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Samuel Goldwyn zum 125. Geburtstag

Berühmte Personen

Samuel Goldwyn zum 125. Geburtstag

Vor 125 Jahren, am 17. August 1882, wurde Schmuel Gelbfisz geboren. Unter dem Namen Samuel Goldwyn machte er sich einen Namen im Filmgeschäft, der bis heute in den Metro-Goldwyn-Mayer Studios fortlebt. Mehr über das Leben des ehemaligen Handschuhändlers erfahrt ihr hier ...

Am 17. August 1882 wurde im polnischen Warschau Schmuel Gelbfisz als erstes von sechs Kindern geboren. Er gehörte dem osteuropäischen Judentum an, den so genannten Chassiden. Diese Gruppe zeichnet sich durch besonderes Befolgen von Glaubensregeln aus.


Als er 16 war, starb sein Vater und der junge Schmuel machte sich ohne Geld und zu Fuß auf nach England. Dort fand er Unterschlupf bei Verwandten und änderte seinen Namen in Samuel Goldfish. Als Hufschmied verdiente er sich ein kleines Einkommen. 1898 ging er schließlich in die USA. Dort bildete er sich auf Abendschulen fort und etablierte sich als Handschuhhändler.



Von links nach rechts: Jesse L. Lasky, Adolph Zukor, Samuel Goldwyn, Cecil B. DeMille, Al Kaufman



Chancen im Filmgeschäft


Mit 28 Jahren heiratete er 1910 seine erste Frau, Blanche Lasky, die Tochter des Produzenten Jesse L. Lasky. Als sich da Handschuhgeschäft immer mehr verschlechterte, suchte er nach einer neuen Geschäftsidee. Inspiriert von einem Musikautomaten wollte er in das aufblühende Filmgeschäft einsteigen. Er überredete seinen Schwager Jesse Lasky dazu. Die Firma Jesse L. Lasky Feature Play Company zu gründen. Goldfish kümmerte sich bei dem Projekt um die Finanzen.


Kunst und Wut


Mit den weiteren Partnern Cecil B.DeMille und Louis B.Mayer produzierten sie schon im ersten Jahr 21 Filme, darunter Erfolge wie Der Mann der Indianerin (The Squaw Man). Aus der Kooperation mit der Firma Famous Players von Adolph Zukor entstand die Firma Famous Players-Lasky. Goldfish war hier für den Vertrieb der Filme zuständig. Es muss ein ruppiges Klima geherrscht haben, insbesondere Mayer war für seine Wutausbrüche bekannt. Und auch Goldfish war kein einfacher Charakter.


Von Gelbfisz zu Goldwyn


Das führte dazu, dass Goldfish seine anfänglich für 7500 Dollar erworbenen Anteile an der Firma für 900 000 Dollar verkaufte. Aus Famous Players-Lasky wurden schließlich die noch heute existierenden Paramount Studios. Mit seinem Geld ging Goldfish eine Kooperation mit den Broadway-Produzenten Edgar und Archibald Selwyn ein. Bei der Suche nach einem Firmennamen kam man auf die Idee, Goldfish und Selwyn zusammenzusetzen. Es ergab sich die Goldwyn Picture Corporation. Samuel Goldfish gefiel der Name so sehr, dass er Goldwyn 1918 zu seinem offiziellen Familiennamen machte. Die Kombination Selfish wurde nicht gewählt, weil das im englischen so viel wie selbstsüchtig heißt.


Metro-Goldwyn-Mayer ohne Goldwyn


Zwar hatte die Firma Erfolg und der berühmte Löwe Leo, Leo, the Lion, bekam seinen festen Auftritt im Vorspann der Filme, doch Goldwyn hatte Probleme mit seinen Geschäftspartnern. 1922 verließ Goldwyn die Firma, sein Anteil wurde von der aufsteigenden Firma Metro aufgekauft. Seither heißt die Produktionsfirma Metro-Goldwyn-Mayer.


Goldwyn selbst betätigte sich ab 1923 als freier Produzent. Er sagte: Die Energie und Zeit, die ich damit verbringe, meine Ideen zu erklären stecke ich lieber in bessere Filme. An der Art, wie er seine Produktionen organisierte, orientierten sich später viele Filmemacher, darunter so Prominente wie Walt Disney.


Samuel Goldwyn starb am 31. Januar 1974 in Los Angeles.


Text: -jj- 22.8.2007 // Bilder: Löwe Caaz/GFDL; Gruppenbild: PD

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