Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Schillerjahr 2009

Berühmte Personen

Schillerjahr 2009

Erst 2005 feierte man den großen deutschen Dichter Friedrich Schiller, damals anlässlich seines 200. Todestages. Am 10. November 2009 jährt sich nun sein Geburtstag zum 250. Mal. Besonders in den zwei Schiller-Städten Weimar (Thüringen) und Marbach am Neckar (Baden-Württemberg) finden deshalb in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen statt.

Wer war Schiller?

 
Bild: Friedrich Schiller, gemalt von Ludovike Simanowiz.

Geboren wurde Schiller am 10. November 1759 in Marbach. Auf Befehl des Landesfürsten musste er ab seinem 14. Lebensjahr eine Militärakademie besuchen. Heimlich schrieb er an seinem ersten Stück, denn im Dienste des Herzogs war das Dichten verboten. Deshalb floh Schiller 1782 aus dem Herrschaftsbereich des Fürsten nach Mannheim. Dort war sein erstes Drama "Die Räuber" bereits ein spektakulärer Bühnenerfolg. Auch in seinen späteren Dramen wie "Kabale und Liebe" übte Schiller Kritik an der Gesellschaft und den Herrscherhäusern seiner Zeit.

 
1787 zog er nach Weimar. Dort lernte er Johann Wolfgang von Goethe kennen. In der Zeit bis zu Schillers Tod am 9. Mai 1805 schufen die beiden eine Reihe von Werken, die heute unter dem Begriff "Weimarer Klassik" aus der deutschen Literaturgeschichte und dem Deutschunterricht nicht mehr wegzudenken sind. Zu diesen gehören auch Schillers "Wallenstein"- Dramen, "Maria Stuart", "Wilhelm Tell" sowie seine Ballade "Die Bürgschaft" und das "Lied von der Glocke".

Schillernde Andenken

Foto: Schillers Geburtshaus in Marbach am Neckar.

In Schillers Geburtsort Marbach am Neckar nahe Stuttgart wurde am 2. Februar 2009 sein Geburtshaus nach gründlicher Renovierung wieder eröffnet und das Festjahr eingeläutet. Seit 1. März 2009 ist dort die Ausstellung "Autopsie Schiller"zu sehen. Autopsie ist das griechische Wort für Leichenschau. In Marbach steht jedoch weniger der Tote selbst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern eher Gegenstände, die an ihn erinnern und die über zweieinhalb Jahrhunderte aufbewahrt wurden.

Denn nicht nur sein Spazierstock und die Taschenuhr gehörten einst dem Dichter, gesammelt wurden auch sein Hut und Stirnband, drei Westen, zwei Hosen nebst zwei paar Socken, sieben Schuhschnallen, Fingerringe, Handwärmer, Broschen, Zahnstocher, sowie ein Schlafrockknopf. Schiller reiht sich damit ein in den Starkult um verstorbene Popstars unserer Tage. Auch der Vergleich mit Heiligenreliquien (Körperteile oder Gegenstände von Menschen, die später heilig gesprochen wurden) ist nicht ganz abwegig, existieren doch zahlreiche Locken, die alle angeblich von seinem Haupt stammen.

Schillers Schädel

Foto: Schillers Wohnhaus in Weimar.

Wem das noch nicht reicht, der kann in Weimar seit 16. Mai 2009 der Frage nachgehen, welcher Schädel nun Schillers echter ist. Seit 1833 ist darüber nämlich ein Streit entbrannt, befanden sich im Grab doch zwei Schädel, die nach anatomischen Untersuchungen beide nicht das Original sein sollen. Einen von ihnen bewahrte übrigens sein Freund Johann Wolfgang von Goethe unter einer Glasglocke auf als Andenken an den früh Verstorbenen.

Schiller gelesen und gespielt

Glücklicherweise geht es 2009 jedoch auch um das, wofür Friedrich Schiller so berühmt wurde seine Dramen und Gedichte. Neuinszenierungen seiner Bühnenstücke werden landauf landab in vielen Theatern geboten. Lesungen, besonders für Kinder und Jugendliche hört ihr beispielsweise in der Weimarer Stadtbibliothek. Was es rund um den Dichter und Denker noch zu entdecken gibt findet ihr in folgenden Links.

Veranstaltungen und Links

Veranstaltungen in Marbach.

Veranstaltungen in Weimar.

Ihr denkt Schillers Gedichte sind von gestern? Von wegen. Der deutsche Rapper DOPPEL-U vertonte einige von ihnen und hier könnt ihr hören, was daraus geworden ist.

Weitere Schiller-Raps die zum Jubiläums-Wettbewerb antraten findet ihr hier.

Text: Liane Manseicher, 02.02.09, Bilder: Bilder: Geburtshaus: amras_wi: pd; Schiller-Gemälde: Ludovike Simanowiz (1759-1827): pd; Schillers Wohnhaus in Weimar: Andreas Trepte: cc-by-sa 2.5; Logos: www.schillerjahr2009.de bzw. http://stadt.weimar.de.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt