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Leonardo da Vinci - Künstler und Visionär

Berühmte Personen

Leonardo da Vinci - Künstler und Visionär

Weil Leonardo da Vinci mit der Mona Lisa das bekannteste Gemälde der Welt geschaffen hat, ist er vor allem als Maler berühmt geworden. Dabei ging Leonardo noch einer Vielzahl weiterer Interessen nach: Seine gewagten Entwürfe von Flugmaschinen, Unterseebooten und ganzen Städten machten ihn zu einem großen Universalgenie.

Es ist schwer, einen Blick hinter den Mythos Leonardo zu werfen. Es gibt kaum Quellen, und Leonardo führte ein geheimnisvolles, merkwürdiges Leben, so verfasste er beispielsweise seine privaten Aufzeichnungen in Spiegelschrift. Leonardo kennzeichnete vor allem eine ständige Rastlosigkeit, die ihn von einem Projekt zum nächsten trieb.

Die frühen Jahre

Geboren wurde er am 15. April 1452 in dem italienischen Dorf Vinci, wuchs im Florenz der Humanisten auf, zeigte aber nur geringes Interesse für deren Leeren und Theorien. Statt dessen lernte er bei dem Maler und Bildhauer Andrea del Verrocchio die Malerei, interessierte sich aber auch für die Naturwissenschaften. In grenzenloser Neugierde versuchte er den menschlichen Körper zu begreifen, sezierte deswegen sogar Leichen und fertigte die ersten anatomischen Zeichnungen an. Von Leonardo stammt das erste korrekte Abbild der menschlichen Wirbelsäule.
Leonardo schrieb dazu: Es scheint mir, dass eine nicht aus Erfahrung geborene Wissenschaft leer und voller Irrtümer ist. Erfahrung ist die Mutter aller Gewissheit...

Die Mailänder Zeit

1482 trat Leonardo in den Dienst des Grafen von Mailand. Es war eine Zeit der Irrungen, eine Epoche, in der künstlerische Tätigkeit weit unter höfischen Aufgaben rangierte. Deshalb bot sich Leonardo dem Herzog von Mailand nicht als Maler sondern als Ingenieur an. Leonardo brachte seine technischen Ideen zu Papier: Panzerwagen, Fluggeräte, Kanonenmodelle, Unterseeboote, ein Perpetuum mobile und vieles mehr. Seine Architektur reichte von der Kirche bis zur Festung, doch keines der von ihm entworfenen Gebäude wurde je errichtet, auch Dutzende von Gemälden und Skizzen blieben unvollendet. In der Mailänder Zeit malte da Vinci aber auch das berühmte Wandbild des Abendmahls (1495-1498), lernte Botticelli, Michelangelo und Machiavelli kennen.

Unruhige Jahre

Es war eine Zeit politischer Intrigen, Morde und ständiger Auseinandersetzungen. Die Medici kämpften in Florenz um die Macht, der berüchtigte Alexander VI. Borgia saß auf dem Papstthron und Machiavelli schrieb sein umstrittenes Hauptwerk Der Fürst.
Nach 17 Jahren, als 1499 Ludovico Sforza´s Macht durch den Einmarsch der Franzosen abrupt endete, verließ Leonardo Mailand. In den kommenden 16 Jahren diente er den unterschiedlichsten Herren: Als Festungsingenieur im Dienste des Cesare Borgia sollte er sich vor allem Waffentechnik ausdenken. Ein Jahr lang reiste er mit Borgias Heer durch Italien.

Ein weltberühmtes Lächeln

Durch Machiavellis Fürsprache sollte er ein Wandgemälde der Schlacht von Anghiari für das Rathaus von Florenz malen. Statt dessen entstand zwischen 1503 und 1506 das berühmte Porträt der "Mona Lisa". 1506 verließ er Florenz wieder in Richtung Mailand ohne das Schlachtengemälde fertig gestellt zu haben. Statt dessen hielt er Tiere, Menschen, Gebäude und Landschaften, mit Tusche, Rötel und Silberstift fest - lebensnah und ihrer Zeit weit voraus.
Zwischen 1513 und 1516 arbeitete Leonardo in Rom an einer Reihe von Projekten für den Papst. Er setzte seine anatomischen Forschungen fort, bis der heilige Vater ihm das Sezieren von Leichen verbot.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Leonardo in Frankreich. Er starb am 2. Mai 1519 mit 67 Jahren - einem für die damalige Zeit ungewöhnlich hohen Alter. Er hinterließ ein in Menge und Vielfalt schwer zu überblickendendes Werk. Nur etwa zehn Gemälde können ihm sicher zugeschrieben werden, und doch gelang ihm mit der "Mona Lisa" das wohl meist kopierte, Tassen und T-Shirts schmückende Werk der Welt.

Auf den Seiten des "Museo Nazionale della Scienza e della Tecnica" in Mailand findest du viele technische Entwürfe Leonardos und Links zu weiteren Leonardo-Seiten. - leider nur in englischer Sprache aber mit vielen Bildern.

Text: RR, 5. 4. 2007, Bilder: Museum Industriekultur Nürnberg

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