Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Vincent van Gogh

Berühmte Personen

Vincent van Gogh

Am 15. März vor hundert Jahren wurde in Paris die erste Retrospektive des niederländischen Malers Vincent van Gogh eröffnet. Dabei wurden 71 Werke des Künstlers gezeigt, der zu Lebzeiten nur ein einziges Bild verkaufte. Mit dieser Ausstellung begann die Würdigung van Goghs, dessen Leben von Armut und Krankheit bestimmt war und der im Alter von nur 37 Jahren starb. Heute gilt er als einer der Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Vincent van Gogh wurde am 30. März 1853 in dem niederländischen Dorf Groot-Zundert nahe der belgischen Grenze als Sohn eines Pastors geboren. Mit 16 Jahren begann er in Den Haag eine Lehre in der Kunsthandlung seines Onkels. Später arbeitete er in Filialen in Brüssel, London und Paris.

Schon zu dieser Zeit lagen seine Interessen vor allem auf den zwei Gebieten, die sein ganzes Leben bestimmen sollten: Er beschäftigte sich intensiv mit der Bibel und besuchte häufig Museen. Aufgrund seines rastlosen und impulsiven Charakters scheiterte er jedoch in dem Beruf des Priesters.

1878 ging er als Laienprediger nach Borinage, einem südbelgischen Kohlenrevier. Die extremen Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter schockierten ihn zutiefst. Er begann, das Leben der Arbeiter und Bauern in hauptsächlich dunklen und eintönigen Farben zu zeichnen. In dieser Zeit reifte wohl sein Entschluss, Künstler zu werden.

Ab 1880 begann er dann mit seinen Kunststudien, unter anderem bei seinem Onkel Anton Mauve und an der Brüssler Kunstakademie. Unterstützt wurde er dabei von seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Theo, mit dem ihn Zeit seines Lebens eine enge Beziehung verband.
1886 besuchte er diesen in Paris. Hier unternahm er viele Museumsbesuche und begegnete anderen Künstlern, wie zum Beispiel Pablo Picasso und Paul Gauguin. Er lernte den Impressionismus kennen und ließ sich von dessen leuchtenden, hellen Farben inspirieren. Auch der Stil der Pointilisten begeisterte ihn. Mit der finanziellen Unterstützung seines Bruders konnte er sich ein kleines Atelier, Farben und Pinsel leisten.

Bald hatte van Gogh genug von dem ausschweifenden Leben in Paris. Er machte sich am 20. Februar 1888 mit dem Zug auf den Weg nach Arles in Südfrankreich. Ihn zog es in den Süden mit seinen vielen leuchtenden Farben. Positiv von der umgebenden Landschaft beeinflusst, malte er fast ununterbrochen.

Wenig später kam Paul Gauguin nach Arles, mit dem van Gogh eine Künstlerkolonie gründen wollte. Zwischen den beiden Künstlern kam es bald zu Spannungen, da ihre Vorstellungen von der Malerei zu verschieden waren. Eines Nachts verlor van Gogh die Nerven und schnitt sich einen Teil des rechten Ohres ab.

Gauguin verließ während Vincents Krankenhausaufenthalt heimlich Arles. Immer wieder wurde van Gogh in der folgenden Zeit von Anfällen und Wahnvorstellungen heimgesucht. Er begann sich zunehmend zurückzuziehen und der Malerei hinzugeben. Nachdem sein Zustand nicht besser wurde, ging er 1889 in die Nervenheilanstalt bei Saint-Rémy-de-Provence.

Die letzten Monate seines kurzen Lebens verbrachte er auf Theos Initiative hin in Auvers-sur-Oise. Dort wurde er von dem Arzt und Bewunderer seiner Kunst, Dr. Gachet umsorgt. Auch in dieser Zeit entstanden noch zahlreiche Gemälde.

Am Nachmittag des 27. Juli 1890 machte van Gogh einen Spaziergang über die Felder. Dabei schoss er sich eine Kugel in den Kopf. Zwei Tage später starb er an seinen Verletzungen.

Das meiste aus van Goghs Leben wissen wir aus seinen Briefen. Besonders mit seinem Bruder Theo unterhielt er einen regen Briefverkehr. In den letzten zehn Jahre seines Lebens, in denen er sich der Malerei zuwandte, schuf er eine ungeheure Zahl von Gemälden und Zeichnungen fast, als hätte er gewusst, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.

Oft malte er wie in Ekstase und bis hin zur völligen Erschöpfung, beinahe als habe er sein verwirrtes Inneres, seine Emotionen aus sich herausmalen wollen. Nachts steckte er sich sogar Kerzen an die Hutkrempe, um besser sehen zu können. Besonders seine zahlreichen Selbstbildnisse sind Zeugnis dafür, dass er beim Malen immer auch auf der Suche nach sich Selbst war.

Van Gogh wurde zum Inbegriff des verkannten, einsamen Künstlers. Er hätte es sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass seine Werke für die Kunst des 20. Jahrhunderts grundlegende Bedeutung erlangen sollten.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt