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Mary Quant: Die Erfinderin des Minirocks

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Mary Quant: Die Erfinderin des Minirocks

Wenn Stars wie Christina Aguilera oder Britney Spears Röcke tragen, die nicht viel länger als ein überbreiter Gürtel sind, regt das kaum noch jemanden auf. Als der Minirock noch zehn Zentimeter oberhalb des Knies endete, war das ganz anders. In den sechziger Jahren löste er wahre Proteststürme aus. Trotzdem setzte sich der Mini in allen sozialen Schichten durch: Damen der besseren Gesellschaft trugen ihn genauso begeistert wie Schülerinnen oder Sekretärinnen. Am 11. Februar feiert die Designerin Mary Quant ihren 70. Geburtstag.

Mief der spießigen 50er Jahre

Ihr Siegeszug durch die Modewelt begann 1955. Damals eröffnete die 21-Jährige mit ihrem Ehemann im Londoner Stadtteil Chelsea ihr Modegeschäft Bazaar. Mary entwarf ihre eigenen Modelle, das Modeangebot der 50 Jahre war ihr zu spießig.

Wie wurde der Mini erfunden?

Quant hatte sich angeblich über eine Bemerkung der scharfzüngigen und berühmten Modeikone Coco Chanel geärgert, die behauptete angeblich, das Knie sei der hässlichste Teil eines Frauenkörpers. Das fand Mary Quant so unverschämt, dass sie ihre Röcke aus Protest einfach abschnitt. Der Minirock war erfunden. Mary Quants Mini, den sie auf dem Laufsteg von superschlanken Mannequins vorführen ließ, die zu Beat-Musik tanzten, war Skandal und Welterfolg.

Clevere Geschäftsfrau

Aber nicht nur der Zeitgeist verhalf dem Minirock zum Erfolg - es war auch Quants Geschäftsstrategie. Sie bot ihre Mode und dazu passende Accessoires zu erschwinglichen Preisen an. Aus ihrem Modeladen wurde ein gut florierendes Unternehmen, sie belieferte Geschäfte auf der ganzen Welt. Allein in Japan gibt es heute über 300 Mary-Quant-Boutiquen.
Bild: Firmenlogo

Der Mini als Protest

Mit dem Minirock schuf Quant ein Kleidungsstück, das das Lebensgefühl einer ganzen Generation verkörperte. Die Beatles und die Rolling Stones wurden Galionsfiguren einer neuen Jugendbewegung, das Model Twiggy wurde zum Mode-Vorbild für junge Mädchen, vor allem Schüler und Studenten begannen, sich gegen Autoritäten aufzulehnen und die gesellschaftlichen Maßstäbe in Frage zu stellen.

Wenig Stoff mit großer Wirkung

Ende der 60er Jahre griffen auch französische Modehäuser wie Christian Dior, Yves Saint Laurent oder Courrèges den Trend auf. Damit war der Minirock endgültig hoffähig, wenn ihn auch der Vatikan mehrmals als "unzüchtig" verdammte. Frau trug ihn zu Schuhen mit hohen Plateausohlen und kurzem Mantel. Erst in den 70er Jahren setzte sich die Kombination kurzer Rock - langer Mantel durch.

Hot Pants und Kosmetik

Der Erfolg ließ die Designerin nicht müßig werden. Ende der 60er Jahre kreierte sie die Hot Pants. Sie eröffnete zahlreiche Geschäfte rund um die Welt. Quant entwickelte mehrere Kosmetik-Serien und schrieb außerdem ihre Autobiografie sowie andere Bücher über Mode. Bis heute ist sie gut im Geschäft - noch immer bringt sie jährlich eine eigene Kollektion heraus. Inzwischen sind Schwarz und Weiß Mary Quants Lieblingsfarben.

11.2.04/ sw Bildmaterial: Mary Quant Homepage, Firmenlogo

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