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Der Siegeszug des Kugelschreibers

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Der Siegeszug des Kugelschreibers

Als der Ungar László Biró (1899-1985) den Kugelschreiber 1943 zum Patent anmeldete, ahnte er noch nichts von seinem durchschlagenden Erfolg. Heutzutage besitzt fast jeder einen. Und in manchen Ländern benannte man das Schreibutensil sogar nach seinem Erfinder. "Kuli" heißt auf Englisch "biro".

Eine Idee wird geboren

 
Die Idee für das neuartige Schreibgerät wurde schon im Jahre 1938 geboren. Biró bemerkte, dass die in Zeitungs-Druckereien verwendete Tinte schnell trocknete und so das Papier sauber und schmierfrei blieb.  Ihm kam die Idee, gleichartige Tinte für kleckerfreie Schreibgeräte zu nutzen. Die dickere Tinte lief jedoch nicht durch die damals üblichen Federn. Biró ersetzte die Feder des Füllers daher durch eine Metallkugel, die sich in einer Fassung frei drehen konnte.
Links: László József Bíró, der Erfinder des Kugelschreibers im Alter von etwa 79 Jahren.

Der Kugelschreiber erblickt das Licht der Welt


Die Idee war denkbar einfach: Bewegt man den Stift über das Papier, so rotiert der Ball. Dadurch nimmt er Tinte aus der Tintenpatrone auf und überträgt sie auf das Papier. Das Prinzip des Kugelschreibers war nicht neu. Schon andere vor Biró hatten ähnliche Ideen. Nur er schaffte es aber, den Kugelschreiber auf den Markt zu bringen. Doch seine Arbeit musste zunächst ruhen, als er im 2. Weltkrieg vor den Nationalsozialisten flüchten musste. Er gelangte nach Frankreich und von da aus nach Argentinien. Dort arbeitete er weiter an seinem Kugelschreiber. Schon kurz nach Erhalt des Patents im Jahre 1943 produzierte Biró in Argentinien die ersten Stifte in kleinen Stückzahlen.

Foto: Kugelschreiberspitze stark vergrößert.




Der Kuli, der weder durch Flughöhe, noch durch Luftdruckschwankungen beeinträchtigt wurde, weckte schon bald das Interesse der britischen Regierung. Sie sicherte sich die Erzeugungsrechte für England und begann im Jahre 1944, Kugelschreiber für die Royal Air Force zu produzieren.

Foto: Kugelschreiber in allen seinen Einzelteilen.

1945 kam der Kugelschreiber in den USA auf den Markt und wurde zum Verkaufsschlager. Biró hatte sein Patent allerdings schon vorher für eine Million Dollar an den französischen Baron Marcel Bich verkauft, der damit zum Milliardär wurde.

Der Kugelschreiber heute

Die Entwicklung des Kugelschreibers ging immer weiter. Seine Form, Beschaffenheit als auch seine Tinten-Formel unterlagen ständigen Veränderungen. Es wurde sogar ein Kugelschreiber speziell für die Raumfahrt entwickelt, der in jeder Lage schreibt.

Und trotzdem, obwohl der Kuli von heute gut in der Hand liegt, nicht ausläuft, langlebig ist und nahezu auf jedem Papier schreibt: Seine farbstoffhaltige Paste trocknet nicht immer so schnell wie gewünscht und verschmiert daher leicht.

10.06.2003 Marion Dimitriadou / aktualisiert: 09.06.08: lm, Fotos: Kugelschreiberspitze: Anton: GFDL; ganzer Kugelschreiber: trounce: cc-by-sa; Kugelschreiber_teile: Pavel Krok: cc-by-sa; Biró: pd.

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