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Robert Redford - Ein Multitalent ist 70

Berühmte Personen

Robert Redford - Ein Multitalent ist 70

Am 18. August 2007 feierte der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur seinen 70. Geburtstag. Er ist nicht nur eine herausragende Figur des US-Films, sondern auch ein engagierter Umweltschützer, der die Regierung seines Landes bei Bedarf hart kritisiert.

Charles Robert Redford wurde am 18. August 1937 in Santa Monica, USA geboren. Er besuchte mit mäßigem Erfolg die High School, die er trotz seines rebellischen Wesens mit Abschluss verlassen konnte. Dafür war er in seiner Jugend ein talentierter Baseballspieler und hob sich auch in der Schule als exzellenter Sportler hervor, so dass er 1955 ein Sportstipendium an der University of Colorado erhielt. Im gleichen Jahr starb seine Mutter, so dass er jedes Interesse am Lernen und am Sport verlor und das Studium abbrach.


Wanderjahre

Um Geld zu verdienen arbeitete er auf den Ölfeldern vor Los Angeles. Später reiste er nach Florenz, um Kunstkurse zu besuchen. Schon 1958 zog es ihn wieder zurück in die USA, wo er kurze Zeit später die Mormonin Lola van Wagenen kennen lernte und ehelichte.
Um als Maler voran zu kommen, zog er mit ihr nach New York und begann eine Ausbildung am renommierten Pratt Institute. Durch Zufall kam er eines Tages an ein Vorsprechen und schaffte es in den folgenden Jahren bis zum Broadway, wo er unter anderem in The Highest Tree und The Iceman Cometh zu sehen war. Gleichzeit stand er fürs Fernsehen vor der Kamera und feierte 1962 in War Hunt sein Schauspieldebüt.

Erste Erfolge als Schauspieler

Im Jahre 1963 wurde Robert Redford von Regisseur Mike Nichols für die erfolgreiche Broadway Produktion Barefoot in the Park verpflichtet. Die tägliche Arbeit auf der Bühne sagte Redford jedoch nicht zu und so begann er sich mehr auf Spielfilme zu konzentrieren. Der Schritt ins Schauspielgeschäft fiel ihm nicht gar so leicht, obwohl er 1965 für seine Rolle in Inside Daisy Clover mit einem Golden Globe als bester Newcomer ausgezeichnet wurde. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Europa kehre er 1967 wieder nach Hollywood zurück und übernahm in der Filmversion von Barefoot in the Park die Hauptrolle. Die romantische Komödie, bei der er neben Jane Fonda vor der Kamera stand war ein großer Erfolg und blies seiner Karriere frischen Wind in die Segel.

Zwei Banditen

Seinen großen Durchbruch feierte Robert Redford 1969 in dem Western Butch Cassidy and the Sundance Kid in dem er neben Paul Newman zu sehen war. Die Hauptrolle bei dem vierfach oscardekorierten Werk musste er sich jedoch hart erkämpfen, da sein Mitwirken beinahe am Widerstand der Studiobosse gescheiterte wäre. Noch im gleichen Jahr wurde er für seine Auftritte in Downhill Racer und Tell Them Willie Boy is Here von den Kritikern in höchsten Tönen gelobt. In den folgenden Jahre war ihm das Glück bei der Auswahl seiner Rolle nicht hold und so dauerte es bis 1973, ehe er mit dem romantischen Melodrama The Way We Were und dem Krimi The Sting  wieder überzeugen konnte.

Gefragter Charakterdarsteller

Für Francis Ford Coppolas Romanverfilmung The Great Gatsby stand Robert Redford im Jahre 1974 vor der Kamera, ehe er in dem Drama The Great Waldo Pepper und dem Thriller Three Days of the Condor zu sehen war. Zusammen mit Dustin Hoffman war er 1976 in All the President's Men als der Reporterduo Bernstein und Woodward zu sehen, das den Watergate Skandal aufdeckte. Ende der 70er Jahre stand er außerdem mit Jane Fonda für Sydney Pollacks The Electric Horsemen  vor der Kamera. Sein Regiedebüt gab Robert Redford 1980 mit dem Familiendrama Ordinary People, für das er sogleich mit einem Oscar als bester Regisseur ausgezeichnet wurde.

So entstanden in den 1980er Jahren Filme wie "Brubaker", "Der Unbeugsame", "Jenseits von Afrika", "Staatsanwälte küsst man nicht" und "Milagro - Der Krieg im Bohnenfeld". Im Jahr 1990 glänzte Redfort im Liebes-Drama "Havanna". Auch stand er immer öfter hinter der Kamera und führte Regie. So auch 1992 in dem Streifen "Aus der Mitte entsteht ein Fluss", der für Brad Pitt zum großen Durchbruch wurde.

Als Schauspieler sorgte Robert Redford durch seine Hauptrolle in Indecent Proposal für viele Diskussionen, als er einer verheirateten Frau (Demi Moore) eine Million Dollar für eine gemeinsame Nacht bot. Im Jahre 1996 stand er neben Michelle Pfeiffer in der romantischen Komödie Up Close & Personal vor der Kamera, bevor er sich 1998 daran machte, Nicholas Sparks Bestseller The Horse Whisperer zu verfilmen. Bei der rührseligen Geschichte übernahm er neben der Regie auch die Hauptrolle, machte sich aber auf Grund einer Laufzeit von fast drei Stunden wenig Freunde bei Kritikern und Publikum. Im Jahre 2000 inszenierte er das Drama The Legend of Bagger Vance über einen schwächelnden Golfprofi (Matt Damon) und einen mysteriösen Caddy (Will Smith).

Als verurteilter hochdekorierter Militär war Robert Redford 2001 in dem durchschnittlichen Militärdrama The Last Castle zu sehen und musste sich darin mit einem tyrannischen Gefängnischef (James Gandolfini) herumschlagen.
Mehr Zuspruch von Kritikern und Publikum erhielt er für den Spionagethriller Spy Game, in dem er einen alternden Agenten spielte, der einen vielversprechendes Talent (Brad Pitt) ausbilden muss. Im Jahre 2004 war Robert Redford in dem Drama The Clearing als Entführungsopfer zu sehen, bevor er sich 2005 in Lasse Hallströms An Unfinished Life mit seiner Schwiegertochter (Jennifer Lopez) zerkrachte.

Nachwuchsförderer

Bleibende Verdienste ums US-Kino hat sich Redford mit dem von ihm begründeten Sundance-Filmfestival für unabhängige Filmemacher erworben, das fernab der Glitzerwelt Hollywoods alljährlich in den Bergen des US-Bundesstaats Utah stattfindet. In seiner Wahlheimat konnte er schon manchmal Geburtshelfer für neue Talente spielen, auch wenn seine dominante Rolle auf dem inzwischen fest etablierten Festival nicht immer unumstritten war.

Ehrenoskar

Der Ehren-Oscar fürs Lebenswerk, den Redford 2002 erhielt, war nicht zuletzt die Anerkennung für die Filmkunst, die dem Mann, der in seiner Jugend Maler werden wollte, stets am Herzen lag.

Text: RR, Fotos: Steve Jurvetson (Wikipedia GNU) , DVD-Cover: Twentieth Century Fox Home Entertainment, Touchstone, AVU

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