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Olympische Spiele 2008

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Olympische Spiele 2008

Um 12.08 Uhr unserer Zeit ist es soweit: die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking werden eröffnet. Datum und Uhrzeit verheißen nach chinesischer Zahlenmystik Glück. Doch China steht auch in der Kritik. Mehr zu olympischen Zahlen, Teams und Wettbewerben erfahrt ihr hier ...

Die Olympischen Spiele 2008 werden am 8.8. um 20.08 (= 08.08) Uhr Ortszeit Peking eröffnet. Für die Chinesen ist die Acht eine Glückszahl: Es gibt Acht Symbole des Gelehrten, acht Trigramme im chinesischen I-Ging Orakel (rechts das Symbol für Zusammenhalt), acht Symbole des Buddhismus und acht Pfeiler des Himmels.


Außerdem spielt die Zahl Acht nach chinesischer Auffassung eine wichtige Rolle im Leben eines Mannes: Mit acht Monaten kommen die Milchzähne, mit acht Jahren verliert man sie, mit zwei mal acht Jahren ist man geschlechtsreif und mit acht mal acht Jahren zeugungsunfähig. Zumindest die Eröffnung steht also für die Chinesen unter einem guten Stern.

Dirk Nowitzki trägt die Deutsche Fahne

Fahnenträger für Deutschland wird der Basketballprofi Dirk Nowitzki sein, auch wenn es daran Kritik aus Reihen ehemaliger Olympioniken gibt. Sie hätten lieber einen erfahrenen Teilnehmer als Fahnenträger gehabt, gerne auch aus Disziplinen wie dem Reiten oder Schießen, die trotz oft guter Leistungen bislang noch nie als Fahnenträger zum Einsatz kamen.


Dirk Nowitzki wird also die deutsche Teilnehmerschar ins Vogelnest (siehe Bild) genannte Stadion führen. Deutschland ist in 26 von 28 Disziplinen vertreten. Nur im Baseball und im Softball stellt Deutschland keine Teilnehmer. Die deutsche Olympiamannschaft besteht aus 438 Athleten, 243 Männern und 195 Frauen. Begleitet und Unterstützt wird das Team von 55 Medizinern und Physiotherapeuten sowie 240 Trainern und Betreuern.


Insgesamt nehmen dieses Jahr 205 Nationen teil. Sie stellen rund 10 500 Teilnehmer und messen sich in 302 Wettbewerben in 28 Sportarten, ein Wettbewerb mehr als in Athen 2004. Es gibt 165 Wettkämpfe für Männer, 127 für Frauen und 10 Wettkämpfe mit gemischten Teams. Es gibt 37 Wettkampfstätten in und um Peking. Mitausrichter der Olypmischen Spiele 2008 ist neben dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Chinas auch das NOK von Honkong, denn dort werden die Reitsportwettkämpfe ausgetragen.


Änderungen bei den Disziplinen


Zum ersten Mal findet die Radsportdisziplin BMX ( = Bicycle MotoCross) als olympischer Wettbewerb statt. Zum einen gibt es einen Wettkampf namens Dirt/Trails, bei dem auf einem Rundkurs über Erdhügel gesprungen wird. Beim Vert genannten zweiten Wettkampf wird in einer Half-Pipe gefahren. Dafür gibt es kein Bahnzeitfahren der Männer und Frauen mehr.


Erstmals findet ein 3000 Meter Hindernislauf der Frauen statt. Langstreckenschwimmen im Freiwasser über 10 Kilometer findet für Männer und Frauen statt. Änderungen gibt es auch beim Fechten sowie beim Tischtennis, wo bisherige Doppel-Wettbewerbe durch Mannschaftswettbewerbe (Mann/Frau) ersetzt werden.


Warum Peking?


Es war nicht das erste Mal, dass Peking sich als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele bewarb, denn bereits 1997 bewarb es sich für 2004. Doch aufgrund schlechter Luftqualität und alten verwinkelten Stadtvierteln wurde Peking abgelehnt und Athen als Austragungsort für Olympia 2004 gewählt.


