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Das Web der vielen Möglichkeiten - Podcasts

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Das Web der vielen Möglichkeiten - Podcasts

Das Internet ist längst zum Geschäftsplatz und zur Informationsquelle für viele Menschen geworden. Weil so viele Menschen es nutzen, wurden auch immer mehr Regeln und Gesetze notwendig. Trotz der vielen Regeln bleibt das Internet aber für Überraschungen gut. Eine dieser Überraschungen der letzten Jahre war die Entwicklung der so genannten Podcasts.

Was ist ein Podcast?

Podcast ist ein neu geschaffenes Wort (Neologismus) und setzt sich zusammen aus iPod und broadcast. iPod ist der Markenname eines tragbaren MP3-Players der Firma Apple und broadcast heißt übersetzt Rundfunk. Ein Podcast ist eine Datei im Internet, die man sich herunterladen und entweder am Rechner oder eben auf einem tragbaren MP3-Player wie dem iPod anhören kann.

Podcasts sind nichts wirklich neues. Im Prinzip wären sie auch schon in den Anfangszeiten des Internet vor zehn Jahren möglich gewesen. Damals wäre es allerdings nur etwas für Computerspezialisten gewesen. Heute gibt es Programme, die das Erstellen eines Podcasts einfach machen.

Wer hat Podcasts erfunden?

Die Idee zu Podcasts kam im Jahr 2000 auf. Einer der ersten Produzenten eines Podcasts war der MTV-Moderator Adam Curry. Damals nannte man Podcasts noch Audioblogs, der englische Begriff für Internet-Hörtagebuch. Im Jahr 2005 erlebte Podcasting dann einen richtiggehenden Boom. Denn die Firma Apple band die Möglichkeit zum Podcasting-Empfang in ihre weit verbreitete Software iTunes ein. Seitdem ist Podcasting einem breiten Publikum zugänglich.


Findest du ein solches Zeichen auf einer Website, bzw. in der Adresszeile des Browserporgramms, dann bietet der Betreiber die Möglichkeit an, Nachrichten (so genannte News-Feeds) oder auch Podcasts zu abonnieren und herunterzuladen.

Wie wird ein Podcast hergestellt?

Wie gesagt, ist ein Podcast eine Audiodatei, die man herunterladen und anhören kann. Will man einen Podcast produzieren, braucht man also einen Rechner, eine Soundkarte und ein Mikrofon. Ein einfaches Programm zum Aufnehmen ist in fast allen Rechnern vorhanden: Bei Windows verbirgt es sich im Startmenu unter dem Punkt Zubehör/Audiorecorder.

Und natürlich muss man was zu sagen haben. Entweder man berichtet aus seinem Leben, kommentiert Nachrichten, erzählt über seine Hobbys ...  Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt wissenschaftliche Podcasts, Comedy-Podcasts, aber auch einen Podcast, in dem Märchen aus aller Welt erzählt werden.

So werden Podcasts produziert und veröffentlicht:

Auch im Internet gelten Gesetze

Aber Vorsicht: Will man Texte lesen, muss man auf die so genannten Urheberrechte achten. Den neuen Harry Potter vorzulesen, ist nicht möglich. Der Verlag würde auf hohen Schadenersatz klagen und Recht bekommen. Man kann nur Texte vorlesen, deren Urheber, also der Autor, über 70 Jahre tot ist. Solche Texte findet man zum Beispiel beim Projekt Gutenberg. Bei eigenen Texten gibt es aber keine Probleme, solange sie nicht beleidigend sind oder anderweitig Persönlichkeitsrechte verletzen. Seinen Nachbarn zu beschimpfen oder unbegründet über Firmen negativ berichten, kann also unter Umständen auch teuer werden.

Wer sein Werk musikalisch untermalen will, muss ebenfalls aufpassen: Auch hier muss man die Rechte der Urheber beachten. Einfach so den neuesten Hit von Shakira oder Robbie Williams zu verwenden, kann große juristische Schwierigkeiten nach sich ziehen.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Auf der Seite podsafemusic.de kann man sich Musik herunterladen, die allgemein frei verwendet werden darf. Jede Stilrichtung ist dort vertreten, und die Künstler freuen sich sogar über die kostenlose Werbung.


Die Welt der Medien verändert sich. Noch gehören Fernsehtürme zum Stadtbild. Wie das wohl im Jahr 2100 sein wird?

Ab ins Netz

Hat man seine Audiodatei fertiggestellt, dann muss man sie im Internet auf so genanntem Webspace abspeichern. Den gibt es schon für wenige Euro pro Jahr, bei speziellen Podcast-Seiten sogar umsonst.

Diese Seiten haben den Vorteil, dass jede neue Folge, die man hochlädt, auch auf der Startseite oder in Rubriken sortiert einem breiten Publikum bekannt gemacht wird. Die eigene Homepage a la http://www.das-ist-meine-tolle-podcastseite.de würde kaum von Internetnutzern gefunden werden.

Wie kann ich Podcasts anhören?

Will man selbst keine Podcasts machen, sondern sich schon produzierte im Netz herunterladen, dann braucht man einen so genannten Podcatcher, einen Pod-Fänger. Das ist ein Programm, mit dem man Podcasts abonnieren kann.

Keine Angst, das kostet kein Geld, sondern hat sich als Begriff für das Herunterladen mehrerer Folgen eines Podcasts eingebürgert. In dem Programm kann man dann alle heruntergeladenen Podcasts verwalten, sich neue suchen oder auch alte löschen.

Der letzte Schrei - Vidcasts

Was man hören kann, kann man auch sehen: die neueste Entwicklung sind die so genannten Vidcasts. Vid steht dabei für Video. Man kann also seine eigene Fernseh-Sendung produzieren. Dazu braucht man dann allerdings auch eine Videokamera oder eine Webcam. Auch für Vidcasts gibt es Portale wie zum Beispiel youtube.com.

Nochmal aufgepasst!

Wenn ihr selbst etwas produziert, dann ist das allerwichtigste, dass ihr keine Urheberrechte verletzt. Also kein fremdes Ton-, Bild- oder Textmaterial verwendet. Denn auch wenn ihr nicht vor Gericht müsste gibt es so genannte Abmahnungen, mit denen ihr oder eure Eltern auf den Rechtsverstoß aufmerksam gemacht werdet und die schon über 1000 Euro kosten. Fragt also auf jeden Fall eure Eltern um Hilfe, wenn ihr unsicher seid, ob ihr etwas verwenden dürft oder nicht. Im Zweifelsfall lieber die Finger von dem Material lassen.

Aber keine Angst, wenn ihr selbst kreativ seid, könnt ihr eine Menge Spaß haben bei der Produktion von eigenen Hör- oder Fernseh-Sendungen. Oder ihr lauscht und schaut, was andere zu berichten haben. Auf jeden Fall ein interessantes Hobby für lange, dunkle Winterabende ...

Grundlegende Informationen, Tipps und Tricks, sowie Programme findest du im Podcast-Wiki

Audacity - Ein kostenloses Audioprogramm mit größerem Funktionsumfang, als der Windowsrecorder

Hier findest du Material, das du verwenden darfst

Einige Podcastportale:
http://www.dopcast.de/
http://www.podcast.de/
http://maerchenblog.de/

Der Videocast der Bundeskanzlerin

Text: -jj- 17.11.2006 // Bilder: Schema: Christoph Schmidt/PD; Logo: Peter Marquardt, cc-by-sa; Fernsehturm Berlin Andreas Praefcke/GFDL

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