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Mordillo: Schöpfer der Knollnasenmännchen

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Mordillo: Schöpfer der Knollnasenmännchen

Guillermo Mordillo ist ein echter Klassiker in der internationalen Comicszene. Seit fast 40 Jahren bringt der argentinische Zeichner mit seinen lustigen Knollnasenmännchen und verrückten Zootieren Kinder und Erwachsene in aller Welt zum Lachen. Am 4. August feiert er seinen 70. Geburtstag.

Kreatives Talent besaß Mordillo schon als kleiner Junge. Als er sechs Jahre alt war nannten ihn seine Eltern, mit denen er in einem Vorort von Buenos Aires lebte, nicht mehr Guillermo, sondern gaben ihm den Spitznamen der Zeichner der Familie. Denn das Kritzeln auf Papier war neben Fußball seine ganz große Leidenschaft.

Walt Disney als Vorbild

Bereits als 18jähriger illustrierte der junge Argentinier Kinderbücher und verdiente sich nebenbei Geld in der Werbebranche. Den Job in einer peruanischen Reklameagentur betrachtete er nur als Zwischenstation. In Wirklichkeit träumte er von einer Karriere als Comiczeichner im Stil von Walt Disney.

New York als Zwischenstation

1960 versuchte Mordillo deshalb sein Glück in New York, wo er eine Stelle als Animationsassistent bei Paramount Pictures fand. Seine Aufgabe als betweener war es, die Übergangscartoons für die TV-Serie Popeye, der Matrose zu entwerfen. Mit Hilfe seiner Zeichnungen wurden zwei wichtige Bilder einer Sequenz verbunden und damit der optische Effekt von Bewegung erzielt.

Es geht nach Paris

Mit seiner Vorstellung von Zeichentrick hatte das aber nicht mehr viel zu tun. Enttäuscht warf Mordillo das Handtuch und begann mit dem Zeichnen von Glückwunschkarten. Obwohl der Argentinier die Green Card besaß, und damit unbegrenzt in den USA leben und arbeiten durfte, beschloss er 1963 nach Europa zu gehen. Über Spanien gelangte er schließlich nach Paris.

Not macht erfinderisch

In Frankreich hatte es der Südamerikaner zunächst schwer. Mit seinen Gratulationskarten ließ sich nicht genügend Geld verdienen. Und um Cartoons zu zeichnen beherrschte er einfach zu wenig französisch. Doch Not macht erfinderisch: Mordillo begann einfach textfreie Comicstrips zu pinseln - witzige Bildergeschichten, die jeder Leser, ob Kind oder Erwachsener, auch ohne Worte verstehen konnte. Und immer versehen mit einer gehörigen Portion Humor und Lebensweisheit.

Weiße Figuren auf buntem Grund

Anfangs waren die Karikaturen noch schwarz-weiß. Erst später, als Mordillo in großen Zeitschriften veröffentlicht, bringt der Argentinier kräftige Farben ins Spiel, die für seine Arbeiten so charakteristisch sind. Die berühmten weißen Knollnasenmännchen auf buntem Grund werden zu seinem Markenzeichen.

Erfolg auf der ganzen Linie

Anfang der 70er hat es Mordillo geschafft. Er ist erfolgreich, sitzt finanziell fest im Sattel und nebenbei glücklich verheirateter Vater von zwei Kindern. Seit 1980 lebt Mordillo mit seiner Frau auf Mallorca, wo er ein Haus mit Blick aufs Meer besitzt. Seine Comics werden nach wie vor in aller Welt veröffentlicht und wurden von einem deutschen Animationsstudio sogar fürs Fernsehen adaptiert.

Später Ruhm in der Heimat

Paradoxerweise wurde Mordillo fast überall auf der Welt früher berühmt als in seiner südamerikanischen Heimat. In Argentinien veröffentlicht die Sonntagszeitung La nación erst seit 1997 regelmäßig die witzigen Bildergeschichten. Doch inzwischen hat sich der Name Mordillo herumgesprochen. Unter den jungen Cartoonisten hat der Kultzeichner bereits viele Nachahmer gefunden.

Nic 31.07.2002 / Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Heye Verlags.

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