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"Metropolis": Einer der ersten deutschen Science-Fiction-Filme

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"Metropolis": Einer der ersten deutschen Science-Fiction-Filme

Der Stummfilm Metropolis von 1927 war nicht nur einer der ersten deutschen Science-Fiction-Filme, sondern auch ein noch nie da gewesenes Mammutprojekt der Berliner Filmindustrie. Bis das bildgewaltige Werk am 10. Januar erstmals über die Kinoleinwand flimmern konnte, benötigte Regisseur Fritz Lang über 750 Schauspieler, 36.000 Statisten, rund 2.000 Kilometer Filmmaterial sowie Tonnen von Holz, Farbe und Mörtel.

Fritz Lang, der bereits durch Dr. Mabuse und Die Nibelungen bekannt war, hatte es sich in den Kopf gesetzt, Hollywood Paroli zu bieten. Sein Film sollte alles in den Schatten stellen, was der deutsche Film bis dahin zu bieten hatte.

Gut kämpft gegen Böse

Die Story des Films ist ziemlich simpel gestrickt und folgt dem auch heute üblichen Schema der meisten Filme und Geschichten: Gut kämpft gegen Böse. Fritz Langs Vision der Zukunft zeichnet das düstere Bild einer Zweiklassengesellschaft in der Fantasie-Stadt Metropolis im 21. Jahrhundert. Hier hausen unterdrückte, zum Arbeiten an der Maschine gezwungene Sklaven in einer Stadt unter der Erde, während die Menschen der Oberstadt im Luxus schwelgen.



Liebe kennt keine Schranken

Das Gleichgewicht der eingespielten Gesellschaft gerät ins Wanken als sich Maria, die engelsgleiche Wortführerin der Arbeiter, und Freder, Sohn des Herrschers von Metropolis, ineinander verlieben. Aus Zuneigung zu Maria will Freder den Unterdrückten helfen und sich gegen seinen Vater stellen.

Zum alles entscheidenden "Showdown" kommt es als sich ein Nebenbuhler des Metropolis-Herrschers einschaltet. Mit Hilfe eines von ihm entwickelten bösartigen Roboter-Mädchens, das Maria bis aufs Haar gleicht, will er einen Arbeiteraufstand anzetteln, der Freders Glück und die Herrschaft seines Vaters zerstören soll. Doch der Schwindel fliegt auf und der Bösewicht stürzt von einem Turm zu Tode. Alles geht gut aus: Maria und Freder dürfen sich lieben, die Klassen verbrüdern sich.

Happy End für das Publikum

Dieses tränentreibende Happy End wurde dem Regisseur vor allem von den Kritikern vorgehalten. Der gute Ausgang war aber wohl ein Zugeständnis an das zeitgenössische Publikum. Außerdem lag das Besondere des Films nicht in seiner Geschichte, sondern in der technischen Machart. Beeindruckend ist vor allem die Bewegungskomposition der Massen. Ganz Metropolis und seine Menschen scheinen geprägt vom hämmernden Rhythmus der Maschinen. Damit spielt Lang auf die neue Technik an, die das Leben der Menschen gerade im Berlin der 1920er Jahre entscheidend veränderte.

Neue technische Verfahren

Der Regisseur konnte außerdem einige technische Neuerungen in seinen Film einbringen, die es bis dahin selbst im Ausland noch nicht gegeben hatte. So wurde etwa das so genannte Schüfftan-Verfahren erstmals in einen Spielfilm aufgenommen. Dabei wird durch die Einspiegelung winziger Modelle in Realszenen die Illusion riesiger Bauten geschaffen. So ließ Lang die Wolkenkratzer und kühnen Straßenkonstruktionen von Metropolis vor den Augen der Kinobesucher lebendig werden.

Geräusche optisch darstellen

Um eine Explosion eindrucksvoll filmisch darzustellen, erfand Fritz Lang außerdem die Kameraschaukel. Die Kamera wurde dem Schauspieler, der zurückwich und sich an die Wand presste, entgegengeschwungen und kehrte in ihre Ausgangsposition zurück. Dadurch wurde die Druckwelle der Detonation sichtbar. Derartige Verfahren waren notwendig, weil Geräusche im Stummfilm optisch sichtbar gemacht werden mussten. So symbolisierte Pulverdampf beispielsweise das Pfeifen der Arbeitssirene.

Finanzieller Flop

Trotz der hohen Erwartungen wurde Metropolis für die Filmgesellschaft UFA ein Reinfall. Auf eine Million Mark Produktionskosten angesetzt, verschlang das Projekt während der Dreharbeiten weitere vier Millionen. Eine für damalige Verhältnisse horrende Summe. Auch an den Kinokassen erwies sich der Film als Flop. In Deutschland spielte er gerade mal ein Siebtel der Herstellungskosten ein.

Großteil verschollen

Was seine Länge betrifft, stellt Metropolis selbst abendfüllende Spielfilme wie Titanic oder Herr der Ringe in den Schatten. Ursprünglich wurde er in zwei Teilen mit jeweils über drei Stunden Dauer aufgeführt. Für das damals noch wenig kinoerfahrene Publikum eine echte Leistung! Heute gilt ein Großteil des Films als verschollen. Immer wieder gab es Versuche, Metropolis zu rekonstruieren. Das größte derartige Projekt wurde bei den Berliner Filmfestspielen im Jahr 2001 umgesetzt.

Nic - akt. 10.01.2007 / Foto: Metropolis-Roboter mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Filmmuseums Berlin

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