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Maxim Gorki: Russischer Meister des Realismus

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Maxim Gorki: Russischer Meister des Realismus

Der russische Schriftsteller Maxim Gorki gilt als Hauptvertreter des russischen Realismus. Der Autor selbst rief diese Kunstform auf dem Kongress des sowjetischen Schriftstellerverbands ins Leben. Am 28. März 1868 vor 135 Jahren wurde der Schöpfer weltbekannter Romane, Dramen sowie literarischer und kulturkritischer Essays (= Aufsätze) als Sohn eines Tischlers geboren.

Da Maxim, der damals noch Alexej Maximowitsch Peschkow hieß, schon als Fünfjähriger den Vater verlor, verbrachte er seine Kindheit vor allem bei seinem Opa. Als sechs Jahre später auch die Mutter starb, musste der Junge auf Verlangen des Großvaters seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Er schlug sich als Bäcker, Laufbursche, Hafenarbeiter und Tellerwäscher durch.

Im Visier der Polizei

Obwohl der Frühwaise nur eine klägliche Schulausbildung von drei Jahren genossen hatte, wollte er 1884 unbedingt an einer Universität studieren. Diesen Plan gab es jedoch bald frustriert auf. Stattdessen wandte er sich einer Gruppe junger Marxisten zu und stand deshalb ab 1888 wegen politischer Betätigung unter polizeilicher Beobachtung. Dazu musst du wissen, dass damals in Russland noch der Zar regierte und die Sozialisten als Revolutionäre verfolgt wurden.

Gorki - "der Bittere"

1892 veröffentlicht der junge Russe seine erste Erzählung unter dem Pseudonym Gorki. Das bedeutet übersetzt so viel wie der Bittere. Zu Beginn seiner Karriere orientiert sich Gorki zunächst an den russischen Romantikern, beschreibt gemäß dieser Tradition das Leben von Landstreichern und Abenteurern. Erst Ende des Jahrhunderts beginnt Gorki seinen charakteristischen Stil auszuprägen. Als erster russischer Schriftsteller schreibt er über das Leben der sozial und gesellschaftlich Benachteiligten, über das Proletariat.

Gesellschaftskritische Dramen

1902 kam sein erstes Drama Kleinbürger auf den Markt. Es folgte das Theaterstück Nachtasyl, das durch die Aufführung am Moskauer Künstlertheater und die Interpretation des berühmten Regisseurs Max Reinhardt zum Welterfolg wurde. Als die Proteste gegen die Regierung des russischen Zaren immer lauter wurden, stellte Gorki die gesellschaftlichen Verhältnisse in Russland ins Zentrum seiner Dramen.

Durch Zensur mundtot gemacht

In den Jahren der Revolution gerät Gorki abermals ins Visier der Polizei. Er wird verhaftet und muss einige Zeit im Exil verbringen, weil er an den Protestbewegungen teilgenommen hat. Dort entsteht u.a. der Roman Mutter, der noch heute als Prototyp des proletarischen Romans gilt. 1913 nach Russland zurückgekehrt engagiert sich Gorki einige Jahre an Lenins Seite für die sozialistische Partei. Die gewalttätige Machtübernahme 1917 durch die Bolschewisten unterstützt er jedoch nicht. Er kritisiert Lenins Methoden der Verfolgung und des Terrors öffentlich, bis ihn die Zensur 1918 zum Schweigen zwingt.

Im Konflikt mit Stalin

Enttäuscht von den neuen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Russland zieht sich Gorki zum zweiten Mal ins Exil nach Italien zurück. Zuvor hatte er 1918 noch das Gorki-Theater in Leningrad (heute St. Petersburg) mitbegründet. 1931 kehrt der Autor wieder nach Russland zurück. Er folgt nun den kulturpolitischen Leitlinien, darf das Land aufgrund der Meinungsverschiedenheiten mit Josef Stalin in den letzten Jahren seines Lebens aber nicht mehr verlassen.

Vom Geheimdienst ermordet?

Nach Gründung des Schriftstellerverbandes wird Gorki dessen Vorsitzender. Er propagiert konsequent eine Literatur des russischen Realismus und schreibt selbst Werke mit Vorbildcharakter. Sein Hang zur offenen Meinungsäußerung wird von Regierungskreisen kritisch beäugt. Am 18. Juni kommt Gorki unter mysteriösen Umständen in Moskau ums Leben. Bis heute besteht der Verdacht, dass der Schriftsteller vom russischen Geheimdienst ermordet wurde.

Nic 27.03.2003 / Cover: Claasen Verlag, Reihe Lebensläufe

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