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Mario Adorf: Der Star des europäischen Kinos

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Mario Adorf: Der Star des europäischen Kinos

Auf der Bühne ist er ebenso routiniert wie im Film- und Fernsehstudio. Und dass er sich auf kein bestimmtes Rollenschema festlegen lässt, hat Mario Adorf in seiner Jahrzehnte langen Karriere immer wieder bewiesen. In mehr als 170 Film- und Fernsehproduktionen hat der Halbitaliener mitgewirkt und dem europäischem Kino nachhaltig seinen Stempel aufgedrückt.


So abwechslungsreich wie seine Arbeit ist auch Adorfs Lebenswandel. Wohl fühlt er sich an verschiedenen Orten, pendelt zwischen Rom, Saint-Tropez und Deutschland hin und her. Sein Sprachtalent - er spricht deutsch, englisch, italienisch und französisch perfekt - hat es ihm immer ermöglicht bei internationalen Projekten mitzuwirken.

Raus aus der Provinz

Geboren wurde Mario Adorf am 8. September 1930 in Zürich als uneheliches Kind eines Italieners und einer Elsässerin. Aufgewachsen in einem Provinzstädtchen in der Eifel wurde es dem Jungen nach Ende des Zweiten Weltkriegs schnell zu eng. Nach einem kurzen Intermezzo als Boxer und Student verschiedenster Fachrichtungen verschlug es ihn zunächst nach München, wo er an der bekannten Otto-Falckenberg-Schule seine Ausbildung zum Schauspieler absolvierte.

Theater als Leidenschaft

Mario Adorf war nicht nur begabt, sondern auch hartnäckig, wenn es darum ging begehrte Statistenrollen an den Kammerspielen zu ergattern. Wann immer es möglich war, schlich er sich in die Proben um vorzusprechen. Seine Leidenschaft wurde belohnt. Nach Abschluss der Schule wurde der junge Mann mit dem südländischen Aussehen engagiert und blieb der Münchener Bühne von 1955 bis 1962 treu.

Bundesfilmpreis mit 28

Im Theater wurde der Halbitaliener auch für den Film entdeckt. Seine erste herausragende Rolle - er spielte einen Massenmörder in dem Film "Nachts, wenn der Teufel kam" - brachte dem damals 28jährigen nicht nur den Bundesfilmpreis, sondern auch den internationalen Durchbruch. Von nun an arbeitete Adorf mit den ganz Großen des Filmbusiness zusammen: Claude Chabrol, Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Sam Peckinpah - alles Regisseure von Weltrang.

Einmal Hollywood und zurück

Auch wenn Mario Adorf mehrfach die Gelegenheit hatte in den USA zu arbeiten - auf die große Hollywoodkarriere hat er ganz bewusst verzichtet. Die Gefahr, als der ewig gleiche Typ abgestempelt zu werden, war ihm zu groß. Und das europäische Kino reizte ihn einfach mehr.

Nur die besten Rollen

Während seiner Jahrzehnte langen Karriere hat sich Mario Adorf seine Rollen sehr genau ausgesucht. Es sind außergewöhnliche Filme und Figuren, denen er sein ganzes Engagement widmete. So spielte er etwa in der oscarprämierten Grass-Verfilmung "Die Blechtrommel" und der Gesellschaftskomödie "Lola" oder den aufwändigen Fernsehproduktionen "Der Schattenmann", "Via Mala" und "Der große Bellheim".

Schriftsteller und Entertainer

1995 und 2001 bewies Mario Adorf außerdem, dass er auch musikalisch einiges auf dem Kasten hat. Seine Tournee als Chansonsänger und Entertainer überzeugte Kritiker und Publikum gleichermaßen. Zum Schriftsteller wurde er eher durch Zufall. Das Schreiben machte ihm allerdings so viel Spaß, dass er bis heute mit großem Erfolg fünf Bücher veröffentlicht hat.

Ausgezeichnet

Bis heute ist Mario Adorfs Popularität nicht abgeebbt. Der bekennende Fußballfan, der mit allen erdenklichen Film- und Fernsehpreisen überhäuft wurde steht noch immer regelmäßig vor der Kamera. Verheiratet ist er in zweiter Ehe mit der Fotografin Monique Fay, mit der er überwiegend in Rom wohnt.

Nic - 06.09.2005 / Buchcover: Mario Adorf - Bilder meines Lebens, Verlag Kiepenheuer & Witsch

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