem ungeheuren Gewicht des Ungetüms.

Die geistigen Väter des Staubsaugers

Wer den Staubsauger erfunden hat, weiß heute keiner mehr so genau. Es kommen mehrere Kandidaten in Frage: der Erfinder Melville Bissell, Cecil Booth oder auch Axel Wenner-Gren.

Mitte des 19. Jahrhunderts besaßen Anna und Melville Bissell eine kleine Bäckerei in Michigan. Da gab es natürlich jede Menge Staub. Anna musste jeden Tag nach der Arbeit noch Stunden mit Kehren und Putzen verbringen. Als sie sich bei ihrem Gatten darüber beklagte, ging der sofort ans Werk und entwickelte eine Teppichreinigungsmaschine.




Die Maschine funktionierte sehr gut und schon bald fragten Kunden, ob sie nicht auch einen solchen Teppichreiniger haben könnten. The BISSELL Carpet Sweeper wurde 1876 patentiert. 1883 wurden die Maschinen in Bissels Fabrik in Serie hergestellt.

Der Engländer Cecil Booth erfand 1901 den Urahn der Staubsauger. Was Cecil Booth, von Beruf Brückenbauer, entwickelte, hatte allerdings noch wenig Ähnlichkeit mit dem Staubsauger von heute. Er war ein lärmendes Monstrum, das nicht einmal in eine Wohnung passte.

Montiert auf einem Pferdewagen rollte die Maschine auf der Straße bis vor das Haus, in dem gesaugt werden sollte. Wie die Arme einer Krake schlängelten sich die Saugschläuche durch die Fenster. Die aufwändige Prozedur war ein teures Vergnügen, das sich Anfang des 20. Jahrhunderts nur reiche Leute leisten konnten. Außerdem machte dieses Monstrum so viel Krach, dass sich Nachbarn bei den Behörden beschwerten, und auch Pferde immer wieder durchgingen, wenn nebenan Staub gesaugt wurde.

Erst sieben Jahre später wurde der tragbare elektrische Staubsauger erfunden. Jetzt wurde das luxuriöse Saugen für immer mehr Menschen erschwinglich.

Auch Axel Wenner-Gren wird immer wieder als Erfinder des Staubsaugers genannt, was so eigentlich nicht ganz stimmt. Man kann ihn aber mit gutem Gewissen als einen Pionier in Sachen Staubsauger in Europa bezeichnen.

Der Stockholmer schloss sich 1912 mit einer neuen Idee der Firma Lux, später Electrolux, an. Er hatte in einem Wiener Schaufenster einen der ersten Staubsauger gesehen, die damals unhandlich, schwer und sehr groß waren. Er arbeitete eine Zeit lang für den Hersteller und kehrte dann mit seiner Erfahrung nach Stockholm zurück. Dort produzierte er mit Lux den ersten Haushaltsstaubsauger, den Lux 1. Daraufhin wurde er zum Generalvertreter des Unternehmens ernannt.

Heute hat Electrolux unter anderem Anteile am Hausgerätebereich der AEG AG und ist Weltmarktführer bei Haushaltsgeräten wie zum Beispiel Kühlschränken, Waschmaschinen, Backöfen und eben auch Staubsaugern.

Die Zukunft des Staubsaugers


Schon jetzt gibt es Haushaltsroboter, die der Hausfrau das Staubsaugen abnehmen. Die nützlichen Heinzelmännchen verleiben sich unerschrocken Tierhaare, Katzenstreu, Trockenfutterreste, Pfotenabdrücke, Kleinteile und weiteren Schmutz in erstaunlichen Mengen ein.


Mit einer einzigen Akkuladung werden bis zu vier Räume gründlich gereinigt. Gegenläufig rotierende Bürsten arbeiten dabei zusammen wie Kehrblech und Besen. Auch an schwer erreichbare Stellen, zum Beispiel in Ecken oder unter Möbel, gelangt er mühelos. Dank seines Sensors weicht er Treppen aus.


Als intelligenter Haushaltshelfer stellt er sich automatisch von Teppichbelägen auf Hart- oder Parkettböden um (und umgekehrt). So reinigt der R2D2-Vetter wann und wo es nötig ist. Bis zu sieben Reinigungszeiten lassen sich pro Woche programmieren.

-sw/rr -18.09.11 - Fotos und Bilder: Staubsaugermuseum Charlie Lester.

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