Archiv

In unserem Archiv findest du die beliebtesten Texte und Kinderfragen aus 15 Jahren wasistwas.de. Klick rein in deine Lieblingsthemen!

Niccol Paganini: Der Teufelsgeiger aus Genua

Berühmte Personen

Niccol Paganini: Der Teufelsgeiger aus Genua

Technische Perfektion gepaart mit dämonischer Ausstrahlung - mit diesen beiden Gaben brachte Niccoló Paganini im frühen 19. Jahrhundert sein Publikum schier um den Verstand. Nicht selten brachen die Zuschauer bei Konzerten des begnadeten Violinvirtuosen in Tränen aus.

Wie es zur Zeit der Romantik in Mode war, kultivierte der gebürtige Genueser das Bild des verklärten, aller Welt entrückten Künstlertypus. Er wusste, dass die Menschen nicht nur deshalb kamen, um sein packendes Geigenspiel zu hören, sondern vor allem auch um ihn zu sehen, Niccoló Paganini, den Teufelsgeiger.

Mit dem Dämon im Bunde

Seinen werbeträchtigen Beinamen hatte der Italiener einem Wiener Zuschauer zu verdanken, der nach einem Auftritt Paganinis völlig verstört behauptete hatte, er habe den Fürst der Hölle leibhaftig auf der Bühne gesehen wie er dem Virtuosen den Bogen führte. Derartige Behauptungen führten schon zu Lebzeiten Paganinis zu einer lebhaften Legendenbildung um seine Person.

Das Wunderkind

Auch seinen Musiklehrern war Paganini nicht ganz geheuer. Nachdem er als Knirps Geigenunterricht von Giacomo Costa, dem Domkapellmeister von Genua, erhalten hatte, konnte ihm bald kein Pädagoge mehr etwas beibringen. Dass sein Vater mit dem Wunderkind das ganz große Geld machen wollte, ließ sich das junge Musikgenie nur wenige Jahre bieten. Mit 16 floh er aus dem Haus der Eltern um sich in Zukunft überwiegend autodidaktisch, also ganz alleine, weiterzubilden.

Auf Tour in ganz Europa

Eine Festanstellung als Kammervirtuose und Kapellmeister am Hofe der Fürstin von Lucca übrigens eine Schwester Napoleons nahm das Naturtalent 1805 nur aus finanziellen Gründen an. Doch kurze Zeit später hatte er das monatliche Einkommen nicht mehr nötig. Ab 1810 tourte er zunächst durch seine Heimat und dehnte seine Konzertreisen bald nach ganz Europa aus. Von Deutschland bis Polen, von Schottland bis Österreich verblüffte er sein Publikum mit Kompositionen von höchstem Schwierigkeitsgrad. Die kunstvollen Griffe, die seine Werke erfordern und die man in der Musikwelt bis dahin für unmöglich gehalten hatte, stellen noch heute die größte Herausforderung für jeden Geigervirtuosen dar.

Inspirationsquelle

Auch Komponisten aller Epochen ließen sich von den Musikstücken des Italieners inspirieren. Schumann, Brahms, Liszt und Rachmaninow schrieben Variationen über einige seiner Themen. Franz Léhar setzte dem Teufelsgeiger mit seiner Operette Paganini ein Denkmal.

Geizkragen

Im Vergleich zu vielen anderen Künstlern lebte Paganini ein Leben in Reichtum und Überfluss. Andere Menschen ließ er jedoch an seinem Wohlstand nicht teilhaben. Er galt als geizig und habgierig. Am 27. Mai 1840 starb der Künstler in Nizza / Südfrankreich. Seine Violinkonzerte D-dur, h-moll und E-dor sowie die 24 Capricen für Violine solo gehören noch heute zum gängigen Konzertrepertoire der klassischen Musik. Paganini selbst gilt bei vielen Kennern bis heute als unübertroffen Violinist.

Nic 23.10.2002 / Buchcover: mit freundlicher Genehmigung von Schöffling & Co. Buchtipp: Werners Fuld: Paganinis Fluch. Die Geschichte einer Legende.

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt