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"Live 8"

Berühmte Personen

"Live 8"

Gleichzeitig werden am 02. Juli in neun Städten - Berlin, London, Rom, Paris, Philadelphia, Barrie an der kanadischen Ostküste, Tokio, Moskau und Johannesburg -Hunderttausende von Fans erwartet, die rund 100 bekannte Rock- und Popgrößen kostenlos erleben können. Zugesagt haben z.B. Coldplay, R.E.M., Björk, Jay-Z, Stevie Wonder, Yannick Noah, Destiny´s Child, Coldplay, The Killers, Bon Jovi, Elton John, U2, Madonna, Johnny Hallyday, Duran Duran, Andrea Bocelli, Robbie Williams oder Paul McCartney. Die Konzerte werden in 140 Länder übertragen.

Berlin ist auch vertreten:

In Berlin wird dafür die Straße des 17. Junis zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule gesperrt und man rechnet allein hier mit rund 100.000 Besuchern. Ab 14.00 Uhr läuft das Riesenspektakel bei dem unter anderen Herbert Grönemeyer, A-ha, Chris de Burgh, Greenday, BAP, Söhne Mannheims, Roxy Music, Silbermond, Wir sind Helden, Sasha oder Die Toten Hosen ohne Gage auftreten und damit die Aktion unterstützen.

Ziel des globalen Musik-Spektakels:

Mit den Konzerten will Organisator Bob Geldof dieses Mal nicht, wie bei den ersten Live Aid Konzerten, aktiv Spenden für Afrika sammeln. Damals, am 13. Juli 1985, bekam der Sänger und Organisator 140 Millionen Dollar zusammen, die er für Projekte in Afrika einsetzen wollte. 1,5 Milliarden Menschen erlebten die zwei Benefizkonzerte am Fernseher. Kaum jemand hätte zuvor mit solch einem Erfolg gerechnet.

Bei diesem Megaereignis will Geldof kein Geld sammeln. Vielmehr möchte er Druck auf die Politiker der großen Industrienationen machen, ihre Politik gegenüber den ärmsten Ländern zu überdenken und zu ändern. Am 06. Juli treffen sich die Regierungschefs der so genannten G-8 (Gruppe der 8) Länder in Schottland um dort unter anderem auch über die weitere Politik gegenüber den ärmsten Ländern zu beraten. Unter der G-8 versteht man die sieben führenden Industrienationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA, zu denen noch Russland als letzte Nation hinzukam. Geldorf ruft dazu auf, im schottischen Edinburgh für die Belange der Ärmsten an diesem Tag zu demonstrieren. Und er ruft die Regierungen auf, zu handeln.

"Make Poverty History" - "Mach Armut zur Geschichte"

So lautet das Motto der Aktion. Eines der größten Probleme der armen Länder in Südamerika, Afrika oder Asien ist der hohe Schuldenberg, der sie an einer eigenen, gesunden Entwicklung hindert. Deshalb sollte dieser Schuldenberg abgebaut werden, ohne diese Länder zu belasten. So wurde nach Bekanntgabe dieses riesigen Spektakels von den G-8-Staaten verkündet, dass 37 armen Staaten die Schulden erlassen würden. Profitieren sollten unter anderem Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Ghana, Madagaskar, Mali, Mauretanien, Mosambik, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Tansania und Uganda. Aber auch die lateinamerikanischen Staaten Bolivien, Guyana, Honduras und Nicaragua.

Außerdem erhoffen sich Geldof und seine Mitstreiter, dass die Entwicklungshilfe drastisch erhöht wird. Doch ist es mit diesen finanziellen Hilfen allein getan?

Kritik an "Live-8"

Kritiker werfen Geldof vor, er sehe die Sache zu einseitig. Der mittlerweile 53-jährige würde mit seinem politischen Engagement seiner musikalischen Karriere wieder Auftrieb verleihen wollen. Außerdem löse Geld allein und der Schuldenerlass eben nicht die vielen Probleme Afrikas.
Korruption in den Ländern mache vieles an Entwicklungshilfe unmöglich. Undemokratische Verhältnisse, fehlende Rechtsstaatlichkeit, Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen in vielen afrikanischen Ländern, ließen kaum eine sinnvolle Unterstützung zu.

Ein besonderes Konzert am Ende

Währenddessen sammelt Geldof auf der Homepage Unterschriften, die den G-8 Staatsmännern vorgelegt werden sollen. Und er bewirbt ein 10. Konzert als den Höhepunkt des, wie er es nennt, "Long Walk to Justice" ("den langen Marsch zur Gerechtigkeit"). Dieses Konzert findet am 06. Juli im Edinburgher Murrayfielder Stadion statt und vereint Musiker und Gruppen wie Texas, Proclaimers, Annie Lennox, The Corrs oder Bob Geldof selbst. Hier spielen neben Youssou NDour auch zahlreiche weitere afrikanische Musiker, die auf den eigentlichen Konzerten kaum anzutreffen sind, was von vielen kritisch bemerkt wurde.

Man darf gespannt sein, wie die Konzerte verlaufen, doch eigentlich ist jetzt schon klar, dass "Live-8" für lange Zeit wieder das größte Pop- und Rock-Spektakel der Welt sein wird. Ob es auch ein politisches Umdenken bewirkt, wird sich zeigen müssen.

Mehr Infos zu "Live-8" findet ihr auf der offiziellen Website http://www.live8live.com/de/.
Das Konzertereignis auf den Seiten des NDR.

-ab-01.07.05 Text / Foto: Offizielles Logo der Veranstaltung.

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