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Robert Stadlober: Der "junge Wilde" des deutschen Films

Berühmte Personen

Robert Stadlober: Der "junge Wilde" des deutschen Films

Robert Stadlober, geboren am 3. August 1980, ist der "junge Wilde" unter den deutschen Nachwuchsstars. Privat und beruflich pflegt er das Image des Rebellen, fällt durch flippige Kleidung und extravagante Frisuren auf und spielt mit Vorliebe Typen, die in irgendeiner Form Außenseiter der Gesellschaft sind - ob als junger homosexueller Ruderer in "Sommersturm", als verliebter Punk in "Engel und Joe" oder als halbseitig gelähmter Benjamin in "Crazy".


Schon als 13jähriger stand er regelmäßig für Film- und Fernsehprojekte vor der Kamera und arbeitete als Synchronsprecher. Zum ersten Mal aufgefallen ist der Blondschopf mit dem stets etwas trotzigen Gesichtsausdruck als Wuschel in Leander Haussmanns Komödie "Sonnenallee". Über Nacht berühmt wurde er allerdings durch Hans Christian Schmids Tragikomödie "Crazy".

"Crazy" als Durchbruch

Für seine Darstellung des Halbseitenspastikers Benni, der als neuer Internatsschüler mit den Wirren der Pubertät und der Anerkennung bei seinen Mitschülern zu kämpfen hat, wurde er mit Preisen überhäuft. Es war Stadlobers stärkste Rolle, eine Herausforderung, die ihm körperlich und psychisch alles abverlangte. Und hinter allem der Umstand, dass dieser Film die Umsetzung eines wahren Stoffes war: die Biografie eines 17-Jährigen.

Psychodruck durch Popularität

Seitdem gilt der gebürtige Österreicher, der allerdings in Berlin aufgewachsen ist, als einer der vielversprechendsten Schauspieler seiner Generation. Klar, mit Lob und Anerkennung überhäuft zu werden, das war für den damals 20jährigen eine tolle Sache. Hatte er doch als 16jähriger die Schule ganz gegen das Filmset eingetauscht. Doch die plötzliche Popularität war auch anstrengend. Interviews, Fernsehauftritte und Preisverleihungen nahmen dem Jungstar die Kraft für weitere Projekte.

Rückzug auf die Bühne


Robert Stadlober drehte 2001 noch das Teenie-Sozialdrama "Engel und Joe" bevor er sich vorläufig auf die Theaterbühne zurückzog. Die Bühnenversion des Drogen-Dramas "Trainspotting", ursprünglich ein britischer Kinofilm, wurde für ihn in Hamburg ein voller Erfolg. In der darauffolgenden Spielzeit überzeugte der Jungstar in William Shakespeares "Romeo und Julia".

Musik als Ventil

Im Neue-Deutsche-Welle-Fim "Verschwende deine Jugend" machte er vor allem seinem Freund Tom Schilling zuliebe mit, der die Hauptrolle übernahm. Außerdem konnte Stadlober hier seine Leidenschaft für Musik ausleben. Dort wie im echten Leben spielt er als Gitarrist in einer Band. Von seinen stimmlichen Qualitäten ist der Jungschauspieler zwar nicht ganz so überzeugt, sieht den Gesang aber als Ventil um sich auszutoben. 2003 hat Robert, der ein eigenes Plattenlabel führt, mit seinen Band "Gary" ein Album herausgebracht.

Leidenschaft Lesen

Neben der Musik ist Lesen das wichtigste Hobby von Robert. Er verschlingt Bücher aller Art, liebt Gedichte. Ein Grund, weshalb der junge Mime bei der Live-Tournee des Rilke-Projekts mit von der Partie war. Gedichte vorzutragen, modern interpretiert und begleitet von entspannenden Klängen, das war eine willkommene Abwechslung von Bühne und Filmset.

Karriere ohne Schauspielschule

Falls ihr selbst gerne Schauspieler werden möchtet, hat der ehemalige Waldorfschüler einen Tipp für euch. Erst einmal die Schule beenden und dann ab auf die Schauspielschule! Robert, der selbst keinen Schulabschluss hat, weiß wovon er spricht. Bei ihm sei es auf jeden Fall Glück gewesen mit der Karriere, weil er zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Das ist aber seiner Meinung nach auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen.

"Krabat" als neuestes Projekt

Auf der Suche nach interessanten Rollen hat sich Robert Stadlober ein wenig Zeit gelassen. Doch nach dieser Kreativpause kehrt der inzwischen in Wien lebende Schauspieler wieder auf die Leinwand zurück. Bei der Verfilmung des Jugendbuchklassikers "Krabat" von Otfried Preußler ist er als Co-Star des Hauptdarstellers, als junger Lyschko  zu sehen. Der Filmstart ist für das Frühjahr 2008 geplant. 

Nic - 03.08.2005 / Filmplakat: Sommersturm, Engel und Joe

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