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Victor Hugo - vom Royalisten zum Revolutionär

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Victor Hugo - vom Royalisten zum Revolutionär

Am 26. Februar 1802 wurde Victor Hugo geboren. Der große Literat der französischen Hochromantik wurde im 19. Jahrhundert zu einer Symbolfigur der demokratischen Kräfte des Landes. Neben Honoré de Balzac ist er der bekannteste Literat Frankreichs. Der Prix Victor Hugo ist heute einer der renommiertesten französischen Literaturpreise.

Victor Hugo wurde am 26. Februar 1802 in Besançon geboren. Schon in der Jugend interessierte er sich für Literatur. Als 15jähriger erhielt Hugo 1817 von der Académie française eine Auszeichnung für eines seiner Gedichte. 1822 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband. Im gleichen Jahr heiratete er Adele Foucher. Das Schicksal meinte es jedoch nicht nur gut mit Hugo. Sein Bruder Eugen verfiel der Schizophrenie und wurde eingesperrt.

1823 erschien Hugos erster Roman Han d´Islande. Im Juli wurde sein erster Sohn Leopold geboren, der im Oktober starb. Ein Jahr nach dem Tod des Kindes wurde die Tochter Leopoldine geboren. Der zweite Roman Die schwarze Fahne folgte.

1825 war Victor Hugo in seiner Heimat als Literat anerkannt. Er wurde zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen.

1827 veröffentlichte er das Historiendrama Cromwell. Hugo brach mit den strengen Stilgesetzen des klassischen Theaters. Hugos zweites Theaterstück Marion de Lorme (1829) wurde von der Zensur verboten, weil er König Ludwig XIII. ins Lächerliche gezogen hatte. Hugos Antwort auf dieses Verbot war sein Versdrama Hernani, das am 25. Februar 1830 eine tumulthafte Premiere hatte. Das Stück spielte am spanischen Königshof zur Zeit Karls V. und regte Giuseppe Verdi zu seiner Oper Ernani (1844) an. Verdi lies sich außerdem von Hugos 1832 erschienenen Drama Le roi s´amuse um den Renaissanceherrscher Franz I. von Frankreich zur Oper Rigoletto (1851) anregen.

Im März 1831 legte Victor Hugo mit Der Glöckner von Notre Dame seinen ersten historischen Roman vor. Die farbige Geschichte aus dem Paris des 15. Jahrhunderts begründete endgültig Hugos Ruhm und führte 1841 zur Aufnahme in die Académie française.
1845 erhob ihn König Louis Philippe in den Adelsstand. Hugo begann mit der Arbeit an dem Roman Die Elenden. Erst siebzehn Jahre später sollte das fünfbändige Epos fertig werden.

Während der Revolution von 1848 schlug sich der vormalige Royalist auf die Seiten der Republikaner. Er wurde zum Abgeordneten gewählt und unterstützte die Kandidatur von Louis-Napoleon Bonaparte für die Präsidentschaft Frankreichs.
Seine Rede über das Elend verursachte einen Skandal im Parlament, er begann Louis-Napoleon als einen Tyrannen zu sehen, widersetzte sich diesem und floh nach dem erfolglosen Staatsstreich gegen ihn nach Belgien.
Dort schrieb er Napoléon der Kleine, eine bissige Satire auf Napoleon III.. Auf der Kanalinsel Jersey setzte er sein Exil fort, wurde ausgewiesen und floh nach Guernsey. Die Jahre im Exil wurden zu seiner literarisch fruchtbarsten Zeit.

1862 beendete Hugo endlich sein größtes Werk, den Roman Die Elenden. In diesem breit angelegten Porträt der unteren Klassen im damaligen Frankreich prangerte Hugo die sozialen Missstände in Frankreich an, das doch mit der Revolution von 1789 eben diese hatte ausmerzen wollen. Das Buch zeigt Grundwerte wie Menschlichkeit, Moral und die Möglichkeit einer zweiten Chance.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der mit Frankreichs Niederlage und der Abdankung Napoleons III. endete, wurde in Paris wieder die Republik ausgerufen. Endlich konnte Hugo 1870 nach Frankreich zurückkehren. Wieder wurde er zum Abgeordneten gewählt, unterlag 1872 bei den Wahlen und veröffentlichte bis 1878 weitere Bücher. Eine Gehirnblutung setzte seinem Schaffen ein Ende. 1885 verstarb Victor Hugo in Paris.

Eine ausführliche Biografie Victor Hugos mit Zeittafel auf Deutsch findest du hier.

Text -rr- Foto: Charles Hugo

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