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Carl Benz - Vater des Fahrens

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Carl Benz - Vater des Fahrens

Am 25.11.1844 kam Carl Benz auf die Welt. Seine Erfindung des Automobils veränderte die Welt. Gemeinsam mit Gottlieb Daimler war er der Ur-Vater des heutigen Daimler-Chrysler Konzerns. Dabei begann alles nicht sehr rosig: Seinen Vater lernte er nicht richtig kennen, da dieser zwei Jahre nach Karls Geburt verstarb. Seine Mutter setzte aber alles daran, dass Karl dennoch eine gute Ausbildung erhielt.

Nach Schulbesuch und Studium in Karlsruhe arbeitete er zunächst in einer Waagenfabrik als technischer Zeichner und Konstrukteur. 1871 gründete Karl Benz seine erste Firma in Mannheim.

Im folgenden Jahr heiratete er seine Frau Bertha Benz, die in späteren Jahren mit einem ungeplanten Ausflug mit dem Auto ihres Mannes zum Erfolg der Firma beitrug. Weil damals die Menschen das Französische besonders toll fanden (="frankophil"), so wie heute das Englisch (="anglophil"), schrieb Karl Benz seinen Namen oft auch als "Carl Benz".

Aller Anfang ist schwer

Am Anfang war der spätere Erfolg der Firma nicht vorstellbar. Aus Karl Benz´ "Eisengießerei und mechanische Werkstätte" wurde wegen Zahlungsschwierigkeiten schon mal Werkzeuge gepfändet. Um ein anderes finanzielles Standbein aufzubauen beschäftigte sich Benz mit Zweitaktmotoren, wie sie heute in Mofas oder auch im Trabi zu finden sind.

Die Entwicklung des Zweitakters war eine Notlösung, weil eine andere Firma, die Gasmotorenfabrik in Deutz, schon das Patent auf den Viertaktmotor hielt, so dass sich damit kaum Geschäfte machen ließen. Während der Entwicklung des Zweitakters erhielt auch Karl Benz mehrere Patente. Unter anderem erfand er den Differentialantrieb, um besser durch Kurven fahren zu können, er hatte Ideen zu Kupplung, Vergaser, Zündkerzen, Wasserkühlung und Gangschaltung. 1879 liefen die ersten Modelle des Motors so, wie sich Karl Benz das vorstellte.

Ohne Geld geht nix...

Zur weiteren Finanzierung seiner Entwicklung brauchte Karl Benz die Unterstützung von außen, durch Banken und andere Geldgeber. Aber 1883 hatte er in seiner eigenen Firma nur noch sehr wenig zu sagen, so dass er die Firma verließ. Er fand schnell andere Geldgeber mit deren Hilfe er eine neue Firma gründen konnte und dort auch das Kommando behielt.

 Gottlieb Daimler


Durch die Vergabe von Lizenzen an andere Hersteller, die seine Motoren nachbauen wollten, hatte er so viel finanzielle Sicherheit, dass er sich der Entwicklung eines Motors für Wagen widmen konnte. Denn ihm ging es vor allem darum, ein motorgetriebenes Fahrzeug zu schaffen. Gottlieb Daimler hingegen, der ganz in der Nähe von Benz seine Werkstatt betrieb, hatte vor allem einen Motor im Sinn, der vielfältig einzusetzen war. Auch wenn es unglaublich klingt: die beiden sind sich nie persönlich begegnet. Foto:


Heimlich, laut und stinkend...

1886 erhielt Karl Benz das Patent auf den "Benz Patent-Motorwagen" und präsentierte den dreirädrigen, motorgetriebenen Wagen der staunenden Öffentlichkeit. Mit diesem Modell unternahm Bertha Benz auch die heimliche Fahrt von Mannheim nach Pforzheim.

Weil damals noch viele Menschen glaubten, dass das unheimliche Gefährt von teuflischen Kräften bewegt würde, machte sich Bertha Benz daran, den Menschen den praktischen Nutzen des Gefährts vorzuführen. Ohne Karl Benz zu informieren fuhr sie mit ihren beiden Söhnen an einem Sommertag von Mannheim nach Pforzheim. Um unterwegs zu tanken, hielten sie an einer Apotheke, denn Tankstellen gab es damals ja noch nicht, und kauften dort Treibstoff.


 
Bertha Benz

Wenn euch das Tanken in der Apotheke komisch vorkommt: Neue Bremsbeläge holte man sich damals noch beim Schuster, denn sie waren aus Leder! Die Bezeichnung "Benzin" hat übrigens nichts mit Karl Benz zu tun, sondern hat mit der der chemischen Struktur zu tun. Über seine Frau schrieb Karl Benz später: "Nur ein Mensch harrte in diesen Tagen, wo es dem Untergange entgegen ging, neben mir im Lebensschifflein aus. Das war meine Frau. Tapfer und mutig hißte sie neue Segel der Hoffnung auf."


Langsam, aber sicher...

...ging es mit der Firma bergauf. Mehr und mehr wuchs die Nachfrage nach den Motoren von Karl Benz, das Unternehmen musste sogar umziehen. Schließlich war die mittlerweile in "Rheinische Gasmotorenfabrik" umbenannte Firma die zweitgrößte in Deutschland. Benz führte noch weitere Neuerungen bei der Konstruktion seiner Fahrzeuge ein, etwa die Achsschenkellenkung. Und er entwickelte den Contra-Motor, den Vorläufer des heutigen Boxermotors. Mit dem "Velo" baute Karl Benz den ersten Serienwagen der Welt. Etwa 1200 Stück wurden davon gebaut.

 

Das Haus von Karl Benz in Ladenburg.



1926 schlossen sich die "Benz & Cie., Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim" mit der "Daimler-Motoren-Gesellschaft" zusammen. So entstand die Daimler-Benz AG. Wieder gab es Ärger mit den Geschäftspartnern, so dass Karl Benz wieder mal einer von ihm gegründeten Firma den Rücken kehrte.

1906 versuchte Karl Benz es erneut mit der Firma "Carl Benz Söhne". Die dort produzierten Fahrzeuge gingen auch ins Ausland, wo sie, vor allem in England, als Taxis Verwendung fanden und wegen ihrer Zuverlässigkeit sehr beliebt waren. Karl Benz starb am 4.April 1929 in Ladenburg. Die Stadt errichtete 1933 ihrem berühmten Einwohner auch ein Denkmal.


Text: -jj- 19.11.2004/Bilder mit freundlicher Genehmigung des Daimler-Chrysler Konzerns

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