Vier Jahre später, am 17. Juli 2001, stand bereits die nächste Wahl für Olympia 2008 an. Diesmal konnte Peking mit modernisierten Hochhaussiedlungen, neu angelegten Grünstreifen, umgestalteten Stadtvierteln und verbesserter Luftqualität die Entscheider überzeugen.


Direkt nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses sagte der stellvertretende Ministerpräsident Li Lanqing, dass der Gewinn der olympischen Bewerbung für 2008 ein Beispiel für die internationale Anerkennung der sozialen Stabilität Chinas sei, sowie des wirtschaftlichen Fortschritts und des gesunden Lebens des chinesischen Volkes.


Kritik der Menschenrechtler


Menschenrechtler kritisierten die Entscheidung für Peking. In China werden weltweit die meisten Todesurteile gefällt, die Umweltverschmutzung ist sehr hoch und Bürgerrechte sowie die Standards für Arbeiter sind sehr niedrig. Das ist einer der Gründe, warum viele westliche Firmen dort produzieren lassen: Die laschen Vorschriften zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit der Arbeiter sorgen für geringe Kosten.


Damit die Wettkampfstätten relativ zentral und nah beieinander errichtet werden konnten, mussten viele tausend Menschen ihre Wohnungen räumen - sie wurden zwangsumgesiedelt, oft ohne ausreichende Entschädigung.

China gibt für die Olympischen Sommerspiele 2008 umgerechnet 26,6 Milliarden Euro aus. 23 Milliarden Euro werden für die Infrastruktur ausgegeben. Darin sind unter anderem die Müllentsorgung, den Straßenbau, Krankenhäuser, Militär und Polizei enthalten. 3,6 Milliarden Euro sind für die organisatorische Vorbereitung der Spiele veranschlagt.


Ebenso kritikwürdig ist die Zwangsumsiedlung im Rahmen der Olympiavorbereitungen. Die Organisation COHRE, die sich weltweit mit Wohnrecht beschäftigt, geht von insgesamt über 1,5 Millionen Menschen aus, die ohne angemessene Entschädigung umgesiedelt wurden, weit weg von ihren früheren Wohngebieten. Dem widersprach ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, dem zu Folge niemand zum Umzug gezwungen wurde.


Umwelt an letzter Stelle


Das Umland leider unter dem Wasserverbrauch Pekings. Damit in der Hauptstadt die Kanäle gut gefüllt sind, wird der Umgebung buchstäblich das Wasser abgegraben.

Auch klagen die Olympiakritiker die Wasserverschwendung Pekings an, denn es gibt rund um und in Peking fast nur noch ausgetrocknete Flüsse. Dennoch muss ein Kanal für die Ruderer und Segler, sowie ein Schwimmbecken für die Schwimmer gebaut werden. Doch eigentlich fehlt dafür das Wasser. Die chinesische Lösung: Es werden Brunnen gebaut, deren Pumpen viele tausend Meter in die Erde hineinragen.


Von dort werden viele Millionen Kubikmeter Wasser hochgepumpt, doch wenn das so weiter geht, dann sind selbst diese Millionen Jahre alten Wasserquellen in etwa 20 Jahren erschöpft. Trotzdem baut Peking seinen Olympiapark weiter mit Springbrunnen, künstlich angelegtem See, und bewässerten grünen Parks aus. Auch werden ausgetrocknete Kanäle und Flüsse zum Teil wieder bewässert. Peking blüht auf, doch im Umland herrscht Dürre.

Wenn dich China und die Olympischen Spiele interessieren, dann wirf doch auch einen Blick in unseren WAS IST WAS Band 93: Die Olympischen Spiele oder in unseren WAS IST WAS Band 109: Das alte China.

Text: Alexandra Taschner & -jj- 6.8.2008; Bilder: Wettkampfstätten Astrokey44/GFDL; BMX: Fabrizio Tarizzo/cc-by-sa 2.5; Nationalstadion: Selligpau/Padawane/cc-by-sa 2.5; Brücke: Pfctdayelise/cc-by-sa2.5

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