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Ludwik Zamenhof Vater der Sprache Esperanto

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Ludwik Zamenhof Vater der Sprache Esperanto

Stellt euch vor, alle Menschen auf der Welt würden die selbe Sprache sprechen und ihr könntet ohne Probleme mit Kindern in China oder Afrika sprechen. Diesen Traum hatte Ludwik Lejzer Zamenhof, der heute vor 150 Jahren geboren wurde. Er entwickelte eine Plansprache, die einfach zu lernen ist, und somit als universelle Verständigungsform gedacht war.

Ludwik Zamenhof ist der Begründer der Esperanto-Sprachgemeinschaft.

Zamenhofs Anfänge

Ludwik Lejzer Zamenhof wure am 15. Dezember in Biaystok im heutigen Polen geboren. Vor allem seine Mutter war praktizierende Jüdin und so kam er auch in die jüdische Glaubensgemeinschaft. Ludwik Zamenhof studierte Medizin in Moskau und später in Warschau. Nach seinem Abschluss spezialisierte er sich auf die Augenheilkunde und hatte unter Anderem in Wien eine Praxis.

Zamenhof und der Zionismus

Während seiner Studienzeit hatte Ludwik Zamenhof ab 1882 engen Kontakt zu zionistischen Kreisen. Die Zionisten sind eine jüdische Bewegung, die die Ansicht vertrat, dass ein jüdischer Nationalstaat in Palästina errichtet werden sollte, in dem alle Juden zusammen leben könnten.

In jungen Jahren setzte sich Zamenhof für die Zionismus-Bewegung ein.



Nachdem er zunächst selbst aktiv für die zionistische Bewegung arbeitete, war er schon 1887 der Meinung, dass die Forderung nach einem jüdischen Staat in Palästina unrealistisch sei. Er fand es sinnvoller, wenn alle Menschen sprachliche und religiöse Barrieren abbauten, anstatt sich in ihren Staaten abzuschotten.

Die sprachliche Einheit der Welt

Ludwik Zamenhofs Heimatort Biaystok gehörte damals noch zum Russischen Zarenreich. Hier kamen Einwohner verscheidenster Sprache und Religion zusammen, darunter Polen, Russen, Deutsche und jiddisch sprechende Juden. Der junge Ludwik begeisterte sich schon früh für Fremdsprachen. Er sprach Russisch, Jiddisch, Polnisch, Deutsch, Französisch und besaß Kenntnisse in Griechisch, Hebräisch, Latein und Englisch.

In Ludwik Zamenhof kam bald der Wunsch nach einer einheitlichen Sprache auf, damit sich Menschen überall auf der Welt leichter verständigen könnten, ohne bis zu zehn Sprachen lernen zu müssen. Zeit seines Lebens gab es in Europa immer wieder Krieg und Konflikte. Er hoffte mit einer einheitlichen Sprache eine bessere Verständingung unter den Völkern zu schaffen.


Die Familie Zamenhof auf dem ersten Esperanto-Weltkongress 1905.

Esperanto wird geboren

Der endgültige Entwurf seiner internationale Verstängigungsform wurde 1887 veröffentlicht. Ludwik Zamenhof gab ihn unter dem Decknamen Dr. Esperanto (wörtlich Hoffender) heraus, weshalb der Name Esperanto sich schon bald für die Plansprache durchsetzte. Die Sprache ist einfach aufgebaut und besteht aus festen Elementen, die aneinander gefügt werden.

Zamenhof vertrieb daraufhin auch eine Zeitung auf Esperanto und so wuchs die Zahl der Esperanto-Sprecher und Befürworter seiner Idee. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand die Sprache um die Jahrhundertwende, sprich 1900, Einzug in Westeuropa. Es bildeten sich Orts- und Landesverbände, die die Idee auf der ganzen Welt verbreiteten.

Ludwik Zamenhofs letzte Jahre

Als sich die Esperanto-Gemeinschaft immer weiter vergrößerte, war Zamenhof nicht mehr für die Verbreitung seiner Sprache verantwortlich. Er war weiterhin als Augenarzt tätig und übersetzte die Bibel in Esperanto. Allerdings litt er an Herzproblemen, und starb am 14. April 1917 im Alter von 57 Jahren.
 

Auch heute gibt es weltweit eine kleine Gemeinde "Esperantisten".



Esperanto heute

Obwohl Zamenhofs Idee vielversprechend war, konnte sich die Sprache nicht als universelle, internationale Verständigungsform durchsetzten. Englisch hatte bereits den Rang der Weltsprache inne. Dennoch gibt es auf der ganzen Welt offenbar genug Esperantisten, um die Sprache über nun schon mehr als 100 Jahre weiterzugeben. 

Weltweit gibt es einige tausend Muttersprachler. Die Schätzungen über die Menschen, die des Esperantos als Zweitsprache mächtig sind, variieren zwischen 500.000 und zwei Millionen. Es gibt sogar einen Esperato-Radiosender.

14.12.2009 // Text: Jan Wrede; Bilder: Flagge: Gabriel Ernst Grundin (pd), Zamenhof alt: (pd), Zamenhof jung: UAE Archive (pd), 1. Kongress: Omso Buller, UAE (pd), Treffen: Sebastian Kirf (cc-by-sa 2.5)

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