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Opernstar Maria Callas

Berühmte Personen

Opernstar Maria Callas

Sie weckte die Oper aus dem Dornröschenschlaf einer verstaubten Kunstgattung, war unberechenbar, stolz und begnadet - Maria Callas starb vor 25 Jahren, am 16. September 1977 im Alter von nur 53 Jahren.


Kindheit und Jugend
Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulos wurde am 2. Dezember 1923 in New York geboren Ihre Eltern, George und Evangelia Kalogeropoulos, waren erst im August aus Griechenland in die USA eingewandert. 1929 eröffnete Marias Vater eine Apotheke in Manhattan und änderte den Familiennamen auf Callas. Doch die Weltwirtschaftskrise brach ihm geschäftlich das Genick.

Die Mutter hatte sich einen Sohn gewünscht, stattdessen kam Maria. Die Eltern waren nur stolz auf ihre Tochter, wenn sie aus ihrem Talent das Maximum herausschlagen konnten. Schon als 3-Jährige musste sie bei Gesangswettbewerben antreten, mit 9 erhielt sie Klavierstunden. Dabei war sie ungeheuer fleißig und studierte nächtelang Partituren. Nach der Trennung der Eltern kehrte sie 1937 mit Mutter und Schwester nach Griechenland zurück und erhielt in Athen Gesangsunterricht bei Maria Trivella. Ich wurde nur geliebt, wenn ich sang sagte sie später einmal in einem Interview.

Schon bald zeigten sich Marias einzigartige Sopranqualitäten. Niemand ahnte 1937, dass dasselbe Mädchen, das bei seiner Schulabschlussfeier Lieder von Gilbert und Sullivan vortrug, siebzehn Jahre später in Chicago mit La Traviata zum Weltstar werden sollte.

Der Opernstar
Ihr offizielles Bühnendebüt gab sie 1941 in Athen als Beatrice in Franz von Suppes Boccaccio. Weitere Auftritte in Griechenland folgten. 1945 kehrte sie in die USA zurück, um ihren Vater zu suchen. In New York nahm sie wieder den Namen Callas an. Sie sang an der Metropolitan Opera vor, erhielt jedoch kein Engagament.

Die beispiellose Weltkarriere der Sängerin begann erst nach dem 2. Weltkrieg. 1947 trat sie zum ersten Mal in der Arena von Verona auf. Die Kritiker überschlugen sich 1949 vor Begeisterung, als sie die Brunhilde in Wagners Walküre ebenso mühelos sang wie die Elvira in Bellinis Puritani. Im gleichen Jahr nahm sie die erste Schallplatte auf. Als 1951 bei der Eröffnungspremiere der Wintersaison an der Mailänder Scala die letzten Töne von Verdis «Sizilianischer Vesper» verklungen waren, brach das Publikum in rauschenden Beifall aus und die Kritiker sprachen von einem Weltstar und einer Diva ersten Ranges.

Ehen, Schlagzeilen und Skandale
In ihrem erfolgreichsten Jahr 1949 heiratete sie den Ziegelfabrikanten Giovanni Battista Meneghini. Die Ehe hielt nur zehn Jahre. In den fünfziger und sechziger Jahren war die Callas hoch verehrt und viel gefürchtet. Sie galt als stolz und prätentiös. Die bitteren Kindheitserfahrungen hatten aus ihr trotz ihrer Welterfolge einen gequälten, nur der Kunst verpflichteten Geist gemacht, der leicht zum Quälgeist für andere werden konnte: Ehemann Meneghini blieb nicht der einzige Mann ihres Lebens, wichtig waren für sie auch der Regisseur Luchino Visconti und der Reeder und Tankerkönig Aristoteles Onassis. Als ihre stimmlichen Fähigkeiten bereits merklich nachließen, machten die Medien sie zur Affärenqueen. Ihr Temperament und ihre Unberechenbarkeit waren ein gefundenes Fressen für die Sensationspresse. Neben den Männern gehörten dazu auch der Bruch mit ihrer Mutter, plötzlich abgebrochene Opernauftritte und eine Abmagerungskur von 90 auf 57 Kilo.

Einsames Ende
Wegen Onassis hatte Maria Callas die amerikanische Staatsbürgerschaft aufgegeben, doch der Reeder heiratete 1968 die Witwe des ermordeten US-Präsidenten Jacqueline Kennedy. 1975 starb Aristoteles Onassis nach einer Gallenoperation.
Ende der 60er Jahre verzichtete die Operndiva immer öfter auf komplizierte Opernpartien
und sang stattdessen leichtere Arienpotpourris. 1974 gab sie ihre letzten Konzerte.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung führte sie ein zurückgezogenes Leben und legte viel Wert auf ihre Privatsphäre. Nach ihrem langsamen Abstieg als Operndiva lebte sie einsam und zurückgezogen in Paris, wo sie am 16. September 1977 im Alter von 53 Jahren an einer Herzattacke starb.

Auf der offizielle Homepage der Operndiva findest du weitere Informationen und viele bunte Fotos.

Hier gibt es eine Diskografie, Bücher, Adressen und Fotos.

Text: Roland Rosenbauer, Bilder: DVD-Cover (Arthaus-Musik), Verlag S-Fischer, Gremese Editore, Robson Books.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt