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Lexikon: Babelsberger Filmstudios

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Lexikon: Babelsberger Filmstudios

Zur wechselhaften Geschichte der Babelsberger Filmstudios gehören die ersten Tonfilme ebenso wie nationalsozialistische Propagandastreifen und die daily soaps unserer Tage.

1912 begannen im Filmstudio Babelsberg in Potsdam die ersten Dreharbeiten. Die deutsche Filmgesellschaft Bioscop hatte sich Babelsberg als Sitz ihres Unternehmens gewählt, da die Großstadt Berlin zwar nah war, aber die Gegend dennoch idyllisch lagen und für Außenaufnahmen geeignet schien.

So begann die heute 90-jährige Geschichte der Babelsberger Filme mit dem Streifen Totentanz, dem ersten Teil einer sehr erfolgreichen Serie mit der Schauspielerin Asta Nielsen.

Während des Ersten Weltkriegs 1914-18 produzierten die Babelsberger seit 1917 unter dem Namen UFA (Universum Film Aktiengesellschaft) zahlreiche kriegstreiberische Filme.

Vom Stummfilm zum Tonfilm

Ein weiterer bedeutender Einschnitt war die Einführung des Tonfilms. Während bis 1928 ausschließlich Stummfilme produziert worden waren, entstand 1929 der erste Tonfilm unter dem Titel Melodie des Herzens. Dazu war auch der Bau eines Tonfilmateliers in Babelsberg nötig. Aufgrund seiner Bauform nannte man es Tonkreuz. Melodie des Herzens wurde ein weltweiter Erfolg, sodass die Babelsberger Filmstudios nun auch internationales Ansehen genießen konnten.

Der Film im Dritten Reich

Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland änderte sich auch in Babelsberg einiges. Seit 1933 war die UFA bemüht, Filme zu produzieren, die sich dem Geschmack des Hitlerregimes anpassten. Unterhaltungs- und Revuefilme aber auch Propagandastreifen standen nun auf dem Programm.

1937 wurde die UFA verstaatlicht und somit dem Reichspropagandaministerium von Joseph Goebbels direkt unterstellt. Die jüdische Mitarbeiter, unter ihnen auch der Produzent Erich Pommer und der Reklamechef Rudi Feld, mussten gehen. Um die Bevölkerung von Staatsterror und Krieg abzulenken wurden die Filme mit kostspieliger und prachtvoller Ausstattung versehen. Der letzte große Erfolgsfilm während des Zweiten Weltkriegs war Münchhausen.

Der Film in der DDR

Bei Kriegsende war das riesige Studiogelände von der sowjetischen Armee besetzt und die meisten Gebäude zerstört. Doch bereits im Mai 1946 begann der erste Dreh für den Film Die Mörder sind unter uns. Nun hießen die Babelsberger Studios nicht mehr UFA, sondern DEFA (Deutsche Film AG) und unterstanden während der DDR-Zeit der SED-Regierung.

Auch in dieser Zeit waren die Filme der staatlichen Zensur unterworfen und sollten die herrschende Ideologie unterstützen. Während zu Beginn der 50er Jahren auch kritische Filme wie Der Untertan eine Chance hatten, wanderten später immer mehr Filme in den Tresor, wurden also verboten.

Babelsberg heute

Nach der Wende begann in Babelsberg Anfang der 90er Jahre wiederum eine neue Ära. Einzelbetriebe wurden an verschiedene europäische Filmunternehmen verkauft.

Heute befinden sich auf dem Gelände 16 Filmstudios, ein Filmkopierwerk, Tonstudios für Synchronisierungen, eine Firma für Spezialeffekte, die nicht nur Explosionen, Gebäudeeinstürze und Großbrände nachstellen kann, sondern auch ein ganzes Team an Stuntmen bereithält. Im Fundus der UFA befinden sich 250000 Kostüme und eine Million Requisiten.

Hier werden so bekannte Soaps wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Verbotene Liebe oder Hinter Gittern gedreht. Aber auch Kinofilme wie Stuart Little oder Men in Black entstanden in Babelsberg.

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