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Kultureller Vorbote der WM 06: der Fußball-Globus

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Kultureller Vorbote der WM 06: der Fußball-Globus

Mit dem Fußball-Globus ist ein kultureller Vorbote zur WM 2006 nach Berlin gelangt. Zuvor war er in allen Austragungsstädten, auch in Nürnberg. Dort haben wir den Aufbau beobachtet. In zwei Wochen wurde er gebaut und sollte mit einem abwechslungsreichen Programm aus Literatur, Diskussionen, Filmen und anderen Veranstaltungen auf das sportliche Großereignis Laune machen. Das FIFA-Projekt macht bis zum WM-Start in allen 12 WM-Städten Station.

So wird der Fußball-Globus in Nürnberg aufgebaut: Zunächst wird ein Potest gebaut, auf dem dann die gebogenen Metallteile installiert werden.

Wie der Fußball Globus ins Rollen kam

Nach einer Idee des österreichischen Allround-Künstlers André Heller ist dieser kugelrunde, 22 Meter hohe Veranstaltungsraum als Rahmenprogramm zur WM 2006 entstanden. Jetzt ist er auf einer Tournee durch die Bundesrepublik und macht in den zwölf künftigen WM-Städten Station. Neben einer Dauerausstellung gibt es in jeder Stadt ein spezielles Kulturprogramm.

Auf halber Höhe wird eine Plattform eingzogen.

Vorfreude auf die WM 2006

Ziel des Globusses ist es, das Motto der WM "Zu Gast bei Freunden"TM mit viel Charme und spannenden Veranstaltungen unter das Volk zu bringen. Und dabei soll auch die Fußballkultur und alles, was unter diesem Begriff verstanden wird, Thema sein. So wird der Fußball nachts spektakulär erleuchtet - und erscheint als strahlender Globus oder wandelbares Lichtobjekt. Er soll Lust und Laune auf das sportliche Großereignis des kommenden Jahres machen.

Mit dem Kran werden die Teile an die entsprechende Stelle gehoben, eingepasst und befestigt.

Konstruktion

Entwickelt hat den Globus die Artevent GmbH in Wien. Zunächst wurden vorläufige Versionen in der Frühphase des Projekts als Computeranimation angelegt und es gab ein Modell. Später hat die Stahlbaufirma Mero aus Würzburg, die den Globus auch gebaut hat nochmal alles neu am Computer konstruiert, die Statik genau berechnet und dann danach das Original gebaut. 300 Leute waren am Aufbau des Globusses beteiligt.

Rund 20 Leute können den Globus in vier Wochen aufbauen.

Aufbau

Zunächst wird die Plattform gebaut, auf der der Globus ruht, dann wird aus gebogenen Stahlträgern die Fußballform angelegt, der Ball konstruiert. Die einzelnen Stahlträger werden dann miteinander verschraubt.

Der Globus hat einen Radius von 15 Metern und ist insgesamt 22 Meter hoch. Die Felder werden am Schluss abgedeckt mit entsprechenden Folienkissen, wobei von oben angefangen wird. Jede Folie hat die Form eines Sechsecks - so wie bei den Fußbällen früher. Sie bestehen aus ETFE. Das ist ein superdünner und besonders belastbarer Kunststoff, der aufgeblasen wird, damit er die Fußballform bekommt. In den Luftkissen ist auch wandelbares Licht eingebaut. Außerdem wird der Ball mit Projektoren bestrahlt - so entstehen nachts die unterschiedlichen Lichtobjekte. Mal wie ein kunterbunter Globus, mal wie ein roter Feuerball, mal wie die Erde,....

Insgesamt werden 60 Tonnen Stahl, 40 Lautsprecher und 20 000 Lampen im Globus eingesetzt. Rund 20 Leute werden benötigt, damit der Globus samt Innenleben in vier Wochen steht.

Wenn das Skelett des Globusses steht, wird von oben mit der Außenverschalung begonnen.

Nach Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig, Hamburg, Gelsenkirchen, Dortmund und Kaiserslautern ist die Stahlkonstruktion in Form eines gigantischen Fußballs nun im Zentrum Nürnbergs angekommen. Vom 19. Juli bis zum 12. September werden hier Veranstaltungen rund um den Fußball und die Fußballkultur stattfinden. Man ist gespannt ob die Nürnberger den Globus so gut annehmen, wie zuletzt die Pfälzer. Denn im Fußball begeisterten Kaiserslautern waren 34.000 zu Gast - das ist knapp jeder dritte Lauterer. Insgesamt fand rund eine Halbe Millionen neugieriger Fußballfreunde den Weg in den Globus.

Der Globus hat im Inneren Raum für eine Ausstellung und Veranstaltungen mit rund 100 Besuchern - aber man kann ihn auch im Internet sozusagen virtuell betreten.

Der Globus im Internet

Falls ihr keine Karten mehr für bestimmte Veranstaltungen bekommt oder ihr nicht in der jeweiligen Stadt wohnt, in der der Globus gerade Station macht - nicht verzagen. Über die Internetseite könnt ihr live dabei sein. Denn auf der eigens eingerichteten Homepage könnt ihr euch noch alte Diskussionen, Lesungen oder Gespräche ansehen und aktuelle per Videostream live am Computer miterleben.

Von der offiziellen Seite der FIFA kommt ihr auf den Link zum Globus.

So ein riesiger Globus, mitten auf einem Hauptmarkt, neben einem alten Brunnen - das hat was, oder?

Programm im Globus

Abends finden spezielle Veranstaltungen statt, zu denen zum Beispiel Fußball-Buchautoren oder Schauspieler und Regisseure wie Sönke Wortmann, der "Das Wunder von Bern" drehte, eingeladen werden. Sie unterhalten sich dann über Fußball- und Kulturthemen. Zum Beispiel mit Trainern, Journalisten oder Spielern. Auch Wissenschaftler kommen zu Wort, die die neueste Hightech auf dem Platz erklären, wie die digitale Messung der Abseitsstellung. Mediziner, die erläutern was Doping, falsche Ernährung oder Verletzungen für Folgen hervorrufen können, Soziologen versuchen zu begründen, warum Frauen im Fußball noch immer nicht ernst genommen werden, oder wie wichtig der Fußball für die Integration zugereister Mitbürger ist.

Über eine Treppe gelangt man in das Innere des Balls.

Willkommen im Globus!

Tagsüber lädt eine Multimedia-Ausstellung zur Geschichte der Weltmeisterschaften und des Fußballs im Allgemeinen zum Besuch. Dazu gibt es viele Multimedia-Stationen, an denen sich der Besucher gezielt mit dem Thema beschäftigen oder auch aktiv werden kann. Ab 20. Juli ist der Fußball Globus täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr, an langen Publikumstagen wie Frei- oder Samstag von 10.00 bis 21.00 Uhr geöffnet. Kinder bis 10 haben freien Eintritt. Von 10 bis 16 Jahren kostet der Eintritt einen Euro und ab 16 zwei Euro.

Vielen Dank an Christian Bauer von der Artevent GmbH, der uns freundlicherweise die technischen Fragen beantwortet hat!

-ab-17.07.2005 Text und Fotos (Marco Jäger, Anja Bühling)

Hinweis: Im Archiv wurden alle Bilder und Links entfernt