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William Turner: Licht und Farbe für die Malerei

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William Turner: Licht und Farbe für die Malerei

William Turner gehörte zu den berühmtesten, erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Malern des 19. Jahrhunderts. Er revolutionierte die Landschaftsmalerei und gab auf dem Weg zur Moderne wichtige Impulse an die Impressionisten und Symbolisten weiter. Am 19. Dezember vor 150 Jahren starb er in seinem Heimatland England.

William Turner kam am 23. April 1775 in London zur Welt, wo er von einigen Reisen abgesehen - sein ganzes Leben verbrachte. Der Sohn eines Barbiers absolvierte zunächst eine Ausbildung als Aquarellmaler und wurde für kurze Zeit Professor für Perspektive. Diesen Posten musste er aber bald aufgeben, da er wiederholt als unzeitgemäß kritisiert wurde.

Unverwechselbarer Stil

Von da ab versuchte Turner sein Glück mit einer Gravurmanufaktur. Dieses Handwerk stand damals hoch im Kurs. Vor allem englische Adelige ließen mit Vorliebe Graphiken ihrer Landsitze anfertigen. Auf diese Weise reiste der Künstler viel und entwarf unzählige Landschaftsskizzen, von denen noch heute Tausende erhalten geblieben sind. Vor allem aber schärfte Turner in dieser Zeit seinen Blick für die Natur, die in seinen Gemälden auf unverwechselbare Weise eingefangen ist.

Licht und Farbe als zentrale Bildelemente

Die Komposition seiner Bilder erreichte Turner nicht, wie damals üblich, durch den Einsatz von Perspektiven und klaren Linien. Bei ihm prägen Licht und Farbe als zentrale Elemente den Bildraum. Der Künstler arbeitete damit dem herrschenden Trend seiner Zeit entgegen. Statt der dominanten Verwendung von Erdfarben sowie Schwarz und Weiß brachte er vor allem farbenfreudige Kontrastpaare wie Gelb- Blau und Violett- Orange auf die Leinwand. Dabei setzte er verschiedenfarbige Streifen und Flecken nebeneinander, wodurch die Töne unglaublich an Intensität und Leuchtkraft gewannen.

Vorliebe für Naturmotive

Eine besondere Vorliebe hatte Turner für dramatische Naturmomente. Immer wieder tauchen in seinen Werken Stürme, geisterhafte Nebelschwaden und die aufgewühlte See auf. Aber auch Geschichtsthemen und die zeitgenössische Entwicklung der Technik sind Gegenstand seiner Bilder. Auf Reisen durch ganz Europa ließ er sich zu neuen Arbeiten inspirieren. Besonders Venedig zeichnete er immer wieder.

Unter Zeitgenossen umstritten

Schon zu Lebzeiten war Turner erfolgreich. 1804 eröffnete er eine eigene Galerie und verkaufte seine Bilder. Trotzdem blieb sein Stil unter Zeitgenossen äußerst umstritten. Vor allem sein Spätwerk, das sich zunehmend vom Realistischen entfernte. Während Impressionisten wie Monet und Pissarro von den ungewohnt modernen Gemälden fasziniert waren, dachte der deutsche Romantiker Joseph Anton Koch sogar ernsthaft darüber nach, wie herum die Bilder des Engländers aufzuhängen seien. Heute ist Turners Einfluss auf die moderne Malerei unbestritten. Er wirkte bis hin zum so genannten "abstrakten Realismus" des 20. Jahrhunderts. Wichtigster Vertreter dieses Stils ist der Amerikaner Jackson Pollock.

Ausstellung in Essen

In Deutschland ist das Werk des Engländers zur Zeit in noch nie da gewesenem Umfang zu besichtigen. Das Folkwang Museum Essen zeigt noch bis zum 6. Januar 2002 die Ausstellung Licht und Farbe. Öffnungszeiten sind täglich außer montags von 10 bis 20 Uhr, freitags 10 bis 24 Uhr. Noch mehr Infos bekommt ihr hier

Nic - 19.12.2001 / Bild: Folkwang Museum Essen

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