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Antoni Gaudí: der Architekt der Fantasie

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Antoni Gaudí: der Architekt der Fantasie

Schneckenförmig geschwungene Treppenhäuser, verschnörkelte Erker, märchenhafte Grotten und Kuppeln, Fassaden wie Meerwellen, wasserspeiende Schlangen und Geckos aus kunterbunten Mosaiksteinen - die Architektur des Antonio Gaudí vereinte die unterschiedlichsten Elemente zu einem ganz persönlichen Stil. Formen des Jugendstil, der Gotik und Einflüsse der Mauren gemischt mit Zitaten aus der Tier- und Pflanzenwelt.

Gaudí und Barcelona

Gaudi verpasste der katalanischen Hauptstadt mit seinen Bauwerken seinen ganz eigenen Stempel. Das war kaum zu erwarten, als der gelernte Schmied 1878 den ersten offiziellen Auftrag für die Stadt Barcelona bekam: den Entwurf für Straßenlaternen.

Gaudí und der modernismo

Die spanische Variante des Jugendstils wurde "modernismo" genannt. Ein Stil in dem viele verschiedene Einflüsse zusammenkamen. Man wollte sich bewusst vom Althergebrachten absetzen und neue Formen erfinden, die alle Bereiche des Lebens und der Kunst beeinflussen sollten.

So plante ein Architekt auch nicht nur das Gebäude, sondern auch das Design der Möbel, oft bis zum Porzellan und Besteck, den Vorhängen und Lampen. Ein Gebäude war für Gaudí wie ein Gesamtkunstwerk. Inspirieren ließ er sich von natürlichen Formen, von Schnecken, Blattformen, Muscheln. Oft gab das verwendete Material auch die Formen vor, etwa Holz mit seiner Struktur. Er baute arabische Ornamente ebenso in seine Werke mit ein, wie gotische Pfeiler, die in die Höhe strebten.

Um den eigentümlichen Charme der Gaudí Gebäude zu erleben, pilgern noch heute zahlreiche Touristen nach Barcelona. Dort bewundern sie bei Stadtrundgängen diesen eigentümlichen Stil, mit fließenden Formen und geschwungenen Linien. Egal ob die unvollendete Kirche Sagrada Familia, der Park Guell, die Casa Mil , das Haus Vicens das er für einen Mosaik-Fabrikanten entwarf oder der Palast Guell - Gaudis Werke sind noch heute im Stadtbild sofort zu erkennen.

Gaudí der "Spinner"

Heute werden seine Bauwerke hoch geschätzt. Doch zu Lebzeiten war Gaudí sehr umstritten. Gaudí galt als eigentümlicher Spinner, der sich keiner Mode anpassen wollte. Der einen vollkommen eigenen Stil pflegte, der sehr religiös war und unglaubliche Ideen mit sich herumtrug. Seine Konstruktionen waren gewagt und mutig - und seine Auftraggeber entsetzt. Seine Pläne wurden oft während der Ausführung immer teurer, weil Gaudí noch in der Bauphase neue Ideen mit einbaute. Geld war ein ständiges Problem - vor allem bei seinem Lieblingsprojekt: der Sagrada Familia (auf deutsch Heilige Familie).

Die Sagrada Familia

Nach 1910 war Gaudí arbeitslos und zog sich auf seine private Baustelle mitten in Barcelona zurück. Er bekam von privaten Stiftern den Auftrag die Sagrada Familia zu errichten, eine gewaltige Kathedrale. Finanziert werden sollte das Projekt aus Spenden und Stiftungen. So ging oft das Geld aus und Gaudí ging selbst mit dem Hut herum um für "seine Kathedrale" zu sammeln. Gaudí wurde immer eigenbrödlerischer und die Sagrada Familia sein einziges Lebensziel.

Doch noch heute wird an der Kathedrale gebaut. Gaudí erlebte ihre Fertigstellung nicht mehr. Bei seinem täglichen Gang zur Baustelle wurde der Architekt - und begeisterter Anhänger der neuen Technik und aufkommenden Motorisierung - von einer Straßenbahn überfahren.

Am 12. Juni 1926 wurde Gaudí in der Krypta der Sagrada Familia beigesetzt. Seine Kathedrale wird aber wohl für immer die meist besuchteste Baustelle Spaniens bleiben.....

-ab-25.06.2002 Text/ Foto:nic

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