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Leben in Spiralen - Friedensreich Hundertwasser

Berühmte Personen

Leben in Spiralen - Friedensreich Hundertwasser

Der Maler, Architekt und Ökologe Friedensreich Hundertwasser wurde vor 80 Jahren - am 15. Dezember 1928 - geboren. Mit seinen ungewöhnlichen Entwürfen sorgte er weltweites Aufsehen. Bei seinen Bauprojekten sucht man gerade Linien und geometrische Formen vergeblich. Ohne Ecken und Kanten, aber mit viel bunter Farbe und ungewöhnlichen Materialen, so liebte Friedensreich die Architektur. In seinen Gemälde ist die Spirale Lieblingsobjekt und immer wieder kehrendes Motiv.

Spiel mit dem Namen

Friedensreich Hundertwasser heißt eigentlich Fritz oder Friedrich Stowasser, doch dieser Name klang dem gebbürtigen Wiener zu gewöhnlich. Als er nach dem Abitur und einem abgebrochenen Studium an der Akademie der Künste Mitglied im Art Club Wien wurde, musste ein Künstlername her. 1949 übersetzte er Sto (slawisch für 100) ins Deutsche. Aus dem unspektakulären Vornamen machte er 1968 Friedensreich.

Internationale Anerkennung

Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Spirale als Grundlage für seine Malerei. Sie zieht sich durch sein gesamtes Schaffen. Internationalen Durchbruch erlangte er auf der Biennale Venedig 1962 - einer weltbekannten Kunstausstellung. Mit zahlreichen, zum Teil provozierenden Aktionen, brachte er sich immer wieder in die Schlagzeilen. Wie etwa Ende der 60 Jahre, als er in München seine berühmte "Nacktrede" hielt.

Rastloser Reisender

Friedensreich Hundertwasser reiste quer über den Erdball. Schon zu Beginn der 60er Jahre zog es ihn für längere Zeit nach Japan, wo er sehr erfolgreich war und sogar mit dem Mainichi-Preis der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio ausgezeichnet wurde. Ab 1967 unternahm er Reisen nach Uganda und den Sudan. 1968 segelte er mit einem alten Holzschiff von Sizilien nach Venedig.

Hundertwasser für den Frieden

Die Wanderausstellungen Hundertwassers waren überall auf der Welt zu sehen. In Paris, London, Genf und Berlin, aber auch in Tel Aviv, Japan, Warschau, Reykjavik, Kopenhagen und Dakar. Zugleich startete eine Ausstellung mit Grafiken in den USA. Ab Ende der 70er Jahre setzte er sich weltweit für den Frieden ein. Er entwarf eine Friedensflagge für den Nahen Osten. Sie zeigt einen grünen arabischen Halbmond und einen blauen Davidstern. Hundertwasser schrieb ein Friedensmanifest, übergab in Washington DC das Anti-Atom-Poster "Plant trees avert nuclear peril" und das Umweltposter "Arche Noah 2000" an den dortigen Bürgermeister.

Hundertwasser für die Umwelt

Sein Einsatz für die Umwelt brachte ihm 1981 den großen Österreichischen Staatspreis und den Österreichischen Naturschutzpreis. Ab jetzt verwirklichte er mehr und mehr Bauprojekte, die seine typische Handschrift trugen. Keine Geraden, dafür kunterbunte Fassaden, Rundungen, Zwiebeltürmchen und Dachbegrünungen. Eine natur- und menschengerechte Architektur war sein erklärtes Ziel.

Verwirklichte Visionen

Mitte der 80er Jahre entstand das Hundertwasserhaus in Wien. Außerdem gestaltete er die St. Barbara Kirche in Bärnbach in der Steiermark neu. Die Gestaltung des Fernwärmewerks Spittelau in Wien wurde heftig diskutiert, führte aber schließlich zum Einbau besserer Filtersysteme. 1989 entstand sein Modell "Hügelwiesenlandschaft", dass sich auch im Thermendorf Blumau in der Steiermark wieder findet.

Tod auf hoher See

In den letzten Jahren lebte Hundertwasser vor allem in Neuseeland und der Normandie. Am 19. Februar 2000 starb er im Alter von 71 Jahren an Bord des Kreuzfahrtschiffes "Queen Elisabeth II" an Herzversagen. Auf eigenen Wunsch wurde er in Neuseeland begraben. Hundertwasser gilt auch heute noch als einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten österreichischer Künstler.

11.12.03 / sw Bildmaterial: Thermenlandschaft Blumau und Hundertwasserhaus Wien, Art Calender 2004, Manus Verlag.

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