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Österreich: Gastgeber in Außenseiterposition

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Österreich: Gastgeber in Außenseiterposition

Österreichs Nationalmannschaft gilt im Weltfußball nicht gerade als Übermacht. In den letzten Jahren wurde sie vor allem von den Deutschen immer wieder besiegt. Doch so manches Mal konnten die Österreicher den Deutschen ein die eine oder andere Niederlage zufügen, so geschehen 1978 in der Schmach von Cordoba. Obwohl die Blütezeit des österreichischen Fußballs weit zurückliegt, gelingt ihnen ja vielleicht doch eine Überraschung bei der EM.

Geschichte der Österreichischen Nationalelf

Das erste offizielle Länderspiel bestritt eine Auswahl der Österreichischen Fußball-Union gegen Ungarn, das mit 5:0 gewonnen wurde. Ab 1904 hieß der Verband Österreichischer Fußballbund (ÖFB). Als Höhepunkt des österreichischen Fußballs gilt das Wunderteam, das zwischen den Weltkriegen große Siege einfahren konnte, wie der 5:0 Sieg 1931 gegen die bis dahin auf dem europäischen Festland ungeschlagenen Schotten.

Nachdem die Nationalmannschaft während des Zweiten Weltkriegs in die Deutsche integriert war, gab es noch einige Erfolge zu verzeichnen, allerdings blieben schon bald die großen Siege der Vergangenheit aus.

Insgesamt nahm die ÖFB-Auswahl acht Mal an Endrunden von Weltmeisterschaften teil. In den ersten 50 Jahren seit der Gründung war sie fast immer vertreten und erreichte bei der WM 1954 in der Schweiz mit dem dritten Rang ihre bisher beste Platzierung. Der letzte Auftritt der Österreicher bei Weltmeisterschaften war 1998 in Frankreich, als man allerdings ohne Sieg in der Vorrunde ausschied.

Sieg gegen Deutschland

Foto: Trainer Hickersberger war bei dem Sieg der Österreicher über Deutschland in Cordoba als Spieler dabei.

Bei der WM 1978 in Argentinien gelang den Österreichern ein überraschender Sieg über die deutsche Mannschaft, als sie im Stadion von Cordoba 3:2 gewannen. Unvergessen dabei bleibt der legendäre Kommentar des österreichischen Reporters Edi Finger, der mit Begeisterung das Eigentor von Berti Vogts und die beiden Treffer von Hans Krankl bejubelte. Dieses Spiel gilt in Deutschland als die Schmach von Cordoba.

Foto: René Aufhauser gehört zu den drei alteingesessen Spielern der Österreichischen Nationalelf.

Bei Europameisterschaften gab es bisher nur zwei Teilnahmen. 1960 erreichte das österreichische Team das Viertelfinale, während man 1964 in der Runde der letzten 16 scheiterte. Seitdem ist die Nationalmannschaft nun schon mehr als vierzig Jahren von der europäischen Bühne abwesend. Erst bei der EM im eigenen Land, zu der sich der Gastgeber nicht qualifizieren musste, ist Österreich wieder mit von der Partie.

Fotos: Martin Stranzl (links) und Ivica Vastic (rechts) sind neben Aufhauser die Stützen der Mannschaft.


Die erste österreichische Liga ist die Bundesliga. Sie wird bereits seit 1911 ausgetragen. Hier kämpfen zehn Teams jedes Jahr aufs Neue um die österreichische Meisterschaft. Amtierender Meister und mit 32 Titeln Rekordmeister ist der SK Rapid Wien.

Ein junges Team

Foto: Sebastian Prödl ist mit 20 Jahren einer der Jüngsten in Hickersbergers Team.

Der Trainer der Österreicher ist seit 2006 Josef Hickersberger, der selbst beim Spiel von Cordoba 1978 dabei war und das Team bereits von 1987 bis 1990 betreute. Nachdem Fußballgrößen wie Rekordnationalspieler Andreas Herzog (103 Einsätze) und Rekordtorschütze Toni Polster (44 Tore) ihre Karriere vor einigen Jahren beendeten, setzt man nun auf junge Spieler, wie zum Beispiel Sebastian Prödl (20) von Sturm Graz. Einige Spieler sind auch in Deutschland unter Vertrag, darunter Martin Harnik (Werder Bremen) und Andreas Ibertsberger (TSG Hoffenheim).

Mit diesem Team hofft man in Österreich auf eine Überraschung, denn in Gruppe B wird es erneut zum Duell mit Deutschland Deutschland kommen. Doch das wird nur gelingen, wenn die Österreicher ihre Fans begeistern können. Und das ist oft genug nicht so einfach, handelt es sich bei den heimischen Zuschauern doch um sehr kritische Geister, die sich nicht um jeden Preis hinter ihre Mannschaft stellen.

Ende 2007 gab es sogar eine Initiative die sich dafür einsetzte, dass die Österreichische Nationalmannschaft freiwillig auf die Teilnahme an der Meisterschaft im eigenen Land verzichte.

Text: Jan Wrede, Fotos: Österreichischer Fußballbund.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt