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Paul Cezanne ein Leben für Licht und Farbe

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Paul Cezanne ein Leben für Licht und Farbe

Ein flirrender Sommertag, mitten im schattigen Garten steht Cezannes Atelier. Alles wirkt so, als hätte der Maler es gerade erst verlassen, vielleicht um draußen in freier Natur die Staffelei aufzustellen und zu malen. Auf einem Holztisch liegen Äpfel, daneben leere Tonkrüge und Glasflaschen, einige Vasen mit Papierblumen stehen auf dem Boden. Drei Totenschädel liegen auf einem Stück Stoff.

Wer Cezannes Atelier in seiner südfranzösischen Heimatstadt Aix-en-Provence besucht, befindet sich mitten im Leben des Malers. Die wenigen Gegenstände, die er in immer neuen Variationen auf seinen berühmten Stilleben verewigte und sein Hausberg, der Mont Saint-Victoire auch er ist auf zahlreichen Gemälden zu sehen das ist seine Welt.

Vor 165 Jahren, am 19. Januar 1839, wurde Paul Cezanne in Aix-en-Provence geboren. Schon als Kind besucht der Bankierssohn die städtische Zeichenschule, sollte aber nach dem Willen des Vaters Jurist werden. Schon bald erweist sich, dass Cezanne weder für den Beruf des Anwalts noch des Bankangestellten geeignet ist. Er will Maler werden.

Neues Malen unerwünscht!

1861 zieht er nach Paris um dort an der Académie Suisse das Zeichnen nach Aktmodellen zu erlernen. Er möchte auf der namhaften Akademie der schönen Künste weiter studieren, wird aber abgewiesen. Immer wieder versucht er, seine Bilder auf den jährlichen Salon-Ausstellungen der Akademie zu präsentieren, aber bis auf eine einzige Ausnahme bekommt er nur Absagen.

Sein Stil wird nicht akzeptiert, da er nicht den gängigen Normen der Malerei entspricht. Auch anderen Malern geht es wie Cezanne. 1874 eröffnen 30 von ihnen eine eigene Ausstellung. Nach einem Bildtitel Claude Monets (Impression Sonnenaufgang) werden sie Impressionisten genannt. Das kommt von dem französischen Wort für Eindruck, impression.

Impressionismus eindrucks-volle Malerei

Während die etablierten Künstler in ihren Ateliers Motive aus der Sagenwelt, berühmte Personen oder Schlachtenszenen malten, ging es den Impressionisten darum, Eindrücke aus ihrer Alltagswelt einzufangen, egal ob diese bedeutsam waren oder nicht. Dazu mussten sie aus ihren Ateliers hinaus, um in der Natur, auf der Straße und in der Kneipe zu malen.

Dabei gingen sie mit den Farben ganz anders um, als das bisher üblich war. Sie wollten den Eindruck vermitteln, den sie sahen, z. B. die Lichtreflexe auf dem Wasser, die in vielen verschiedenen Farben schimmern. Dazu setzten sie ein Bild aus vielen einzelnen Strichen oder Farbtupfern zusammen, die deutlich sichtbar blieben. Für die meisten Betrachter sah das damals aus wie Klecksereien.

Zu den Impressionisten gehören Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, aber auch Pissarro, Sisley, Morisot und eben auch Cezanne.

Cezannes später Ruhm

Doch die Ausstellung gefällt dem Publikum nicht. Cezanne muss noch viele Jahre mit negativer Kritik an seinen Bildern leben. Erst in seinen letzten Lebensjahren erlangt er Berühmtheit und seine Bilder werden auch im Ausland gezeigt.

Cezanne zieht sich in seinen Heimatort Aix-en-Provence zurück. Durch eine umfangreiche Erbschaft von seinem Vater wird er finanziell unabhängig und bezieht 1902 sein Atelier-Haus.

1906 stirbt Cezanne an einer Lungenentzündung. Beim Malen war er in ein Unwetter geraten und hatte sich erkältet. Heute gilt Cezanne als einer der Wegbereiter der modernen Malerei. Seine Werke sind weltberühmt.

Besucht Cezannes Atelier: www.atelier-cezanne.com

Bilder von Cezanne als Poster könnt ihr euch hier
ansehen (in die Suche müsst ihr Cezanne eingeben).

Einige berühmte Gemälde von Cezanne findet ihr hier.

Text: LM 16.01.04, Foto Atelier: www.atelier-cezanne.com, andere Bilder: Buchcover

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt